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beruflich

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

beruflich

beruflich

berufen Vb. ‘ernennen, in ein Amt einführen’, auch (heute selten) ‘einberufen’, reflexiv ‘sich stützen, beziehen auf’, mhd. beruofen ‘zusammenrufen, ausrufen, tadeln, unzeitig und zum Unheil nennen, beschreiben, bezaubern, anklagen’, reflexiv ‘sich zusammenrufen, sich versammeln, sich beziehen auf, appellieren’ ist eine präfigierte Bildung zu dem unter rufen (s. d.) behandelten Verb; vgl. auch schwach flektierendes ahd. bi(h)ruofen ‘zusammenrufen’ (10. Jh.). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘in ein Amt einsetzen, ernennen’ ist (wie bei Beruf, s. unten) von Luthers Gebrauch beeinflußt, vgl. eyn yglicher bleybe ynn dem ruff (‘dem von Gott bestimmten Stand’), darynn er beruffen (‘von Gott eingesetzt und tätig’) ist; bistu eyn knecht beruffen, sorge dyr nicht. Der reflexive Gebrauch ‘sich auf etw. als Beweis, auf jmdn. stützen’ (15. Jh.) entstammt der Rechtssprache; daher auch ‘eine Versammlung, einen beratenden oder beschließenden Ausschuß einsetzen’, eigentlich ‘auf-, herbeirufen, vorladen’. berufen Part.adj. ‘besonders geeignet’, daher auch ‘berühmt’, eigentlich ‘in ein Amt eingesetzt’ (ebenfalls Luther 1522). unberufen Part.adj. ‘unaufgefordert, ohne Auftrag’ (2. Hälfte 15. Jh.), heute vornehmlich im Sinne von ‘unbeschrieen’ als vorbeugende Abwehrformel, eigentlich ‘ohne darüber reden zu wollen’, in der abergläubischen Furcht, wohlwollendes Reden über eine Sache gereiche dieser zum Unglück (19. Jh.). – Beruf m. ‘erlernte bzw. ausgeübte Tätigkeit, mit der jmd. seinen Lebensunterhalt verdient’ (im 17. Jh. aufkommend, im 19. Jh. voll ausgeprägt), ausgehend von älteren Verwendungen wie ‘Berufung (in ein Amt), Bestimmung (für eine Tätigkeit), Amtsausübung’ (16. Jh.; vgl. noch aus innerem Beruf), zuvor ‘Aufforderung, Bekanntmachung, Berufung (in ein Gericht), Leumund’ (15. Jh.). Auch hier wird die heutige Bedeutung durch Luther verbreitet, der Beruf, für griech. (Neues Testament) klḗsis (κλῆσις), kirchenlat. vocātio, im Sinne von ‘göttliche Berufung, christliche Bestimmung’ gebraucht, vgl. beruff zum Pfarrampt odder seel sorge. beruflich Adj. ‘den Beruf betreffend’ (Mitte 19. Jh.).
2114 Zeichen · 49 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    beruflich

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    beruflich , muneri conveniens: die berufliche thätigkeit, wirksamkeit des arztes. besser, thätigkeit im beruf.

  2. modern
    Dialekt
    beruflichAdj.

    Pfälzisches Wb.

    be-ruflich Adj. : nach dem Schd.; mei beruflichi Aaʳwet. Ich bin dort beruflich beschäfdicht [allg.].

  3. Spezial
    beruflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ruf|lich I adj. profescional (-ai, -a) II adv. profescionalmënter.

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Wortbildung

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1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von beruflich 2 Analysen

be- + ruf + -lich

beruflich leitet sich vom Lemma ruf ab mit Präfix be-, mit Suffix -lich.

Alternativen: beruf+-lich

beruflich‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „beruflich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/beruflich/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „beruflich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/beruflich/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „beruflich". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/beruflich/pfeifer_etym.
BibTeX
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