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Ausbeute

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Ausbeute

Ausbeute

ausbeuten Vb. ‘ausschöpfen, Nutzen ziehen, durch Aneignung fremder Arbeit Profit erzielen’. Das Präfixverb (zur Etymologie s. 1Beute) begegnet im 15./16. Jh. als Ausdruck des Kriegswesens im Sinne von ‘erbeuten, Beute machen’, auch ‘Beute, Gewinn verteilen’. Daraus entwickelt sich die Bedeutung ‘Gewinn, Nutzen ziehen, ausschöpfen’; sie zielt zunächst auf Naturschätze jeder Art, gilt aber auch für das ertragreiche Ausschöpfen materieller und geistiger Werte. Im Anschluß an den marxistischen Terminus Ausbeutung (s. unten) wird ausbeuten der verbale Ausdruck für das ökonomische Verhältnis zwischen Kapitalisten und den besitzlosen Lohnarbeitern (1. Hälfte 19. Jh.) – Ausbeute f. ‘Kriegsbeute, Ertrag, Gewinn’ (16. Jh.). Ausbeutung f. ‘das Beutemachen, Verteilen der Kriegsbeute’ (16. Jh.), danach ‘Ausschöpfung, ertragreiche Nutzung’. Gleichbed. frz. exploitation wird in die Saint-Simonistische Ausbeutungstheorie übernommen und bezeichnet die ‘Ausnutzung der besitzlosen arbeitenden Klasse durch eine Minderheit von Eigentümern an Arbeitsmitteln’ (vgl. die Wendung l’exploitation de l’homme par l’homme). Mit diesem Wortinhalt wird frz. engl. exploitation zu einem geläufigen Ausdruck der französischen und englischen utopischen Sozialisten. Das Femdwort Exploitation übernehmen Marx und Engels in ihre ökonomischen Schriften; es wird seit Engels’ „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ (1845) zunehmend mit seinem dt. Äquivalent Ausbeutung wiedergegeben. Im Zusammenhang mit der Annahme eines Mehrwertes entwickeln Marx und Engels Ausbeutung zu einem zentralen Terminus der marxistischen Gesellschaftstheorie und bestimmen ihn als ‘Aneignung unbezahlter fremder Arbeit (des Mehrprodukts) durch die Eigentümer der Produktionsmittel’ in der antagonistischen Klassengesellschaft.
1789 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausbeute

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Ausbeute , plur. die -n. 1) * Gemachte Beute; jetzt veraltet. Und es war der übrigen Ausbeute, die das Kriegesvolk g…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ausbeute

    Goethe-Wörterbuch

    Ausbeute Pl A(N13,350,1) NachrBergbIlmenau [Mai 81] uö 1 ökonom a bergm: Förderertrag Ihro Hochfürstl. Durchl. .. behalt…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ausbeute

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ausbeute , im Bergwesen der reine Gewinn eines Bergbaus nach Abzug der Kosten; andere Gewerbe bedienen sich indessen des…

  4. modern
    Dialekt
    Ausbeute

    Nachträge (Rheinisch)

    Aus-beute -bidə, –y- Siegld f.: A. des Bergwerks.

  5. Sprichwörter
    Ausbeute

    Wander (Sprichwörter)

    Ausbeute Wenn man der aussbeut vnnd dem ainkommen zu vil aufflegt, so verschwindt laub vnd grass. – Henisch, 1728, 10; P…

  6. Spezial
    Ausbeute

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aus|beu|te f. (-) 1 (Gewinn, Ertrag) davagn (-s) m. , profit (-ic) m. 2 (Bergbau) sfrutamënt (-nc) m. 3 ‹fig› (Ergebnis)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausbeute

23 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ausbeute

ausbeuteln + -e

ausbeute leitet sich vom Lemma ausbeuteln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von ausbeute 2 Komponenten

aus+beute

ausbeute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ausbeute‑ als Erstglied (23 von 23)

Ausbeutebogen

DRW

ausbeute·bogen

Ausbeutebogen Zechenverzeichnis mit Angabe der zu verteilenden Ausbeute Veith,Bergwb. 38 Faksimile

Ausbeutegeld

Campe

ausbeute·geld

Das Ausbeutegeld , des — es, Mz. die — er, dasjenige Geld, welches die Gewerke als Ausbeute von den Bergwerken erhalten; der Ausbeutethaler,…

Ausbeutekux

Campe

ausbeute·kux

Der Ausbeutekux , des — es, Mz. die — e, in den Vergwerken, ein Kux, der an einigen Orten dem Schichtmeister von den Ausbeutezechen noch übe…

ausbeuteln

DWB

aus·beuteln

ausbeuteln , excernere, pollinem excutere, purgare, aus dem beutel schütteln, bei Maaler 39 d auszbütlen, nnl. uitbuidelen, uitbuilen; haupt…

ausbeuteln

FWB

1. ›den Geldbeutel leeren, alles ausgeben‹; 2. ›(Mehl) beuteln, sieben, durch ein Mehltuch oder feines Sieb laufen lassen‹

Ausbeutemünzen

Meyers

ausbeute·muenzen

Ausbeutemünzen , aus dem ersten oder einem besonders hohen Ertrag von Gold- und Silberbergwerken geprägte Münzen, z. B. Oberharzer Taler von…

ausbeuten

FWB

1. ›in Kriegen, Raubzügen Beute machen‹ (vereinzelt); ›etw. (z. B. gewonnene Beute) austeilen, verteilen‹; 2. ›den Reingewinn eines Bergwerk…

Ausbeuteschuld

DRW

ausbeute·schuld

Ausbeuteschuld ausbeuth- oder zubußschulden ... soll in 14 tagen zur bezahlung verholffen werden 1698 Span,Bergsp. 415 Faksimile

Ausbeutestock

Campe

ausbeute·stock

Der Ausbeutestock , des — es, Mz. die — stöcke, in den Bergwerken mancher Gegenden, ein eiserner Stock, in welchen das Ausbeutegeld gethan w…

Ausbeutetaler

GWB

ausbeute·taler

* Ausbeutetaler Name der im 17. Jh für die Anteilseigner des Ilmenauer Bergwerks als Dividende geprägten Münzen 1) [ üb die Ergiebigkeit des…

Ausbeutewagen

Campe

ausbeute·wagen

Der Ausbeutewagen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Wagen, auf welchem das Ausbeutegeld an Ort und Stelle geschafft wird.

Ausbeutezeit

DRW

ausbeute·zeit

Ausbeutezeit Termin der Auszahlung der Ausbeute JoachimsthalBO. 1548 I 4 Faksimile (Abschnittsbeginn)