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viel

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

viel

viel

viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch voll, Fülle, fließen, fliegen, s. d.). – vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. -lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. -fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. poly-).
2271 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    vîel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    vîel s. vîol.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Viel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Viel , ein Wort, welches überhaupt eine Menge, eine große, obgleich unbestimmte Mehrheit bezeichnet, und dem wenig entge…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    viel

    Goethe-Wörterbuch

    viel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    viel

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    viel : 1. unbest. Num., wie schd., viel (fīl) [verbr. VPf (um Landau neben veel ) vordringend WPf NPf], veel (fēl) [verb…

  5. Sprichwörter
    Viel

    Wander (Sprichwörter)

    Viel 1. All ste vööl is ongesond. ( Kleve. ) – Firmenich, I, 381, 8; für Holstein: Schütze, IV, 297; hochdeutsch bei Lat…

  6. Spezial
    viel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    viel I adj. 1 (in großer Menge) tröp (tröc, -a) 2 (zahlreich) tröp (tröc, -a), n gröm, n gran numer 3 (groß) gran (gragn…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit viel

989 Bildungen · 976 Erstglied · 8 Zweitglied · 5 Ableitungen

viel‑ als Erstglied (30 von 976)

Vielfraß

SHW

Viel-fraß Band 2, Spalte 719-720

vielleicht

SHW

viel-leicht Band 2, Spalte 719-720

viellieb

SHW

viel-lieb Band 2, Spalte 719-720

vielmals

SHW

viel-mals Band 2, Spalte 719-720

vielseitig

SHW

viel-seitig Band 2, Spalte 719-720

vielzinkig

SHW

viel-zinkig Band 2, Spalte 719-720

vielachsig

DWB

vielachsig : vielachsige formen Oken naturgesch. 1, 40 . —

vielährig

DWB

viel·aehrig

vielährig : der vielährichte ( als gesellschaftsname in der fruchtbringenden Gesellschaft ) Neumark neuspross. palmbaum (1668) 290 . kurzäst…

vielästig

DWB

viel·aestig

vielästig : von Stieler (1691) im register verzeichnet; eine vielästige rispe Campe ; dasz er möge ... ein groszer, dicker vielästiger baum …

vieläugig

DWB

viel·aeugig

vieläugig Kramer teutsch-italiän. dict. (1700) 1, 44 b ; Campe ; ( man kann sagen ) vielseitig, doppelherzig, vieläugig Adelung umst. lehrge…

vielangesprochen

DWB

vielangesprochen : daher ehre ich ihre vielangesprochene zeit jahrb. d. Grillp.-ges. 3, 286. —

vielarm

DWB

viel·arm

vielarm , m. : hydra, armpolyp, polyp, vielarm Nemnich ; der name ist eine verbesserung des dem greich. nachgebildeten vielfuss ( πολύπους )…

vielarmig

DWB

viel·armig

vielarmig : unter ihren ( der ceder ) vielarmichten ästen Wieland 2, 158 krit. ausgabe; die vielköpfigen und vielarmigen götterbilder Indien…

vielartig

DWB

viel·artig

vielartig , adj. , multi generis, multigenus Steinbach 1, 40 ; viele arten unter sich begreifend Adelung ; dann aber auch ' von vieler art s…

vielartigkeit

DWB

vielartig·keit

vielartigkeit , f. , besonders nach der freieren anwendung des adj.: da indessen der menschliche verstand in aller vielartigkeit einheit suc…

vielast

DWB

viel·ast

vielast , m. , pflanzenname: liegender vielast Dietrich lex. d. gärtnerei 7, 441 .

