Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Neffe m.
Neffe m.
Neffe m. ‘Sohn des Bruders oder der Schwester’, ahd. nevo ‘Sohn des Bruders oder der Schwester, Enkel, Nachkomme, Verwandter’ (9. Jh.), mhd. neve, nef, (md.) nebe ‘Neffe (meist der Schwestersohn), Mutterbruder, Oheim’, überhaupt ‘Verwandter, Vetter’ (besonders in der Anrede), asächs. neƀo, mnd. nēve ‘Neffe, Nichte, Kindeskind, Enkel’, mnl. nēve ‘Neffe, Enkel, Freund’, nl. neef ‘Neffe, Vetter’, aengl. nefa ‘Neffe, Enkel, Stiefsohn’ (engl. nephew aus afrz. nevou, nevo, lat. nepōs, s. unten), anord. nefi ‘Neffe, Verwandter’ lassen sich über germ. *nefan-, *nefō(d) mit aind. nápāt ‘Sprößling, Sohn, Enkel’, lat. nepōs (Genitiv nepōtis) ‘Enkel, Urenkel, Neffe, Nachkomme’, alit. nepuotis ‘Enkel, Neffe’ auf ie. *nepōt- m. ‘Enkel, Neffe’ (neben ie. *neptī- f., s. Nichte) zurückführen. Dieses ist vielleicht im Sinne von ‘Unmündiger, Schutzloser, Unselbständiger’ als Bildung zu ie. *potis ‘Herr, Gemahl’ (s. Despot) mit der Verneinungspartikel ie. *ne (s. nein) aufzufassen. Die alte Bedeutungsvielfalt im Germ. (bei Luther noch ‘Enkel, Vetter, Schwestersohn’) wird allmählich aufgegeben; gegen Ende des 18. Jhs. ist das Wort in seinem heutigen Sinn üblich.