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Balbier

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Balbier

Balbier

Barbier m. ‘Herrenfriseur’. Die seit dem 14. Jh. nachzuweisende, heute unübliche Berufsbezeichnung für den Bartscherer und Haarschneider, zu dessen Aufgaben in früherer Zeit auch medizinische Hilfeleistungen, namentlich kleinere chirurgische Eingriffe gehören, ist wie mnl. nl. barbier, engl. barber (über anglonorm. barber) eine Übernahme von gleichbed. afrz. frz. barbier, abgeleitet von afrz. frz. barbe ‘Bart’ (aus lat. barba; vgl. mlat. barbarius, barberius ‘Bartscherer’). Das dt. Substantiv begegnet allerdings zunächst in spätmhd. barbierer, erweitert um das für Personenbezeichnungen charakteristische Suffix -er (falls nicht neu gebildet zum erst später bezeugten Verb barbieren, s. unten), während die an das frz. Vorbild angeglichene Form Barbier, Barbir erstmals im 15. Jh. vorkommt. Barbierer bleibt daneben bis ins frühe 19. Jh. üblich. Außerdem ist ein auf Dissimilation beruhendes Balbierer (15. Jh.), Balbier m. (16. Jh.) noch im 18./19. Jh. weithin in Gebrauch und lebt in der Alltagssprache einzelner Landschaften fort. – barbieren Vb. ‘den Bart scheren, rasieren’ (15. Jh., seit dem 16. Jh. auch balbieren Vb.), zum Substantiv Barbier (s. oben), vielleicht im Anschluß an afrz. barbier, aprov. barbejar ‘rasieren’. Bereits im 16. Jh. wird barbieren, balbieren metaphorisch im Sinne von ‘übervorteilen, betrügen’ verwendet (vgl. ähnlich gebrauchte Ausdrücke aus dem Bereich des Bader- und Barbiergewerbes wie einseifen, scheren, schröpfen, zur Ader lassen); daher verstärkend jmdn. über den Löffel barbieren (bzw. balbieren), zuerst Ende des 18. Jhs. als studentische Redensart notiert; die Wendung knüpft wohl an den noch für das 19. Jh. überlieferten Kunstgriff der Friseure an, das Rasieren eingefallener Wangen dadurch zu erleichtern, daß dem Kunden ein Löffel in den Mund geschoben wird.
1812 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Balbier

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Balbier , S. Adelung Barbier .

  2. modern
    Dialekt
    Balbier

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Balbier Band 4, Spalte 1188 Balbier 4,1188

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit balbier

23 Bildungen · 22 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von balbier

balbi + -er

balbier leitet sich vom Lemma balbi ab mit Suffix -er.

Zerlegung von balbier 2 Komponenten

bal+bier

balbier setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

balbier‑ als Erstglied (22 von 22)

Balbierblatteⁿ

Idiotikon

Balbierblatteⁿ Band 5, Spalte 199 Balbierblatteⁿ 5,199

Balbierdanz

MeckWB

balbier·danz

Balbierdanz m. Barbiertanz, ein besonderer Tanz, bei dem ein Tänzer mit einem hölzernen Messer balbiert und dann mit Wasser begossen wird Ha…

balbieren

DWB

balbi·eren

balbieren , radere barbam: balbieren, klistieren und laxieren. Fr. Müller 2, 61 ; einen über den löffel balbieren; die bawren werden in dies…

balbiereⁿ

Idiotikon

balbiereⁿ Band 4, Spalte 1188 balbiereⁿ 4,1188

Balbierkännchen

PfWB

balbier·kaennchen

Balbier-kännchen n. : ' Kännchen für das Wasser zur Bereitung des Seifenschaums ', Balwierkännche [NPf bis etwa 1930].

Balbierschǟr

Idiotikon

Balbierschǟr Band 8, Spalte 1111 Balbierschǟr 8,1111

Balbierstub(en)

Idiotikon

Balbierstub(en) Band 10, Spalte 1148 Balbierstub(en) 10,1148

balbier als Zweitglied (1 von 1)