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Eigenheit

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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19 in 19 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Eigenheit

Eigenheit

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    eigenheitstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    eigenheit stf. eigenthümlichkeit. myst. 1,171,34.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    eigenheitF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    eigenheit , F. Vw.: s. ēgenhēt L.: Lü 92b (eigenheit)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigenheit

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Eigenheit , plur. die -en. 1) Bey einigen, besonders mystischen Schriftstellern, die ungeordnete Liebe zu sich selbs…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eigenheit

    Goethe-Wörterbuch

    Eigenheit 280 Belege 1 das Wesen, der eigentüml Charakter einer Person od Sache, auch iSv Originalität [ Egmont: ] Die K…

  5. modern
    Dialekt
    Eigenheit

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Eigen-heit f.: sonderbares Wesen. RA.: De es esu voll E.ən we de Geiss voll Köttele Köln .

  6. Spezial
    Eigenheitf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Eigenheit , f особенность , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigenheit

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von eigenheit

eigen + -heit

eigenheit leitet sich vom Lemma eigen ab mit Suffix -heit.

eigenheit‑ als Erstglied (3 von 3)

Eigenheiten

MeckWB

eigen·heiten

Eigenheiten zusammengerückt aus ut(sin) eigen Heiten aus eigenem Ermessen: ut Eigenheiten un ahn Taureden H. Schröd. Buerh. 2, 139; denn dei…

Eigenheitlich

Campe

eigenheit·lich

○ Eigenheitlich , adj. u. adv. eine Eigenheit abgebend (characteristisch). Daher das Eigenheitliche, was als Eigenheit, besondere Beschaffen…

Eigenheitswort

Campe

eigenheit·swort

◎ Das Eigenheitswort , des — es, Mz. die — wörter, in der Sprachlehre, ein Wort, das eine Eigenheit an einem Dinge bezeichnet, dergleichen W…

Ableitungen von eigenheit (1 von 1)

Ureigenheit

Campe

○ Die Ureigenheit , Mz. — en . 1) Der Zustand eines Dinges, da es ureigen ist, wie auch die Eigenschaft einer Person, da sie nur aus ihrem e…

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APA
Cotta, M. (2026). „eigenheit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/eigenheit/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „eigenheit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/eigenheit/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „eigenheit". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/eigenheit/pfeifer_etym.
BibTeX
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