lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

viele

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

viele f.

Bd. 26, Sp. 217
viele, f. , nach analogie der von adj. abgeleiteten abstracta gebildet (alem. vieli). mhd. wb. 3, 314a; Lexer mhd. handwb. 3, 349; das f. tritt erst dem zum adjectiv sich umwandelnden viel zur seite, es ist zunächst hauptsächlich im schwäb.-alemannischen gebiete zu finden: agmen, vily, menge Diefenbach gloss. 18b; frequentia, eyn grosse mænnige und viele 247a; quantitas discreta, der ding zall vel fili ader mengi 477b; satietas, genugsam vel file 513c; vis, viele, menge, genugsame 622c; multitudo, vili nov. gloss. 258b; vile, multitudo; die vile haben, abundare Dasypodius; ein groszer überflusz und ein vile Frisius dict. (1556) 12b; vile (die) überflussz, wöllicherley es ioch seyge, copia, vis, abundantia, multitudo Maaler 448d; vielheit, viele f., moltitudine, quantità Krämer deutsch-ital. dict. (1678) 1137b; viele, multitudo, copia, frequentia Dentzler clavis linguae lat. (1716) 318b; Frisch 2, 400c scheint viele nur noch aus der älteren sprache zu kennen, Adelung (unter vielheit) bezeichnet es als oberdeutsch, Campe als veraltetes, aber erneuerung verdienendes wort. zur mundartlichen verbreitung vgl. Schmeller bayer. 1, 837; Unger-Khull steir. 232b; Fischer schwäb. 2, 1496 (jetzt nur von relativer vielheit, nicht absolut oder collectiv) schweiz. idiotikon 1, 777 (allgemein gebräuchlich, daneben vilni, f.). 11) viele bezeichnet das mehrfach vorhandensein, die mehrzahl im gegensatz zum einzelnsein, der einzahl, so besonders in wendungen, in denen eine relation ausgedrückt wird (vgl. den gebrauch von menge): gott urtheilt nit nach der person, zeit, vile, brauch, gewonheit Agricola sprichw. 19a; proportion der viele oder der wenigkeit unserer schüler schweiz. idiotikon 1, 778; der viele nach verkaufen, im gegensatz zur güte oder auch zum gewicht Fischer schwäb. 2, 1496. so können denn attribute zur näheren bestimmung hinzutreten: grosze vile gold und gälts; lustige vile der bücheren; maszleidige verdrüssige vile, darab einer einen unlust und widerwillen gewünt Maaler 448d; nit achten ob wenig sich weltind verbösren, so er die grössren vyle möcht behalten unverletz und unargwönig Zwingli v. freiheit d. speisen 33 neudr.; hat er kein wein, sondern frisch, kalt wasser in groser viele darzu getrunken Zimm. chron. 4, 197; leicht nimmt dann das wort eine absolute bedeutung an, bezeichnet eine grosze anzahl, grosze masse: die viele bringt's gwinnle, hat die brothändlerin g'sait und hat den batzenlaib um 1 groschen geben Fischer schwäb. 2, 1496; ähnlich im schweiz. idiotikon 1, 777; es erzellet auch Moses nach der vile und lenge quelle von 1597 ebenda; in die viele als hasardspiel des 16. jh. ebenda; ain leo ward ser krank von vily syner jar Steinhöwel Äsop. 99 lit. ver.; so die gantz häringschaar nach bey einandern, so kan man sölche von vile nit fachen Forer fischbuch 5b; in der folgenden stelle scheint der vile adverbial im sinne von in hohem masze oder etwa lange zeit zu stehen: so ist er doch in ehren und zeitlichen güeteren der vile gesessen Zimm. chron. 21, 300. 22) sehr beliebt ist im älteren nhd. die verbindung von viele mit einem genitiv, wofür schon unter 1) einige beispiele gegeben sind; viele kann relative und absolute menge, auch fülle, grösze bedeuten: die viele der gerihte Frankf. stadtb. bei Diefenbach-Wülcker 576; anguinea caterva, ein vile der schlangen Frisius dict. (1556) 198a; viele der götteren, polytheia Dentzler clavis linguae lat. (1716) 318; zahlreiche beispiele bei Fischer schwäb. 2, 1495; vgl. auch schweiz. idiotikon 1, 778; Schmidt hist. wb. d. elsässischen mundart 407b ; von vili und mengi der lüt so muoszt man die sünderin inn füren zuo sant Steffan U. v. Richental chron. d. Const. concils 142 lit. ver.; von vile der pfrunden Brant narrenschiff 32 Zarncke; ein michel fyle der fisch Geiler v. Keisersberg post. 3, 56; hierumb etlich gaistlich vorgenger leren uns nicht anders, dann die vile der werck Luther 7, 241, 28 Weim. ausg.; so lang mit weynen und seufftzen klaget, bisz er sich gantz von vile seiner zeher in einen brunnen verkeret Wickram 1, 84 lit. ver.; vor etlichen hundert jarn sein die inwonner der stat Hammeln in Westphaln mit ainer solchen grosen anzall und viele der ratzen geplagt worden Zimm. chron. 3, 274; die viele seiner wolbekleideten diener vergrösserten ihres herrn hochheit Grimmelshausen 4, 818 lit. ver.; eben die viele der schulen macht, dasz wir bissweilen schulen suchen in der schulen selbst Schupp schriften (1663) 727; alz in dem alchoran stot geschriben vom eebruch und vyle der wyben Gengenbach 102 (Nollhart 951) Gödeke; der genitiv vorausgestellt: ob schon der widerrredenden ein grosse vile ist Zwingli deutsche schriften (1828 ff.) 1, 50. 33) prägnant, grosze menge von menschen: nüt achtende desz minen, sunder der vyle, das sy behalten werdind Zwingli v. freiheit d. speisen 27 neudr.; cedendum multitudini, der vile sol man weichen Franck sprichw. 1, 15a. 44) überflusz, fülle, abundantia: denn des herren ist das erdtrich (als im xxiii. psal. stat) und alle vyle der erden Zwingli v. freiheit d. speisen 26 neudr.
5112 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    VieleDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ✱ Die Viele , o. Mz . die Vielheit, die Menge. »Sie meinen, die Viele der Bücher mache geschickt.« Narrenschiff. »Es wuc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    viele

