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barbieren

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 16 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
19
Verweise raus
27

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

barbieren

barbieren

Barbier m. ‘Herrenfriseur’. Die seit dem 14. Jh. nachzuweisende, heute unübliche Berufsbezeichnung für den Bartscherer und Haarschneider, zu dessen Aufgaben in früherer Zeit auch medizinische Hilfeleistungen, namentlich kleinere chirurgische Eingriffe gehören, ist wie mnl. nl. barbier, engl. barber (über anglonorm. barber) eine Übernahme von gleichbed. afrz. frz. barbier, abgeleitet von afrz. frz. barbe ‘Bart’ (aus lat. barba; vgl. mlat. barbarius, barberius ‘Bartscherer’). Das dt. Substantiv begegnet allerdings zunächst in spätmhd. barbierer, erweitert um das für Personenbezeichnungen charakteristische Suffix -er (falls nicht neu gebildet zum erst später bezeugten Verb barbieren, s. unten), während die an das frz. Vorbild angeglichene Form Barbier, Barbir erstmals im 15. Jh. vorkommt. Barbierer bleibt daneben bis ins frühe 19. Jh. üblich. Außerdem ist ein auf Dissimilation beruhendes Balbierer (15. Jh.), Balbier m. (16. Jh.) noch im 18./19. Jh. weithin in Gebrauch und lebt in der Alltagssprache einzelner Landschaften fort. – barbieren Vb. ‘den Bart scheren, rasieren’ (15. Jh., seit dem 16. Jh. auch balbieren Vb.), zum Substantiv Barbier (s. oben), vielleicht im Anschluß an afrz. barbier, aprov. barbejar ‘rasieren’. Bereits im 16. Jh. wird barbieren, balbieren metaphorisch im Sinne von ‘übervorteilen, betrügen’ verwendet (vgl. ähnlich gebrauchte Ausdrücke aus dem Bereich des Bader- und Barbiergewerbes wie einseifen, scheren, schröpfen, zur Ader lassen); daher verstärkend jmdn. über den Löffel barbieren (bzw. balbieren), zuerst Ende des 18. Jhs. als studentische Redensart notiert; die Wendung knüpft wohl an den noch für das 19. Jh. überlieferten Kunstgriff der Friseure an, das Rasieren eingefallener Wangen dadurch zu erleichtern, daß dem Kunden ein Löffel in den Mund geschoben wird.
1812 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    barbierenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    barbieren swv. BMZ mit einer barbiere versehen Ath. j.Tit.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Barbieren

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Barbieren , verb. reg. act. den Bart abnehmen, im Niedersächsischen balbieren, Dän. balbern.

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    barbieren

    Goethe-Wörterbuch

    barbieren Bart, Haar scheren; vom Barbier [ Breme: ] Das unverständige Volk spricht viel von Bartkratzern und bedenkt ni…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Barbieren

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Barbieren , einem Wildschwein, das par force gejagt oder gehetzt werden soll, die Gewehre (Zähne) absägen, damit es den …

  5. modern
    Dialekt
    barbieren

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    barbieren Band 1, Spalte 1,920f.

  6. Sprichwörter
    Barbieren

    Wander (Sprichwörter)

    Barbieren 1. Wer barbieren will, der muss sehen, wie er die streich führet. – Henisch, 188. 2. Wer gut barbieren kann, w…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit barbieren

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Zerlegung von barbieren 2 Komponenten

bar+bieren

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Cotta, M. (2026). „barbieren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/barbieren/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „barbieren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/barbieren/pfeifer_etym. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „barbieren". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/barbieren/pfeifer_etym.
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