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Au

ie. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
43 in 25 Wb.
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9 von 16
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34

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Au

Bd. 1, Sp. 462
Au, ein Doppellaut, welcher vorzüglich den Fränkischen und Oberdeutschen Mundarten, besonders aber der spätern Zeiten eigen ist. Die ältesten Fränkischen und Alemannischen Schriftsteller kennen diesen unangenehmen Doppellaut zwar auch, allein er kommt doch bey ihnen sparsamer vor, als in den folgenden Zeiten; denn noch lange nach den Zeiten der Schwäbischen Kaiser sagte man in Meißen, Schwaben und Franken, so wie in Niedersachsen, Hus, Hut, Brut, lut, Lune, luzen, für Haus, Haut, Braut, laut, Laune, lauschen. Erst in der letzten Hälfte des funfzehnten Jahrhundertes, da die Oberdeutschen Mundarten überhaupt eine merkwürdige Veränderung erlitten, wurden au und eu häufiger. Indessen weichen die Oberdeutschen Mundarten in der Aussprache dieses Doppellautes gar sehr von einander ab. Die gezierte Aussprache einiger Meißnischer Gegenden verwandelt ihn bald in ein langes o, wie in Ooge, koofen, toofen, erlooben, für Auge, kaufen, laufen, erlauben, bald in ein langes e, wie in beteebt, erseefen, für betäubt, ersäufen. Die Schlesische folgt ihr hierin in einigen Wörtern nach, in andern aber lässet sie statt dessen ein oa hören, wie in Moal, soafen, für Maul, saufen, und in noch andern lässet sie nach Art der Niedersachsen das a gar weg, wie in druf, für drauf. Die Pfälzische und einige andere Rheinische Mundarten, haben in vielen Fällen noch das alte aw, oder auv beybehalten, wie in Frauven. Die Schwaben verwandeln ihn gern in ein dunkeles langes a, die Franken in ein helles gedehntes a, die rauhe Schweizerische Mundart in ou u. s. f. Die Niedersachsen, deren Mundart, überhaupt genommen, gelinder, und biegsamer ist, als die Oberdeutsche, haben diesem Doppellaute nur in sehr wenig Wörtern den Zutritt verstattet, indem sie dessen Stelle durch o, ö und u vertreten lassen, wie in lopen, köpen, Söge, Huus, Luus, up, ut, u. s. f. für laufen, kaufen, Sau, Haus, Laus, auf, aus. Einige rauhere, besonders Westphälische Mundarten kommen hierin den Oberdeutschen schon näher, und verändern wohl gar das a und o in au, wie in slaupen, jau, Braut, Baunen u. s. f. für schlafen, ja, Brot, Bohnen, welches auch einige gröbere Oberdeutsche Mundarten thun, wenn sie für[] a, o und u ein au hören lassen, und lauben, graub, Schauld, Gedauld, für laben, grob, Schuld, Geduld sprechen.
2287 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    au

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    auinterj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    au interj. , mhd. ou, nhd. au; mnl. au; ae. éa. au: Nb 127,5 [138,12]. Np 77,40. oh! ach!: Anruf zur Erregung der Aufmer…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    au

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    au = â s. Weinh. al. gr. §§ 52. 96.

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    au

    Mittelniederdeutsches Wb.

    au- s. noch ou-, ouw-.

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Au

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Au , ein Doppellaut, welcher vorzüglich den Fränkischen und Oberdeutschen Mundarten, besonders aber der spätern Zeiten e…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Au

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Au s Aue Manfred Gräfe M. G.

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Au

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Au , Pfarre (seit 1390) von 960 Seelen im innern Bregenzerwalde, hatte einige tüchtige Baumeister und Stukkators, die me…

  8. modern
    Dialekt
    au

    Bayerisches Wörterbuch · +14 Parallelbelege

    au Band 1, Spalte 1,677f.

  9. Spezial
    au

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    au [ạu] interj. ach, ach wo.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit au

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — au kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.