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menschlich

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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15 in 15 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

menschlich

menschlich

Mensch m. höchstentwickeltes gesellschaftliches Lebewesen mit der Fähigkeit zu arbeiten und zu denken, ahd. mennisco m. ‘Mensch’ (8. Jh.), mhd. mensche, mensch m. n. ‘Mensch, Mädchen, Buhlerin, Magd, Knecht, das menschliche Geschlecht’, mnd. minsche, mnl. mensce, nl. mens sind aus einer Substantivierung des in ahd. mennisc (um 800), mhd. mennisch ‘menschlich, mannhaft’, asächs. mennisk, aengl. mennisc, anord. mennskr, got. mannisks vorliegenden Adjektivs germ. *manniska- hervorgegangen, einer Ableitung von dem unter Mann (s. d.) behandelten Substantiv. Das im Mhd. auftretende Neutrum steht bis ins 17. Jh. ohne abschätzigen Sinn neben dem Maskulinum, bezeichnet jedoch seit dem 15. Jh. häufig eine ‘weibliche Person’, besonders die ‘Magd’, und wird seit dem 18. Jh. durchgehend abwertend gebraucht; dazu auch der Plural Menscher (17. Jh.). – menschlich Adj. ‘den Menschen betreffend, ihm gemäß, hilfsbereit, gut’, ahd. mennisclīh (8. Jh.), mhd. menschlich ‘nach, von Menschenart’; dazu Menschlichkeit f. ‘Menschennatur, menschliche Würde, menschliches Gefühl, Freundlichkeit im Umgang mit anderen’ (16. Jh., Übersetzung von lat. hūmānitās, s. Humanität), geläufig seit dem 18. Jh., vereinzelt ‘Menschheit’ (nur 17. Jh.); vgl. spätmhd. menschlīcheit ‘Zustand des Menschseins, Menschheit’. Menschheit f. ‘Gesamtheit der Menschen’, ahd. mennischeit ‘alle Menschen, menschliche Natur, Menschwerdung’ (um 1000), mhd. menschheit, menscheit ‘alle Menschen, Natur und Leben eines Menschen, Menschlichkeit’. Menschenfeind m. ‘Menschenhasser, -verächter’ (16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. misanthropus (s. Misanthrop). Menschenfresser m. ‘Kannibale’, Übersetzung (17. Jh.) von gleichbed. lat. anthrōpophagus, griech. anthrōpophágos (ἀνθρωποφάγος); vgl. griech. ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’ und phágos (φάγος) ‘Fresser’, phagé͞in (φαγεῖν) ‘essen, verzehren’. menschenmöglich Adj. ‘für einen Menschen möglich’ (18. Jh.), aus älterem menschmöglich (17. Jh.), das aus menschlich und möglich (16. Jh.) mit Ersparung der Suffixwiederholung zusammengerückt ist. Menschenrecht n. zunächst ‘von Menschen eingesetztes Recht’ (Ende 17. Jh.); Menschheitsrechte Plur. ‘dem Menschen von Geburt an zukommende Rechte und Würde’ (nach 1750). Danach (meist im Plur.) Menschenrechte ‘Reihe von Rechten, die die Stellung des Menschen in der Gesellschaft und sein Verhältnis zum Staat regeln’ (seit 1777). Durch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung (1776) und die französische Déclaration des droits de l’homme et du citoyen (1789) wird der Begriff zum politischen Schlagwort und mit seinem damaligen bürgerlichen Inhalt (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Recht auf Eigentum und Sicherheit sowie Widerstand gegen Unterdrückung) auch im Dt. geläufig; wahrscheinlich geht auch die vorherrschende Verwendung im Plural auf das frz. Vorbild zurück. Menschentum n. ‘Wesen des Menschen, das Dasein als Mensch’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘Menschheit’ (17. Jh.). Übermensch m. in der Theologie gebildet (16. Jh.) aus übermenschlich Adj. ‘in jeder Weise über das durchschnittliche menschliche Vermögen hinausragend’ (Anfang 16. Jh.) zur Bezeichnung eines ‘moralisch überdurchschnittlichen Menschen, eines übermenschlichen Wesens’ (so noch im 18./19. Jh.); bei Herder im Sinne von ‘Heros, Halbgott, Genie’; bei Nietzsche (Zarathustra) im Gegensatz zum Durchschnittsmenschen ‘derjenige, der den Menschen überwunden hat’. Daran anknüpfend wird Übermensch (wie Herrenmensch, Gegensatz Untermensch, s. unten) zum Schlagwort der faschistischen Rassenideologie. Unmensch m. ‘brutaler, grausamer Mensch’, ahd. unmennisco ‘Nichtmensch’ (um 1000), spätmhd. unmensch ‘was nicht den Namen Mensch verdient, Bösewicht’, frühnhd. ‘Bestie, Kannibale, Zauberer’ (16. Jh.), ‘Menschenfeind’ (18. Jh.). Untermensch m. ‘niedriges Wesen, das sittlich unterhalb der menschlichen Stufe steht’ (18. Jh.); danach Schlagwort der Faschisten für die Opfer ihrer Unterdrückungs- und Ausrottungspolitik.
3952 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    menschlichadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    mensch-lich adj. BMZ ältere form mennisch-, menneschlich Karaj. Parz. (457,30). Walth. , mennislich Leseb. 195,13, menis…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mênschlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Mênschlich , -er, -ste, adj. et adv. von dem Hauptworte Mensch. 1. In dessen weitesten Bedeutung, so fern es ein mit ein…

