Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Benzin
Benzin
Benzin Benzol n. ‘Lösungsmittel, Treibstoff’. Beide Bezeichnungen werden etymologisch auf arab. lubān ǧāwī ‘Weihrauch aus Djawa (Java)’ zurückgeführt. Gemeint ist damit das nach Vanille riechende Baumharz verschiedener Styrax-Arten auf Sumatra (damals wohl mit Djawa verwechselt?), Benzoeharz genannt, das zur Weihrauchherstellung verwendet wird. Sache und arab. Bezeichnung werden durch den katalanischen Levantehandel vermittelt. Durch Abfall der mit dem katalan. Artikel lo verwechselten ersten Silbe (lu-) entstehen die iberoroman. Formen katalan. benjuí, port. beijoim, span. benjuí, woraus frz. bengin, benzoin, ital. belgioino (alle 15./16. Jh.). Die latinisierte Form lautet Benzoe (vgl. Benzoeharz); der Wortstamm Benz- wird Bestandteil der chemischen Fachsprache. Die 1825 vom englischen Physiker Faraday entdeckte und mit frz. bicarbure d’hydrogène bezeichnete chemische Verbindung wird von dem deutschen Chemiker Mitscherlich 1833 durch Destillation der Benzoesäure (Bestandteil des Benzoeharzes) als flüssiger Kohlenwasserstoff dargestellt und Benzin genannt (heute Benzol, s. unten). Die industrielle Herstellung erfolgt aus Steinkohlenteer, daher gilt bis Ende des 19. Jhs. dafür auch Steinkohlenbenzin. Der deutsche Chemiker Liebig jedoch ersetzt die Bezeichnung Benzin bereits 1834 durch Benzol; gebildet aus dem Stamm Benz- und der Endsilbe von Alkohol (oder vielleicht in Anlehnung an lat. oleum ‘Öl’). Für diesen, d. h. den einfachsten aromatischen Kohlenwasserstoff, setzt sich daraufhin allmählich Benzol durch, und das Wort Benzin wird frei zur Bezeichnung des aus Erdöl gewonnenen Kohlenwasserstoffgemischs, auch Petroleumbenzin (2. Hälfte 19. Jh.) genannt.