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Spielmann

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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26
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42

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Spielmann

Spielmann

Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb., ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). – spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).
3013 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spielmann

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Spielmann , des -es, plur. die -männer, und -leute, eine Person männlichen Geschlechtes, welche spielet, wo es im ge…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spielmann

    Goethe-Wörterbuch

    Spielmann [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Spielmann

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Spielmann [‘Spélm M. ; ‘Spélmə Dunzenh. ] m. 1. Musiker, der am Kirchweihfest aufspielt und dabei auf dem Spielme n bän…

  4. Sprichwörter
    Spielmann

    Wander (Sprichwörter)

    Spielmann 1. Den guten Spielmann bezahlt man für das Spiel, den schlechten, dass er aufhört. Dän. : Betal god spillemand…

  5. Spezial
    Spielmannm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Spielmann , m шпильман , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spielmann

19 Bildungen · 18 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von spielmann 2 Komponenten

spiel+mann

spielmann setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

spielmann‑ als Erstglied (18 von 18)

Spielmannbänkel

ElsWB

spielmann·baenkel

Spielma nn bänkel [ʿSpélməpakl Dunzenh. Ingenh. ] n. erhöhter Sitz für die Musikanten in den Tanzlokalen der Dörfer.

Spielmannhandwerk

DRW

spielmann·handwerk

Spielmannhandwerk, n. Tätigkeit, Gewerbe eines Spielmanns (I) bdv.: Spielleuthandwerk daß von obigen dato keiner von die spielleuth in Prag …

spielmannsbuch

DWB

spielmann·s·buch

spielmannsbuch , n. das das repertoir eines spielmanns enthält. so nannte W. Hertz eine sammlung von übersetzungen altfranzösischer versnove…

spielmannsdichtung

DWB

spielmann·s·dichtung

-dichtung , f. , vgl. darüber z. b. P. Piper spielmannsdichtung (= deutsche national-litteratur 2. 1897). Koberstein grundr. 1 5 , s. 60—65.…

spielmannsfigur

DWB

spielmann·s·figur

-figur , f. : so ist schon in den Nibelungen die helle gestalt des helden Volker, des geigers, eine spielmannsfigur. Freytag 18, 458 ;

Spielmannskram

RhWB

spielmann·s·kram

Spiel-manns-kram -- Gummb m.: verächtl. die Kleinigkeiten, die der Schmied für die Nachbarn erledigen muss.

Spielmannslohn

DRW

spiel·mannslohn

Spielmannslohn, m.? Entlohnung für einen Spielmann (I) oder mehrere Spielleute bdv.: Spielgeld (IV), Spielleutgeld vgl. Spielwein wann die v…

Spielmannsrock

PfWB

spiel·mannsrock

Spielmanns-rock m. : ' Rock eines Musikanten ', nur in der RA.: Er is Schimp un Schann gewöhnt wie e Speelmannsrock [ Hebel 17, 98].

spielmann als Zweitglied (1 von 1)

Stadtspielmann

DRW

stadt·spielmann

Stadtspielmann, m., Stadtspielleute, pl. (vereidigter) Spielmann (I) im Dienst einer Stadt (III) wie des fürsten richter op st. Ulrich sich …