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O

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DWB
Anchors
81 in 30 Wb.
Sprachstufen
13 von 16
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66

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

O

Bd. 13, Sp. 1039
O , der fünfzehnte buchstabe unseres alphabets (vor der scheidung des I und J der vierzehnte Hederich 1717), dessen ausführliche behandlung in bezug auf ursprung, quantität und vertretung anderer laute sache der grammatik ist, auf die hier unter hervorhebung des wichtigsten nur verwiesen zu werden braucht. Aventin. 1, 517, 1 lehrt es 'rotundi oris spiritu' und ebenso Ickelsamer A 6b 'mit dem athem eines runden gescheubelten munds' aussprechen. 11) das organische kurze o zerfällt in zwei hauptarten. 1@aa) wie in den übrigen europäischen westarischen sprachen ist auch im germanischen sprachstamme eine, wahrscheinlich durch einwirkung der accentuation herbeigeführte spaltung des kurzen a in e und o (goth. aí, aú) vor sich gegangen, die sich im oberdeutschen vor nachfolgendem a erhalten haben, während durch nachfolgendes i (zuweilen auch durch u) des affixes das e zu i erhöht worden ist und das o zu u sich gesenkt hat; im goth. erhielten sichundin der regel nur vor r und h und wurden im übrigen zu i und u: goth. nima nam numans; ahd. nimu nam ganoman; mhd. nim nam genomen, s. Kuhn zeitschrift 14, 440. Scherer zur gesch. d. d. spr.2 49 ff. Weinhold mhd. gr.2 § 7 und 58 ff. 1@bb) wurzelhaftes u ist im oberd. durch nachfolgendes a des affixes in o verwandelt ('gebrochen') worden, welche erscheinung am deutlichsten im partic. perf. der ablautenden verba der u-classe hervortritt (Weinhold mhd. gr.2 § 8 und 72): goth. budans, bugans, lugans u. s. w., ahd. gabotan, gabogan, galogan, mhd. nhd. geboten, gebogen, gelogen. 22) unechtes o ist aus verschiedenen lauten hervorgegangen. 2@aa) namentlich vor liquiden findet sich schon seit ahd. zeit eine trübung des a zu o, die in bestimmten fällen sich nhd. festgesetzt hat wie in dort, von, soll, trotz u. a. (Weinhold mhd. gr. § 58. 60. alem. gr. § 25. bair. gr. § 22), ferner in den präteritis ich drosch, glomm, klomm, quoll, scholl, schmolz, molk, focht; in mond hingegen ist es verdumpfung eines alten â (mânde, mânt Lexer 2, 2024). 2@bb) als vertreter von altem ë steht o in oder, woche, wol (oberd. woll gesprochen): goth. aíþþau, ahd. ëddo und odo, mhd. ode, oder und ëder (Lexer 2, 140); goth. vikô, ahd. wëhha und wohha, mhd. woche, niederrhein. weche (Lexer 3, 963); goth. vaíla, ahd. wëla und wola, mhd. wol. 2@cc) in nonne, wonne, sonne, sonst, sondern, sommer, in den präteritis wir krochen, rochen, schloffen, soffen, sotten, gossen, schossen, schmolzen, schwollen, quollen, schollen, molken, in den participien gewonnen, geronnen, geschwommen und mundartlich in vielen andern fällen (s. Weinhold alem. gr. § 24. bair. gr. § 21) ist o aus u entstanden. 2@dd) o ist verkürzt aus â in (wir) fochten, droschen; aus ô in schon, ambosz (mhd. schône, anebôʒ); aus ou in soff, schloff, roch, kroch, im mundartlichen och (auch), geloffen u. a.; aus we in komen (ahd. chwëman) u. a. Weinhold alem. gr. § 25. bair. gr. § 23. 33) der an sich unorganische umlaut ö ('der mittellaut zwischen o und e' Ickelsamer A 7a) entwickelt sich seit dem 12. jahrh. holz hölzer, stock stöcke, mochte möchte u. s. w. (Weinhold mhd. gr.2 § 61. alem. gr. § 27. bair. gr. § 25). — unechtes ö steht 3@aa) für mhd. e (theil 1, 4. 3, 3. Weinhold alem. gr. § 28. bair. gr. § 26) in dörren, hölle, ergötzen, löffel, löschen, schöpfen, geschöpf, zwölf und vielen andern; im älteren nhd. und noch mundartlich kommen derartige ö (für e und ë) viel häufiger vor als in der schriftsprache (s. zu Aventin. 4, 2, 30), z. b. hört Gengenbach gouchm. 188. 563, mör pfaffensp. 141, kröftig 94, gefört Nollh. 1009, öpfel Fischart flöhhatz (1573) 1584, wölln Ayrer 94, 4. 