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Eigenschaft

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
33 in 20 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Eigenschaft

Eigenschaft

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    eigenschaftstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    eigenschaft stf. 1. eigenthum. in den klôstern hat diu gîtikeit sô gar grôʒen übernthant gewunnen — mit symonŷe, mit eig…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigenschaft

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Eigenschaft , plur. die -en, das Hauptwort von dem Beyworte eigen, welches vermittelst der Endsylbe schaft gebildet …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eigenschaft

    Goethe-Wörterbuch

    Eigenschaft üb 800 Belege 1 einzelner Wesenszug, best Merkmal a sittlich, geistig, auch körperl [ üb ChReinhard ] Sie is…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Eigenschaft

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Eigenschaft heißt im Gegensatz zum Ding (s. d.) jede einzelne der mannigfachen Bestimmungen, welche die Vorstellung des …

  5. modern
    Dialekt
    Eigenschaft

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Eigenschaft Band 1, Spalte 148 Eigenschaft 1,148

  6. Sprichwörter
    Eigenschaft

    Wander (Sprichwörter)

    Eigenschaft 1. Die Eigenschaft 1 des Gutes ist des Baumanns, und der Zins des Herrn. – Graf, 76, 78; Grimm, Weisth., I, …

  7. Spezial
    Eigenschaft, irrelevantef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +12 Parallelbelege

    Eigenschaft , f , irrelevante признак , м , иррелевантный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigenschaft

26 Bildungen · 18 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von eigenschaft

eigen + -schaft

eigenschaft leitet sich vom Lemma eigen ab mit Suffix -schaft.

eigenschaft‑ als Erstglied (18 von 18)

eigenschaften

DWB

eigen·schaften

eigenschaften , franz. qualifier: es seien eben in diesem atmosphärischen raume gewisse geheime, concentrische kreise abgeschlossen, die sic…

EIGENSCHAFTERIN

DWB2

eigenschaft·erin

EIGENSCHAFTERIN f. mhd. eigenschefterin, -schefferin. moviertes fem. zu eigenschafter m. das armutsgelübde brechende klosterfrau: ⟨1414⟩ die…

eigenschaftguot

KöblerMhd

eigenschaft·guot

eigenschaftguot , st. N. nhd. „Eigenschaftgut“ Q.: StRWien (14. Jh.) E.: s. eigenschaft, guot (3) W.: nhd. DW- L.: DRW

eigenschaftlich

DWB

eigenschaft·lich

eigenschaftlich , proprius: ich habe nichts dagegen, wenn man die farbe sogar zu fühlen glaubt, ihr eigenes eigenschaftliche würde nur dadur…

Eigenschaftliche

GWB

eigenschaft·liche

Eigenschaftliche iSv Wesensqualität Ich habe nichts dagegen, wenn man die Farbe sogar zu fühlen glaubt; ihr eigenes E. würde nur dadurch noc…

eigenschaftlicheit

MWB

eigenschaftlich·eit

eigenschaftlicheit stF. ‘das (dem Menschen) je Eigene’ so muͦssen alle die formen von not dannan die man in allen kreften ie enphieng: das k…

EIGENSCHAFTSLOS

DWB2

eigenschaft·s·los

EIGENSCHAFTSLOS adj. abl. von 1 eigenschaft f. C 2. a meist zu 1 eigenschaft f. C 2 a zur kennzeichnung eines nicht bestimmbaren urstoffs od…

Eigenschaftswort

Pfeifer_etym

eigenschaft·swort

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘…

Eigenschaftszeichen

Campe

eigenschaft·s·zeichen

◎ Das Eigenschaftszeichen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Zeichen, welches eine Eigenschaft an einer Person oder Sache andeutet (Attribut). …

eigenschaftære

KöblerMhd

eigen·schaftære

eigenschaftære , st. M. nhd. Besitzender Hw.: vgl. mnd. ēgenscheftære* Q.: Schürebr (um 1400) (FB eigenschafter) E.: s. eigenschaft, schaftæ…

eigenschaft als Zweitglied (5 von 5)

amtseigenschaft

DWB

amts·eigenschaft

amtseigenschaft , f. vigor officii, amtliche eigenschaft, caractère officiel: der rector erschien nicht in seiner amtseigenschaft.

leibeigenschaft

DWB

leibeigen·schaft

leibeigenschaft , f. servitus perennis. Frisch 1, 600 c : sieben zeugen, die .. der leibeigenschaft frei, uber vierzehen jahr alt sein. ordn…

līpeigenschaft

KöblerMhd

līpeigen·schaft

līpeigenschaft , st. F. nhd. Leibeigenschaft Hw.: vgl. mnd. līfēgenschop Q.: Urk (2. Hälfte 14. Jh.?), WeistGr E.: s. līpeigen, schaft (2) W…

Ableitungen von eigenschaft (3 von 3)

Be=eigenschaften

Campe

○ Be=eigenschaften , v. trs. mit Eigenschaften versehen, eine Eigenschaft mittheilen; in manchen Fällen. Das Beeigenschaften.

uneigenschaft

DWB

uneigenschaft , f. , mangel an eigenthum Haltaus 1928 ; id quod uneigendlichkeit negata proprietas, obscuritas Stieler 26 . kaum lebendig. n…

ureigenschaft

DWB

ureigenschaft , f. , ursprüngliche eigenschaft: das penser ist die u. ihrer ... seele Schopenhauer br. 333 Gr.; aus diesem grunde kam er ( V…