Beharrlichkeit seit den 90er Jahren in erhöhter Frequenz a
Beständigkeit, Ausdauer, Stetigkeit, gelegentl auch Geduld α
vorwiegend als Verhaltensweise in best Situationen, häufig aktiv in der konsequenten u unbeirrbaren Durchführung einer Tätigkeit od Aufgabe (bes als wiss u künstler Ethos), gelegentl auch als Fähigkeit zum passiven Erdulden von Leiden u Belastungen; mehrf mit attr Bestimmungen wie ‘treu, tätig, rein’ sowie iVbdg mit ‘Fleiß’ u ‘Aufmerksamkeit’ u als Korrelat zu ‘Mut’ u ‘Kühnheit’ (der Konzeption u Planung); vereinzelt übertr auf Naturphänomene u Sachobjekte auch iSv Festigkeit Wie mir denn nichts erwünschter seyn kann als die fortwährende Theilnahme an meinen Bemühungen, deren treue B. .. aus dem letzten Stücke von Kunst und Alterthum hervorgeht GWBB42,222,23 Göttling 16.6.27 [
betr Aufstellung des Blücherdenkmals in Rostock] Die Unternehmung, der Gang des Geschäftes .. erscheinen in der Art wie man wohl einen Plan entwirft, selten aber möchte es gelingen, die Ausführung durch thätige B. so rein durchgeführt zu sehen GWBB32,57,16 Preen 7.10.19 [
mBez auf Boisserées Rekonstruktionsentwurf für den Kölner Dom] bey Vorzeigung des Domwerks und des Lithographischen muß Einsicht, Fleiß und B. immer gleich gepriesen werden GWBB39,19,19 Boisserée 20.11.24 [
betr Einführung medizin Studien an anatom Modellen] Ein Vorhaben wie das ausgesprochene kann vielleicht nur in einer neuen Welt durchgeführt werden .. Da regt sich die Erfindung, da gesellt sich die Kühnheit, die B. der Nothwendigkeit hinzu GWB25
1,96,13 Wj III 3 [
betr Gründung der JALZ] die Zeit .. wo wir mit Muth und Kühnheit ein Unternehmen begannen, welches .. durch Ihre Thätigkeit und B. immer noch den besten Fortgang hat GWBB34,183,24 Eichstädt 6.4.21 Lavater hatte eine unglaubliche Geduld, B., Ausdauer; er war seiner Lehre gewiß, und bei dem entschiedenen Vorsatz, seine Überzeugung in der Welt auszubreiten, ließ er sich’s gefallen, was nicht durch Kraft geschehen konnte, durch Abwarten und Milde durchzuführen GWB28,259,26 DuW 14 Die durch Wohlleben und Prachtlust entnervten Griechen .. in der Vertheidigungskunst gewandt, ertrugen sie eine lange Belagerung mit Muth und B. [
perseverance] GWB46,182,22 Hackert TgbKnight [
betr Trümmer eines Granitgebirges in Böhmen] da .. sich .. erkennen ließ, daß durch theilweise Auflösung wie theilweise B. des Urgesteins, durch ein daraus erfolgendes Stehenbleiben, Sinken, Stürzen .. diese staunenswürdige Erscheinung ganz naturgemäß sich ergeben habe GWB36,156,2 TuJ [
für: la constance] GWB41
1,17,4 Übs:JvMüller,Friedr II [G/Riemer] GWBB34,240,17 Neuburg 16.5.21 K GWB27,125,6 DuW 7 GWBB37,66,16u20 FStein 11.6.23 K A2,388,21 Promem [25./26.11.93?] K GWB31,211,17 ItR
uö mehrf unter stärkerer Aktualisierung der zeitl Komponente den Aspekt der (unwandelbaren) Fortdauer u Kontinuität (als Gegenpol zu Wechsel u Veränderung) betonend, bes mBez auf die Gesetzmäßigkeiten in der Natur sowie den Bestand menschl Beziehungen u gesellschaftl Zustände; einmal im Exzerpt aus Kants ‘Kritik der reinen Vernunft’ speziell iSv Dauer als notwendiges Attribut der Substanz [
nach dem Tode CarlAug-s] In so hohen Jahren gibt mir nichts ein so reines befriedigendes Gefühl von Dauer als die Consequenz der Natur und die B. derer, die sich treu und liebevoll mit ihr beschäftigen. Der große Verlust .. veranlaßt mich .. umherzuschauen, wo noch Wohlwollende und thätig Theilnehmende in der weiten Welt zu finden seyen GWBB45,224,19 EHFMeyer 30.3.29 Ich bin wieder in die Naturbetrachtungen gerathen .. je tiefer man in ihr Gebiet dringt, desto wahrer wird sie [