Vielau

Meyers

vie·lau

Vielau , Dorf in der sächs. Kreis- und Amtsh. Zwickau, hat eine evang. Kirche, Steinkohlenbergbau und (1905) 4811 Einw.

vielauge

DWB

viel·auge

vielauge , n. , name eines thieres, polycelis ( art der strudelwürmer ) Brehm tierleben (1890 ff. ) 10, 211.

vielausbeutig

DWB

vielausbeutig , adj. : wie schwankend ist das wort, wie schillerig vieldeutig und eben dadurch auch wie reich und vielausbeutig Rückert werk…

vielausdrückend

DWB

vielausdrückend : so vielausdrückend die theatralische declamation seyn mag Herder 23, 560 . —

vielausduldend

DWB

vielausduldend : denn ein vielausduldender ( πολυτλήμων ) bin ich Voss Od. 18, 319 . —

vielbälgig

DWB

vielbälgig , vielbalgig : sie zerfallen in ... vielbälgige ... wenigbälgige Oken allg. naturgesch. 3, 3, 1960 ; ein schlauch oder eine vielb…

vielbändig

DWB

viel·baendig

vielbändig : vielbändige oden Morhof unterr. 1, 625 ( vgl. bd. 4, 1, 1 sp. 1727 gebende 7); aus vielen bänden bestehend, ein vielbändiges we…

vielbäuchig

DWB

viel·baeuchig

vielbäuchig : es sind eigentlich vielbäuchige ( muskeln ) mit nebeneinanderlagerung der bäuche Sömmering vom baue des menschlichen körpers (…

vielbandig

DWB

viel·bandig

vielbandig : im vielbandigen flosz einsam, mühseligkeit duldend Voss Od. 5, 33 ( ἐπὶ σχεδίης πολυδέσμου ), —

viel als Zweitglied (8 von 8)

Allzu viel

Wander

allzu·viel

Allzu viel 1. Allzu viel ist nicht genug. 2. Allzu viel ist ungesund. – Agricola, 37; Bücking, 25; Siebenkees, 10; Müller, 27, 5; Magazijn, …

Bittviel

Wander

bitt·viel

Bittviel Bittviel kriegt Lützel. – Lehmann, 66, 14.

Ebenso viel

Wander

ebenso·viel

Ebenso viel Dat is even so veel as kumm her un do'tnog mol un schêt mi wat. ( Hamburg. ) Von vergeblichem, nichts wirkendem Thun oder schlec…

gleichviel

DWB

gleich·viel

gleichviel , adj. , adv. 1 1) als eigentlicher mengen- und maszbegriff, s. gleich viel unter gleich II A 3. 1@a a) attributiv, durchweg in u…

soviel

DWB

soviel , adj. adv. , zusammenrückung aus so viel, auch getrennt geschrieben, ohne unterschied. vgl. so und viel . so vil belegt Weigand 2, 7…

Trauzuviel

Wander

trau·zuviel

Trauzuviel 1. Mit Trauzuviel hat man Verlust im Spiel. 2. Trauzuviel reit das Pferd weg. – Schuppius, I, 358.

zuviel

DWB

zuviel , adv. zur einheit geworden als adv. des grades: ich kenne in zuovil wol Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1541) d d 2 a ; so würt a…

Ableitungen von viel (5 von 5)

bevielen

DWB

bevielen , taedere, einem zu viel, lästig sein, einen verdrieszen. dies, den meisten mhd. dichtern geläufige wort ( gramm. 4, 232) ist auch …

unviel

DWB

unviel , adj. adv. , nicht viel, mhd. unvil: das wir vor unvielen dagen ... innen worden seind (1519) acten u. briefe z. kirchenpolitik Geor…

Vervielen

Campe

Vervielen , v. I) trs . viel machen, der Zahl und Menge nach sehr zunehmen machen. Stieler. II) rec . Sich vervielen , viel werden, an Zahl …

vervielung

DWB

vervielung Stieler. vervielfachen, v., erst im 18. jahrh. belegt, gleichbedeutend mit vervielfältigen, aber weniger gebräuchlich; Campe, nic…

viele

DWB

viele , f. , nach analogie der von adj. abgeleiteten abstracta gebildet ( alem. vieli). mhd. wb. 3, 314 a ; Lexer mhd. handwb. 3, 349 ; das …

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APA
Cotta, M. (2026). „viel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/viel/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „viel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/viel/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „viel". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/viel/pfeifer_etym.
BibTeX
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