    Goethe-Wörterbuch

    viele [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Sprichwörter
    Viele

    Wander (Sprichwörter)

    Viele 1. Bei vielen überkommt der Bettler viel. 2. Der Viele soll man weichen. – Gruter, I, 18. Lat. : Cedendum multitud…

Verweisungsnetz

11 Knoten, 7 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 7 Sackgasse 2

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit viele

56 Bildungen · 56 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

viele‑ als Erstglied (30 von 56)

Vielebchen

Campe

† Das Vielebchen , — s, Mz . gl. ein Name der Rapunzel, einer Art Baldrians (Valeriana locusta L .)

vielecht

DWB

viel·echt

vielecht , adj. : villecht, multum Diefenbach gloss. 371 a .

vielechtig

DWB

viel·echtig

vielechtig , adj. : vilechtig, mehrechtig, pluralis, plurativus Dasypodius. —

vieleck

DWB

viel·eck

vieleck , n. , verdeutschung von polygon: ' eine figur, welche mehr als vier ecken und seiten hat ' Adelung ; ebenso Campe ; von etlichen re…

vielecket

DWB

viel·ecket

vielecket : die vilecketen ( figuren ) Dürer unterweysung d. messung (1525) F 3 b ; vielecket, unnd allerley formbs Guarinonius grewel d. ve…

vieleckglas

DWB

vieleck·glas

vieleckglas , n. : als wie durch ein polyedron oder vieleckglas J. Paul werke 27/29, 41 .

vieleckicht

DWB

vieleck·icht

vieleckicht : vieleckigt, angulosus Corvinus fons latin. (1646) 57 ; vieleckicht, multangulus Steinbach 1, 315 ; die vieleckichte figur Herd…

vieleckig

DWB

viel·eckig

vieleckig ( s. unten vieleck und oben die einleitenden bemerkungen, ferner zeitschr. f. d. wortf. 14, beiheft 53): vieleckig, der vil eck od…

vieledel

DWB

viel·edel

vieledel , adj. , in gehobener sprache, zunächst auf personen bezogen, besonders in der anrede: vieledle frau, wir wollen gerne warten Tieck…

vielehe

DWB

viel·ehe

vielehe , f. , nachbildung von polygamie, s. vielmännerei, vielweiberei, beide seiten umfassend. als naturwissenschaftlicher terminus: sie l…

vieleherei

DWB

vieleherei , f. , findet sich z. b. im anhang z. allgem. d. bibl. 1—12, 965. —

vielehig

DWB

vielehig ( s. unten vielehe und oben die einleitenden bemerkungen ), übersetzung von polygam. die blüthen vielehig Röhling Deutschlands flor…

vielehrsam

DWB

viel·ehrsam

vielehrsam , adj. , im älteren stil der höflichkeit, dann gelegentlich als altmodisch aufgenommen; in verbindung mit tugendsam, auf das viel…

vielehr- und tugendbegabt

DWB

vielehr- und tugendbegabt , im älteren kanzlei- und briefstil Weise polit. redner (1677) 224 . —

vieleiig

DWB

vieleiig : der fruchtknoten vieleiig Schlechtendal flora v. Deutschland 5 23, 158. —

vieleinheit

DWB

viel·einheit

vieleinheit , f. : nur im geiste herrscht ordnung und zweck, d. h. viel-einheit, auszerhalb in körpern nur lose einheiten J. Paul werke 44, …

Vieleinig

Wander

viel·einig

Vieleinig He is nett (gerade, eben) so vileinig as 'n Imme. – Kern, 682.

Vielejœk

MeckWB

viele·joek

Vielejœk f. Krätze Schw Pinn ; hei hett de Vielejœk Pa Dobb . Bestimmungswort hd.

vielendig

DWB

viel·endig

vielendig : ein hirsch ... erfreut sich ... über seine starcke und vielendiche hörner Harsdörffer gesprechspiele 2 2, 85. hierzu vielendigke…

vielerlei

SHW

vieler-lei Band 2, Spalte 719-720

vielerfahren

DWB

viel·erfahren

vielerfahren , als wort der dichterischen sprache bei Campe ; es gehört seit dem 16 . jh. der prosa an, hat aber noch heute einen höheren kl…

Vielerfahrene

GWB

Vielerfahrene [bisher nicht publizierter Wortartikel]

vielerfüllend

DWB

vielerfüllend : und in Klopstocks bearbeitung wie grosz und vielerfüllend hätte das faktum werden können Herder 5, 366 . —

vielerhand

DWB

viel·er·hand

vielerhand , vgl. die formeln allerhand, mancherhand, gleicherhand, die von dem gebrauch von hant für art und weise ausgehen, s. hant im mhd…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „viele". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/viele/dwb?formid=V08296
MLA
Cotta, Marcel. „viele". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/viele/dwb?formid=V08296. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „viele". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/viele/dwb?formid=V08296.
BibTeX
@misc{lautwandel_viele_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„viele"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/viele/dwb?formid=V08296},
  urldate      = {2026-05-12},
}