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Eigensinn

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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15 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Eigensinn

Eigensinn

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigensinn

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Eigensinn , des -es, plur. car. der eigene Sinn, d. i. die ungeordnete Neigung, seiner Meinung auch bey erkannter Un…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eigensinn

    Goethe-Wörterbuch

    Eigensinn a kapriziöse Eigenwilligkeit, Laune In ihrer Jugend soll sie schön gewesen seyn .. mit ihrem E-e manchen armen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Eigensinn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Eigensinn , das hartnäckige Beharren bei einer Meinung oder einem Streben, aus keinem andern Grunde, als weil es die ode…

  4. modern
    Dialekt
    Eigensinnm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Eigensinn m. wie nhd. Mi 19 b . Dä. 103 ; Kü. 1, 410; Me. 1, 1011.

  5. Sprichwörter
    Eigensinn

    Wander (Sprichwörter)

    Eigensinn 1. Beim Eigensinn ist kein Gewinn. 2. Dem Eegensinn mut man keen Upwater geven. ( Holst. ) D.i. keinen Beistan…

  6. Spezial
    Eigensinn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ei|gen|sinn m. (-[e]s) 1 (Starrköpfigkeit) ostinaziun (-s) f. , testardité (-s) f. 2 (Launenhaftigkeit) löna (lönes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigensinn

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von eigensinn 2 Komponenten

eigen+sinn

eigensinn setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

eigensinn‑ als Erstglied (14 von 14)

eigensinnic

KöblerMhd

eigensinnic , Adj. nhd. eigensinnig Hw.: vgl. mnd. ēgensinnich Q.: Chr, Kirchb (1378/1379) E.: s. eigen, sinnic W.: nhd. eigensinnig, Adj., …

eigensinnig

DWB

eigens·innig

eigensinnig , morosus, difficilis: nicht eigensinnig, nicht zornig, nicht ein weinseufer. Tit. 1, 7; thürstig, eigensinnig. 2 Pet. 2, 10 ; w…

eigensinnigkeit

DWB

eigens·innigkeit

eigensinnigkeit , f. was eigensinn: weisz, dasz sie ( die anhänger der augsburgischen confession ) zu zeiten von der canzel scharren und str…

eigensinnigneckisch

GWB

eigensinnig·neckisch

eigensinnig-neckisch Wie mich .. die, zwar eigensinnig-neckisch [< neckisch K ] genug verclausulirte, meinem Hellblick aber .. offenbare lie…

eigensinnigstockend

GWB

eigensinnig·stockend

eigensinnig-stockend Wenn man bey der Jugend soviel Anmaßlich-Fahriges, bey dem Alter soviel Eigensinnig-Stockendes sich muß gefallen lassen…

eigensinnisch

DWB2

eigen·sinnisch

eigensinnisch adj. selten neben 1 eigensinnig adj. 1 1533 Kymeus ehestand L 3 a . ⟨1741⟩ belustigungen d. verstandes 2 ( 1742 ) 50 Sch.