die Natur]. Sie wehrt sich zwar gewaltig gegen den unfähigen täppischen Menschen, der B. gibt sie nach, um ihr Geschlecht zu rechtfertigen GWBB47,275,14 Zelter 5.10.30 Woraus denn erhellt, daß in dem unwandelbaren Orient, seit Ahasverus Zeiten .. sich keine weitere Veränderung zugetragen hat .. Und so mag denn auch diese B. die Veranlassung sein, daß die Perser ihre Gedichte seit achthundert Jahren noch immer lieben, schätzen und verehren GWB7,82,13 DivNot In kleinen und großen Städten, an Hof wie im Freystaat ist Ruhe und nachgiebige B. das einzige was leidlich durchs Leben bringt .. Wie sich das alles in diesen Paradies-Gegenden [
Frankf] treibt und reibt ist höchst unerquicklich GWBB26,80,5 Christiane 12.9.15 [
Auszug aus Kants ‘Kritik der reinen Vernunft’] Analogien der Erfahrung | Erscheinen in der Zeit als .. Grundsatz der B. der Substanz. Bey allem Wechsel der Erscheinungen beharret die Substanz und das Quantum derselben wird in der Natur weder vermehrt noch vermindert GWBN13,464,24 Plp [Kant] GWB49
1,394,14 Collect des portraits hist 1826
uö β
mehrf (sowohl in individuellen Charakterisierungen wie in verallgemeinernden Äußerungen) als (konstanter) Charakterzug, wiederholt iVbdg mit ‘Standhaftigkeit’ u ‘Festigkeit’, auch als Tugendbegriff iS der stoischen ‘constantia’1) (einmal als allegor Figur) Über 50 Jahre bin ich dem Fürsten, dem hohen Hause, dem Lande angehörig .. Einsicht und Übersicht, thätige Besonnenheit, reine B. und wie viel andere treffliche Eigenschaften seh ich nicht wirksam zu klarsten edelsten Zwecken GWBB47,188,2 Maria Paulowna [Mitte Aug 30] K [
in einer Charakteristik2)] Immer thätiger nach innen und außen fortwirkender poetischer Bildungstrieb macht den Mittelpunct und die Base seiner Existenz .. Da dieser Trieb rastlos ist, so muß er .. sich nach außen wenden .. Daher die vielen falschen Tendenzen zur bildenden Kunst, zu der er kein Organ, zum thätigen Leben, wozu er keine Biegsamkeit, zu den Wissenschafften, wozu er nicht genug B. hat GWB42
2,506 Plp [
üb zwei im Orient reisende frz Juwelenhändler] An diesen beiden Männern ist Verstand, Gleichmuth, Gewandtheit, B., einnehmendes Betragen und Standhaftigkeit nicht genug zu bewundern, und könnte jeder Weltmann sie auf seiner Lebensreise als Muster verehren GWB7,215,2 DivNot Tavernier uChardin [
üb Klinger] Entschiedene natürliche Anlagen .. leichte Fassungskraft .. Sprachengabe .. alles schien er weniger zu achten als die Festigkeit und B., die sich ihm, gleichfalls angeboren, durch Umstände völlig bestätigt hatten GWB28,254,3 DuW 14 [
Therese:] er [
Jarno] ging so weit, daß er mir .. die drei schönen Eigenschaften: Glaube, Liebe und Hoffnung völlig absprach. Statt des Glaubens, sagte er, hat sie die Einsicht, statt der Liebe die B., und statt der Hoffnung das Zutrauen GWB23,185,17 Lj VIII 4 Im Idealen kommt alles auf die élans, im Realen auf die B. an GWB42
2,229,19 MuR(926) (B. [Beständigkeit
Var]) Wetteifernd komm ich an, doch ohne Neid, | Und weiß wohl, die B. | Ist allen meinen Schwestern eigen: | .. So komm’ ich froh und frisch herein, | Als Tugend mich der Tugenden zu zeigen GWB16,549 Epimen Var nach 901 GWB42
1,61,15 Rez:Pückler,BrVerstorb Gespr(He2,770) Falk [25.1.13] Gespr Eckerm 17.2.32 GWB5