95, 23, nören Baumann quellen 1, 13, schröckend d. junge Göthe 1, 102, erschröcken 68. 222, schrök Schiller 3, 117, schröken 2, 43. 3, 519, schröklich 2, 67. — in der oberösterreichischen, steirischen und salzburgischen mundart kommt ö auch vor für den unbestimmten laut e in den sproszsilben, s. Weinhold bair. gr. § 27. 3@bb) als unechter umlaut statt o s. Weinhold bair. gr. § 25. 3@cc) oberpfälzisch-nürnbergisch statt i besonders vor r (störbt, wörft, gebörg u. s. w.) Weinhold bair. gr. § 26. 3@dd) statt ü in mönch, hölzern, ich quölle, schwölle u. s. w. Weinhold bair. gr. § 26. alem. gr. § 27; statt æ im conj. prät. ich drösche, föchte. 44) das lange o (ô) wird in der nhd. schrift entweder gar nicht vom kurzen o unterschieden (tod, brot, schonen, krone, grosz, stosz) oder durch oo, oh bezeichnet: moos, loos; ohr, lohn. unechtes ô entsteht 4@aa) aus o durch dehnung (schon seit dem 13. jh., s. Weinhold mhd. gr.2 § 62. 68. 74. bair. gr. § 55. alem. gr. § 43): boden, bogen, loben, trog, bohren, hohl, kohle u. s. w. 4@bb) aus â durch trübung (bair.-österr. schon seit dem 13., schwäb.-alem. seit dem 14. jh., Weinhold bair. gr. § 56. alem. gr. § 44): wo, woge, docht, montag, mohn, ohne, (arg-)wohn, dohle u. a. (mhd. wâ, wâc, tâht, mântac, mâhen, âne, wân, tâle aus tâhele); im präteritum pflog, wog, gohr entspricht es einem kurzen, im plur. pflogen, wogen, gohren einem langen a. 4@cc) aus ou durch verdichtung, die nach dem hochdeutschen lautgesetze schon seit dem 8. jh. vor h (j, w) und vor den zungenlauten dtzsrn stattgefunden hat (Weinhold mhd. gramm.2 § 109. bair. gr. § 54), alemannisch auch vor andern consonanten (alem. gr. § 42), wie noch nhd. in strom statt straum, ferner in den präteritis ich bog, flog, klob, log, schob, stob, schnob, schrob, sog, trog. 4@dd) einem alten u entspricht es in sohn (mhd. sun, md. und mnd. son) und in den präteritis wir kloben, schoben, flohen, flogen, bogen, zogen, logen, boten, froren, verloren. 55) der umlaut des langen o, dessen spuren sich bis ins 11. jh. verfolgen lassen (Weinhold mhd. gr.2 § 111), wird nhd. durch œ, Oe, gewöhnlich (wie beim kurzen o) durch ö (öh) bezeichnet: böse, lösen, trösten, löhne, höhnen. unechtes œ steht 5@aa) für kurzes ö in löblich, öl, höhle, die tröge u. s. w. (Weinhold bair. gr. § 57). 5@bb) als unechter umlaut statt ô (s. Weinhold bair. gr. § 57. mhd. gr.2 § 113). 5@cc) statt e oder ë in löwe, möwe, schwören, köder, trödel (mhd. kërder, trëdel). 5@dd) statt æ in argwöhnisch; ältere und mundartliche belege bei Weinhold alem. gr. § 46. bair. gr. § 57. 58. 5@ee) statt ü in könig, mögen, möglich, söhne, ich flöge, zöge u. s. w. 5@ff) statt franz. eu in den fremdwörtern möbel, pöbel. 66) die biblische redensart das A und O für das erste und das letzte, der anfang und das ende ist hergenommen vom griech. alphabet, in welchem ω (ô) den letzten buchstaben bildet: ich main dich, chünig, Alpha et O. H. Vintler 26; ich bin das A und O, der anfang und das ende. offenb. 1, 8; ich bin das A und O, der erst und der letzt. 1, 11, vgl. 21, 6. 22, 13; bist gott und liegst auf heu und stroh, wirst mensch und bist doch A und O. P. Gerhard 55, 39 d.; so bleibet disz das A und O vom gantzen evangelio. Zinzendorf teutsch. ged. 1, 305; und seid von herzen froh; das ist das A und O. Göthe 10, 218, vgl. 17, 64; und das ist das A und O. Chamisso (1872) 1, 169; A und O von dieses lebens psalter, trübe jugend sinds, und trübes alter. Platen 1, 85. 77) etwas o-förmiges: da that der herzog einen groszen ausruf, und machte mit dem munde ein O. Göthe 35, 168; plural: die schöne Helena, die so die nacht durchfunkelt, dasz sie die lichten O's (fiery O's), die augen dort, verdunkelt. Schlegel sommernachtstraum 3, 2; das goldene O, ein falter, der gelbe heuvogel: 'auf den hinteren flügeln ist ein weiszes auge in einem gelben ring, daher man diesen falter auch das goldene O nennt.' Oken 5, 1401.
7612 Zeichen · 245 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    o

