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Ausbeute

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Ausbeute

Bd. 2, Sp. 132
Ausbeute (im Bergrecht), der Erlös aus den Grubenprodukten, der, soweit er die Ausgaben und den Bedarf des Betriebes übersteigt, in der Regel vierteljährlich an die Kuxinhaber verteilt wird. Sie kann teils als Rente, teils, da der Berg allmählich abgebaut wird, als Kapitalaufzehrung betrachtet werden. Nach gemeinem französischen wie auch nach österreichischem Recht wird die A. zu den Früchten des Bergwerks gezählt; das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 99) erklärt die A. eines Bergwerks im Gegensatze zum preußischen Landrecht ausdrücklich als Früchte desselben. Die A. unterscheidet sich durch ihre gemischte Natur von der Dividende und bildet zugleich den charakteristischen Unterschied zwischen der Aktiengesellschaft und der Gewerkschaft. Die Gewerkschaften konservieren bei der Ausbeutung nur den nötigen Betriebsfonds, nicht aber ein bilanzmäßiges Anlagekapital, wie solches die Aktiengesellschaft verlangt. Während letztere Rückzahlung des Aktieneinschusses nur unter besondern Voraussetzungen gestattet, operiert die Gewerkschaft durch Auszahlung der A. gerade entgegengesetzt, verlangt dagegen bei eintretendem Bedürfnis Zubußen, d. h. Kapitalnachzahlungen, von den Gewerken (»die Aktie verspricht, was sie nicht halten kann, der Kux ist ehrlich«). Die Form der Gewerkschaft entspricht den Zwecken des Bergbaues mehr als die der modernen Aktiengesellschaft, besonders seitdem die neuern Berggesetze durch die Mobilisierung der Kuxe die freiere Bewegung des Kapitals auch in dieser Form möglich gemacht haben. Das ältere Recht unterscheidet zwischen der A. im engern Sinn und der Verlagserstattung. Zu letzterer rechnet man die bis zur Deckung der eingezahlten Zubuße (ohne Zinsberechnung) verteilte A. Freikuxe nehmen nur an der A., nicht an der Verlagserstattung und ebensowenig an der Zubuße teil (vgl. Bergrecht).
1824 Zeichen · 19 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausbeute

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Ausbeute , plur. die -n. 1) * Gemachte Beute; jetzt veraltet. Und es war der übrigen Ausbeute, die das Kriegesvolk g…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ausbeute

    Goethe-Wörterbuch

    Ausbeute Pl A(N13,350,1) NachrBergbIlmenau [Mai 81] uö 1 ökonom a bergm: Förderertrag Ihro Hochfürstl. Durchl. .. behalt…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ausbeute

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ausbeute , im Bergwesen der reine Gewinn eines Bergbaus nach Abzug der Kosten; andere Gewerbe bedienen sich indessen des…

  4. modern
    Dialekt
    Ausbeute

    Nachträge (Rheinisch)

    Aus-beute -bidə, –y- Siegld f.: A. des Bergwerks.

  5. Sprichwörter
    Ausbeute

    Wander (Sprichwörter)

    Ausbeute Wenn man der aussbeut vnnd dem ainkommen zu vil aufflegt, so verschwindt laub vnd grass. – Henisch, 1728, 10; P…

  6. Spezial
    Ausbeute

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Aus|beu|te f. (-) 1 (Gewinn, Ertrag) davagn (-s) m. , profit (-ic) m. 2 (Bergbau) sfrutamënt (-nc) m. 3 ‹fig› (Ergebnis)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ausbeute

23 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ausbeute

ausbeuteln + -e

ausbeute leitet sich vom Lemma ausbeuteln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von ausbeute 2 Komponenten

aus+beute

ausbeute setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ausbeute‑ als Erstglied (23 von 23)

Ausbeutebogen

DRW

ausbeute·bogen

Ausbeutebogen Zechenverzeichnis mit Angabe der zu verteilenden Ausbeute Veith,Bergwb. 38 Faksimile

Ausbeutegeld

Campe

ausbeute·geld

Das Ausbeutegeld , des — es, Mz. die — er, dasjenige Geld, welches die Gewerke als Ausbeute von den Bergwerken erhalten; der Ausbeutethaler,…

Ausbeutekux

Campe

ausbeute·kux

Der Ausbeutekux , des — es, Mz. die — e, in den Vergwerken, ein Kux, der an einigen Orten dem Schichtmeister von den Ausbeutezechen noch übe…

ausbeuteln

DWB

aus·beuteln

ausbeuteln , excernere, pollinem excutere, purgare, aus dem beutel schütteln, bei Maaler 39 d auszbütlen, nnl. uitbuidelen, uitbuilen; haupt…

ausbeuteln

FWB

1. ›den Geldbeutel leeren, alles ausgeben‹; 2. ›(Mehl) beuteln, sieben, durch ein Mehltuch oder feines Sieb laufen lassen‹

Ausbeutemünzen

Meyers

ausbeute·muenzen

Ausbeutemünzen , aus dem ersten oder einem besonders hohen Ertrag von Gold- und Silberbergwerken geprägte Münzen, z. B. Oberharzer Taler von…

ausbeuten

FWB

1. ›in Kriegen, Raubzügen Beute machen‹ (vereinzelt); ›etw. (z. B. gewonnene Beute) austeilen, verteilen‹; 2. ›den Reingewinn eines Bergwerk…

AUSBEUTERKLASSE

DWB2

ausbeuter·klasse

AUSBEUTERKLASSE f. in der marxist. weltanschauung ‘ gesellschaftliche klasse, die im besitz von produktionsmitteln ist u. sich arbeitsproduk…

Ausbeuteschuld

DRW

ausbeute·schuld

Ausbeuteschuld ausbeuth- oder zubußschulden ... soll in 14 tagen zur bezahlung verholffen werden 1698 Span,Bergsp. 415 Faksimile

Ausbeutestock

Campe

ausbeute·stock

Der Ausbeutestock , des — es, Mz. die — stöcke, in den Bergwerken mancher Gegenden, ein eiserner Stock, in welchen das Ausbeutegeld gethan w…

Ausbeutetaler

GWB

ausbeute·taler

* Ausbeutetaler Name der im 17. Jh für die Anteilseigner des Ilmenauer Bergwerks als Dividende geprägten Münzen 1) [ üb die Ergiebigkeit des…

Ausbeutewagen

Campe

ausbeute·wagen

Der Ausbeutewagen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Wagen, auf welchem das Ausbeutegeld an Ort und Stelle geschafft wird.

Ausbeutezeit

DRW

ausbeute·zeit

Ausbeutezeit Termin der Auszahlung der Ausbeute JoachimsthalBO. 1548 I 4 Faksimile (Abschnittsbeginn)