1,106 ZXenNachl 324
uö als Korrelat zu ‘Neigung’ u ‘Talent’ für G eine wesentl Grundlage u Voraussetzung für den Erfolg u die Fruchtbarkeit menschl Tätigkeit; in der vorklass Zeit vereinzelt der künstlerischen Genialität gegenübergestellt [
Tasso üb das Talent des Künstlers:] Doch das was die Natur allein verleiht, | Was jeglicher Bemühung, jedem Streben | Stets unerreichbar bleibt, was weder Gold .. noch Klugheit, noch B. | Erzwingen kann, das wird er [
Antonio] nie verzeihn Tasso 2327 [
üb die Brüder Boisserée u ihre altdt Sammlungen] Man weis nicht was man zuerst an ihnen bewundern soll, ihre wahre Neigung zu einem würdigen Gegenstand, oder die B. solche durchzuführen GWBB25,52,14 Reinhard 8.10.14 [
von der Reise in die Schweiz] daß überall grader Verstand, gute Wirthschaft und Neigung und B. den Grund von allen Zuständen ausmacht GWBB12,297,2 Christiane 11.9.97 [
Wilh an Natalie:] das Natürlichste .. wäre, daß der Sohn des Vaters Beschäftigung ergriffe. Hier ist alles beisammen: eine vielleicht im Besondern schon angeborne Fähigkeit, sodann .. ein entwickeltes Talent das uns nöthigte auch alsdann auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, wenn .. uns eine freie Wahl zu einem Geschäft führen dürfte, zu dem uns die Natur weder Anlage noch B. verliehen GWB25
1,40,3 Wj II 11 GWBB49,141,5 Zelter 15.11.31
uö b
Hartnäckigkeit; das zähe Festhalten an etw (einem Entschluß, Vorsatz, Plan, einer Überzeugung, Meinung uä), gelegentl idVbdg ‘B. auf, an’; vereinzelt mit negativem Akzent: Eigensinnigkeit, Trotz, als Charakterzug auch iSv Starrheit Die B. eines original Irrenden kann uns erzürnen; die Hartnäckigkeit der Irrthumscopisten macht verdrießlich und ärgerlich GWBN4,105,26 FlH VI [
betr Benutzung des zoolog Kabinetts in Jena] hiebey die letzten .. Expeditionen welche .. zu erlassen waren, um eine Anordnung, die schon seit 27 Jahren für nothwendig geachtet wird, endlich abzuschließen .. Wenn ich mir keine große Thätigkeit zuschreiben mag, so kommt mir meine B. manchmal komisch vor GWBB25,249,13 Voigt 2.4.15 Das Angenehmste, was Sie mir .. melden können, ist Ihre B. an Wallenstein und Ihr Glaube an die Möglichkeit einer Vollendung GWBB11,263,19 Schiller 15.11.96 Die B. auf dem Besitz .. gibt uns in manchen Fällen die größte Energie. Diesem Eigensinn bin ich die Rettung meines Hauses [
bei einem Brand] schuldig GWB24,223,9 Wj I 12 Newtons Charakter würden wir unter die starren rechnen .. wir behaupten: er sei als .. Beobachter in einen Irrthum gefallen und habe als Mann von Charakter .. seine B. eben dadurch am kräftigsten bethätigt, daß er diesen Irrthum .. bis an sein Ende fest behauptet, ja immer mehr .. sich bemüht ihn auszubreiten .. und gegen alle Angriffe zu schützen GWBN4,101,7 FlH VI GWBB11,36,22 Voigt 3.3.96 GWB22,102,26 Lj IV 16 GWB47,3,14 PropylEinl InhVerz GWB25
1,176,14 Wj III 8 DjG
34,283,18 RAnw [19.8.74]
uö vgl zu a GWB
Anhaltsamkeit GWB
Ausdauer GWB
Beständigkeit GWB
Dauer GWB
Geduld GWB
Konsequenz GWB
Kontinuation GWB
Kontinuität Pertinenz Standhaftigkeit Stetigkeit zu b GWB
Eigensinn GWB
Hartnäckigkeit Starrheit Starrsinn 1) zur Bedeutungsgeschichte des Begriffes ‘Beharrlichkeit’ in der Moralphilosophie seit der Antike vgl Hist Wb Philos 1,814 2) Nach BSuphan (GJb16,1895,20ff) handelt es sich bei diesem ‘Portrait’ um eine Selbstdarstellung G-s.Dorothea Weiss-Schäfer D. W.-S.