  3. modern
    Dialekt
    menschlich

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    menschlich [mènlik Bf. ; mènli Str. K. Z. Han. ; mènliχ Wörth ] Adj. menschlich, den Menschen eigentümlich. Fë h le-n…

  4. Sprichwörter
    Menschlich

    Wander (Sprichwörter)

    Menschlich 1. Es ist nicht menschlich, alle Dinge denken. (S. Mensch 364.) – Graf, 414, 96. 2. Nichts ist menschlicher a…

  5. Spezial
    menschlich, nicht adj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    menschlich , adj , nicht ~ нечеловеческий , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit menschlich

20 Bildungen · 9 Erstglied · 3 Zweitglied · 8 Ableitungen

Ableitung von menschlich

mensch + -lich

menschlich leitet sich vom Lemma mensch ab mit Suffix -lich.

menschlich‑ als Erstglied (9 von 9)

menschlîcheit

Lexer

menschlich·eit

mensch-lîcheit stf. menschheit. darumb daʒ er menschlîcheit erlœsen wolt von der vangnis des tüfels Alem. 1,66 ; an der m.( als mensch ) ste…

menschlichen

DWB

mensch·lichen

menschlichen , adv. wie menschlich: menschlichen, wie es einem menschen gebürt und zuostadt, humane. Maaler 288 b .

menschlicherweise

DRW

menschlich·er·weise

menschlicherweise, adv. wie menschlich (II 2) [die Helmstedter Fakultät hatte auf] scharfe peinliche frage, doch menschlicherweis [erkannt] …

Menschliches

Wander

Menschliches 1. Es ist viel Menschliches dabei. Frz. : Il se mêle toujours de l'homme dans nos actions. ( Leroux, I, 167. ) – Il y a toujour…

menschlichheit

KöblerMhd

menschlich·heit

menschlichheit , st. F. nhd. „Menschlichkeit“, Menschheit, Menschsein Vw.: s. un- Q.: Teichn1 (1350-1365) (FB menschlīcheit), OvW E.: s. men…

menschlichkeit

DWB

menschlich·keit

menschlichkeit , f. menschliches wesen, menschliche art, mhd. menschlicheit: menschligkeit, humanitas Maaler 288 b ; nach den verschiedenen …

menschlichwahr

GWB

menschlich·wahr

menschlich -ig 38,209,28 , gelegentlich ‘menschl.’; von gut 1000 Belegen nur ca zehn Prozent in Pkt 3 1 allg; vielfach kategorial, bes neben…

menschlich als Zweitglied (3 von 3)

übermenschlich

DWB

uebermensch·lich

übermenschlich , adj. und adv. , seit anfang des 16. jahrh. belegt. A A. adj.: supernaturalis, plus quam humanus, quod non convenit mortalib…

unmenschlich

DWB

unmensch·lich

unmenschlich , adj. adv. , i. a. gth. v. menschlich. ags. unmennisclîc, mhd. unmenschlîch, -lîche, mnd. unminsklich, mnl. onmenschelijc, -li…

übermenschlich

KöblerMhd

übermenschlich , Adj. nhd. übermenschlich Q.: Tauler (vor 1350) (FB übermenschlich), MerswZM E.: s. über (1), menschlich W.: nhd. übermensch…

Ableitungen von menschlich (8 von 8)

entmenschlichen

DWB

entmenschlichen , dasselbe: wenn du ihm die höchste kraft, die höchste vollendung des thiers gibst, so entmenschlichst du ihn. Pestalozzi 6,…

menschlîche

Lexer

mensch-lîche , mensch-lîchen adv. ib. in menschenweise, als mensch Berth. 65,7. Rud. ( Gerh. 6280. 375 ). Ab. 1. 83,172. Wolk. 123. 1,1. Sgr…

unmenschlich

DWB

unmenschlich , adj. adv. , i. a. gth. v. menschlich. ags. unmennisclîc, mhd. unmenschlîch, -lîche, mnd. unminsklich, mnl. onmenschelijc, -li…

unmenschliche

BMZ

unmenschliche adv. auf unmenschliche, übermenschliche weise. von des heiligen geistes kraft von dem ein maget lîphaft unmenschlîche ein kint…

unmenschlîchen

Lexer

un-menschlîche , un-menschlîchen adv. ib. auf un-, übermenschliche weise Heum. 445. Krol. 2987. N. v. E. 6,36.

urmenschlich

DWB

urmenschlich , adj. adv. a) ursprünglich im menschen vorhanden: das urmenschliche gefühl Heinse 3, 384 Sch.; der geist urmenschlicher freihe…

vermenschlichen

DWB

vermenschlichen , verb. menschlich werden: intrans. was bei edlern seelen ein sympathetischer trieb und ein tiefes gefühl der göttlichkeit d…

vermenschlichung

DWB

vermenschlichung , f. menschwerdung, menschlichmachung: sie werden mir ohne bedenken zugestehen .. dasz man schon etwas gethan hat, wenn man…