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny) · +1 Parallelbeleg

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    oInterj.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    o , Interj. nhd. oh ne. oh Q.: W, Jur L.: Hh 78a, Rh 956a

  3. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    oInterj.

    Köbler An. Wörterbuch

    o , Interj. nhd. oh! L.: Vr 415a

  4. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    &o

    Althochdeutsches Wörterbuch · +27 Parallelbelege

    &o Gl 1,765,9 s. edo.

  5. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    O

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    O über diesen buchstaben vgl. Graff 1, 43 fg. Gr. 1 3 , 149 fg. das kurze o ist kein ursprünglicher laut, das gothische …

  6. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    o

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +9 Parallelbelege

    o, interj., bes. vor anderen Ausrufen u. in der Anrede; auch im Ausrufe angehängt, z. B. heil-o!

  7. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. O!

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. O! ein Zwischenwort, welches sehr lang ausgesprochen wird, und ein Zeichen des Stillehaltens ist. So ruft man den Pfe…

  8. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    o

    Goethe-Wörterbuch

    o , O 1 als Vokal Hier ist's, wo unter eignem Namen|Die Buchstaben sonst zusammen kamen.|Mit Scharlachkleidern angethan|…

  9. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    O

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    O , im lat. u. in den neuern Alphabeten der 15. Buchstabe, als röm. Zahlzeichen = 14. Als Abkürzungszeichen oberhalb ein…

  10. modern
    Dialekt
    o

    Elsässisches Wb. · +12 Parallelbelege

    o [ó Su. Str. K. ; ô Z. ] Ausruf des Bedauerns: † o krewe! ( frz. crevé), o jä Gott! o Jere, o Jerum! Str. O liäwer gest…

  11. Sprichwörter
    O

    Wander (Sprichwörter)

    O O hält Ross und Wagen auf. – Chaos, 567. »O ist der stärkste Buchstab, er hält Ross und Wagen auf.« [Zusätze und Ergän…

  12. Latein
    O

    Lex. musicum Latinum

    O , o 1. Markierungspunkt in Mensuren 2. Tonbuchstabe 3. Ausführungshinweis (littera significativa, ‚Romanusbuchstabe‘) …

  13. Spezial
    o, flüchtigesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    o , n , flüchtiges о , ср , беглое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit o

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Keine Komposita gefunden — o kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.