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duldsam

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

duldsam

duldsam

dulden Vb. ‘leiden, ertragen’, besonders ‘zulassen’, ahd. thulten (8. Jh.), mhd. dulten, dulden ist wie mnd. dülden, mnl. nl. dulden, afries. thelda (westgerm. *þuldjan) abgeleitet von dem nur im Westgerm. existierenden Verbalabstraktum ahd. thult (9. Jh.), mhd. frühnhd. mnd. dult, aengl. þyld (gleichbed. mit den präfigierten, unter Geduld, s. unten, genannten Formen). Es gehört zu den schwachen Verben ahd. tholēn ‘erleiden, ertragen, büßen’ (8. Jh.), tholōn ‘leiden, geduldig erwarten’ (9. Jh.), mhd. doln, frühnhd. dolen (bis ins 16. Jh.), asächs. tholon, mnd. mnl. dōlen, aengl. þolian, anord. þola, schwed. tåla, got. þulan (germ. *þulēn, *þulōn). Diese Verben gehen mit lat. tollere ‘aufheben, auf sich nehmen, wegschaffen’, tolerāre ‘ertragen, erdulden’ (s. tolerieren) und griech. tlḗnai (τλῆναι) ‘ertragen, erdulden’ auf die Wurzel ie. *tel(ə)- ‘aufheben, wägen, tragen, ertragen, dulden’ zurück. In ahd. Zeit nur im südwestd. Raum belegt, dehnt sich dulden, auch als Wiedergabe des christlichen Leidensbegriffs, über das gesamte hd. Sprachgebiet aus und verdrängt das alte ēn- bzw. ōn-Verb schließlich ganz. dulden (mit durch -l- zu -d- erweichtem -t-) meint heute vorwiegend ‘etw. zulassen, gegen etw. nichts unternehmen’, während es in der Bedeutung ‘Unangenehmes durchstehen’ durch erdulden oder ertragen ersetzt wird. – Dulder m. ‘wer Unangenehmes erträgt’, zuerst von dem sein Leiden klaglos ertragenden Christus (18. Jh. Klopstock), dann (18. Jh.) auch von einem ‘der Widerwärtiges mit Ergebung trägt’. duldsam Adj. ‘geduldig, nachsichtig, tolerant’ (17. Jh.); dazu Duldsamkeit f. ‘Nachsicht, Toleranz’ (17. Jh.). Geduld f. ‘Ausdauer, Nachsicht’, ahd. githult (8. Jh.), mhd. gedult, gedulde, asächs. githuld, mnd. gedult, mnl. ghedout, selten ghedult, nl. geduld, aengl. geþyld, präfigierte Form des unter dulden (s. oben) behandelten Verbalabstraktums ahd. thult und seiner Entsprechungen. Davon abgeleitet geduldig Adj. ‘ausdauernd, nachsichtig, ruhig’, ahd. githultīg (8. Jh.), mhd. gedultec. gedulden Vb. ‘ruhig abwarten’, durch Präfix verstärktes dulden, mhd. gedulden, vgl. mnd. gedülden, aengl. geþyldian; heute wird das Verb als Ableitung von Geduld empfunden und nur reflexiv verwendet.
2214 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Duldsam

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Duldsam , -er, -ste, adj. et adv. 1) Geneigt und bereit, Widerwärtigkeiten mit Gelassenheit zu ertragen. Noch häufiger a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    duldsam

    Goethe-Wörterbuch

    duldsam a geduldig, fügsam, ergeben blieb sie .. zurückgezogen ohne Ängstlichkeit, eher d. [ patiente ] als sanftmüthig …

  3. Spezial
    duldsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    duld|sam adj. 1 (geduldig) paziënt (-nc, -a) 2 (nachsichtig) comprensif (-s, -iva) 3 (tolerant) tolerant (-nc, -a). ▬ du…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit duldsam

4 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von duldsam

duld + -sam

duldsam leitet sich vom Lemma duld ab mit Suffix -sam.

duldsam‑ als Erstglied (1 von 1)

duldsamkeit

DWB

duldsam·keit

duldsamkeit , f. nachsicht, toleranz. schlaffe duldsamkeit der beleidigungen Kant 5, 299 . ein weiser, dem erfahrung den kranz der duldsamke…

Ableitungen von duldsam (3 von 3)

erduldsam

GWB

erduldsam erträglich, von unerfreulichen Zuständen 42 1 ,57,14 Üb:Pückler,BrVerstorb Syn erträglich Ursula Werske U. W.

geduldsam

DWB

geduldsam , kräftiger als geduldig, doch selten; bei Henisch 1409, 25 als vox belg., aber schon im voc. 1482 gedultsamer oder leidsamer, tol…

Unduldsam

Campe

Unduldsam , — er, — ste , adj . u. adv . 1) Nicht duldsam, nicht Fertigkeit habend geduldig zu ertragen. Und mit gebogenem Pflug unduldsame …