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linkisch

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

linkisch

linkisch

link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘innere, untere Seite’) (von Stoffen, Wäschestücken), übertragen ‘ungeschickt, unbeholfen’, politisch ‘zur Linken gehörend’ (s. unten Linke), mhd. linc, lenc ‘link, linkisch, unwissend’, mnd. nl. link, dazu ahd. lenka ‘die Linke, linke Hand’ (8. Jh.). Herkunft ungewiß. Mit schwed. (mundartlich) slinka ‘lose hängen, schlottern’, (älter) linka ‘hinken, lahm gehen’, aind. laṅgaḥ ‘lahm’ zu ie. *(s)leng-, einer nasalierten Form der unter Laken (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’? Oder im Sinne von ‘gebogen, schief’ (im Gegensatz zu recht ‘gerade’, s. d.) verwandt mit lenken, Gelenk (s. d.)? Mhd. linc verdrängt ahd. winistar (8. Jh.), auch substantiviert ‘die Linke’, mhd. winster ‘link’, wozu asächs. winistar, aengl. winstre, afries. winstere, anord. vinstri, schwed. vänster, dän. venstre ‘link’. Dies gehört mit ahd. wini ‘Freund’ sowie Wonne, wohnen, Wunsch, gewinnen (s. d.) und aind. vā́maḥ ‘link’ (neben vāmáḥ ‘wert’) als Komparativbildung (ie. *u̯enistro-) im Sinne von ‘auf der günstigeren, besseren Seite’ (euphemistisch gebraucht, die wahre Überzeugung verdeckend) zur Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’. – Linke f. ‘linke Hand’, ahd. lenka (s. oben), frühnhd. linke; seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppierung, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die den gesellschaftlichen Fortschritt vertritt oder zu vertreten für sich in Anspruch nimmt’, im Anschluß an frz. la gauche ‘die Linke’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die fortschrittlichen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen links innehatten. linkisch Adj. ‘unbeholfen, ungeschickt’ (15. Jh., linkesch, linkes, linkiß). links Adv. ‘auf der linken Seite’ (15. Jh.), ‘politisch zur Linken gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs.
2004 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    linkischadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    linkisch adj. sinister Diefenb. gl. 250. linkes sinister voc. vrat. 1422.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Linkischadj, adv

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Linkisch , — er, — ste , adj . u. adv . so viel als link in uneigentlicher Bedeutung, für unrecht, verkehrt, ungeschickt…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    linkisch

    Goethe-Wörterbuch

    linkisch unbeholfen, ungeschickt; zweimal in Übs für frz gauche; auch mBez auf geistige Schwerfälligkeit mit der Nuance …

  4. modern
    Dialekt
    linkisch

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    linkisch leŋgš Saarl ; løŋkš MGladb-Giesenk Adj.: -händig, ungeschickt, hinterlistig, falsch [ lenkisch nach dem Nhd woh…

  5. Sprichwörter
    Linkisch

    Wander (Sprichwörter)

    Linkisch Linkisch wie ein Bauer, der höflich sein will. – Buch der Welt, 1847, S. 213 a .

  6. Spezial
    linkisch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    lin|kisch adj. ciampané (-ná, -nada), impazé (-zá, -zada), imbrané (-ná, -nada), da döes mans ciampes .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit linkisch

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von linkisch

link + -isch

linkisch leitet sich vom Lemma link ab mit Suffix -isch.

Ableitungen von linkisch (1 von 1)

unlinkisch

DWB

unlinkisch , adj. Nestroy 12, 54 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „linkisch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/linkisch/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „linkisch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/linkisch/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „linkisch". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/linkisch/pfeifer_etym.
BibTeX
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