lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Heftel

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
13

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Heftel

Heftel

1Haft f. ‘polizeilicher Gewahrsam, Gefangenschaft’. Auf das Westgerm. beschränkt sind die Feminina mhd. haft ‘Fesselung, Gefangenschaft, Befestigung’ (frühnhd. auch ‘Beschlagnahme’), mnd. hacht ‘Anspruch, Berechtigung, Haft’, wohl auch aengl. hæft ‘Gefangennahme, Haft’ und ahd. hafta ‘Verknüpfung, Griff, Gefangennahme’ (9. Jh.), mhd. hafte ‘Verknüpfung, Haft, Verwahrung, Hindernis’, mnd. hacht(e), hafte ‘Gefängnis, Haft’, anfrk. hafta ‘Gefangenschaft’, mnl. hachte ‘Gefangenschaft, Gefahr, schwierige Lage’. Daneben kennt das Germ. ein in den Verwendungen sich mit den Feminina vermischendes maskulines und neutrales Substantiv ahd. haft m. n. ‘Band, Fessel, Gefangenschaft’ (9. Jh.), mhd. haft m. ‘Band, Fessel, Knoten, Halt’ (spätmhd. auch ‘Bürgschaft’), nhd. Haft m. ‘Verbindung, Naht, Fessel, Haltevorrichtung’ (bis ins 18. Jh., vgl. dazu das Deminutivum mhd. haftel, haftelīn, heftel, heftelīn, obd. Haftel, omd. Heftel n. ‘Verschluß aus Haken und Öse’), aengl. hæft m. ‘Band, Fessel, Gefangenschaft’, anord. hapt n. ‘Fessel’ sowie ein Maskulinum mhd. haft, aengl. hæft, anord. haptr ‘Gefangener’, das sich zum Adjektiv ahd. (9. Jh.), mhd. haft ‘gebunden, gefangen’ (s. -haft) stellt. Alle diese nominalen Bildungen (und weiterhin die bei 1Heft angegebenen germ. Formen, s. d.) weisen die auch für heben und haben (s. d.) vorauszusetzende Wurzel ie. *kap- auf; sie bewahren (im Unterschied zu den genannten Verben) deren ursprüngliche Bedeutung ‘fassen’ (vgl. lat. capere ‘nehmen, fassen, ergreifen’, captīvus ‘gefangen, erbeutet’). Wohl ebenfalls an diese Gruppe anzuschließen (vielleicht als Rückbildung aus dem Verb haften, s. unten) ist der Insektenname 2Haft m. n. ‘Eintagsfliege’ (18. Jh., vgl. gleichbed. nl. haft, haf n., 17. Jh.), dessen Pluralform Hafte von Oken in die dt. zoologische Fachsprache übernommen wird (s. Eintagsfliege). Eine junge Zusammensetzung mit nhd. Haft f. ‘polizeilicher Gewahrsam’ ist Haftbefehl m. ‘schriftliche richterliche Verfügung, eine Person zu verhaften’ (2. Hälfte 19. Jh.) für älteres Haftbrief (16. Jh.). – haften Vb. ‘fest an einem Gegenstand hängen, kleben’, in der Fügung für etw., jmdn. haften ‘bürgen, einstehen, verantwortlich sein’, ahd. haftēn ‘hängen, kleben, festhalten, zugeordnet, verbunden sein’ (9. Jh.), mhd. haften ‘befestigt sein, anhängen, zugehören’, asächs. hafton ‘haften’, mnd. haften, hachten, mnl. hachten ‘haften, befestigen, gefangennehmen’ (mnd. auch ‘bürgen’). Das Verb basiert wie das unter heften (s. d.) dargestellte, anders abgeleitete gemeingerm. Faktitiv auf dem in ahd. haft ‘gebunden, gefangen’ vorliegenden germ. Adjektiv (s. -haft). Seit Mitte des 14. Jhs. ist der vor allem rechtssprachliche Gebrauch im Sinne von ‘bürgen’ bezeugt. Nur noch hierzu gehört heute das Verbalsubstantiv Haftung f. ‘Verpflichtung, für etw. oder jmdn. einzustehen’ (so seit dem 14. Jh., im älteren Nhd. auch ‘Gefangennahme’), ahd. haftunga ‘Gefangenschaft’ (um 900), mhd. haftunge ‘Gefangennahme, Haft, das Festhalten’, mnd. haftinge ‘Haft’. verhaften Vb. ‘gefangennehmen’ (17. Jh., zuvor ‘pfänden, beschlagnahmen, verbinden, befestigen’, 15. Jh.), transitivierende Präfixbildung zu haften (s. oben) anstelle von vorausgehendem mhd. frühnhd. verheften (Part. Prät. verhaft, verheftet) ‘einheften, befestigen, verbinden, vorenthalten’ (frühnhd. auch ‘festnehmen, pfänden’), dieses zu mhd. heften (s. heften); Verhaftung f. ‘Gefangennahme’ (16. Jh., zunächst auch ‘Verbindung, Befestigung’), vgl. frühnhd. verheftunge ‘Beschlagnahme’ (15. Jh.). Das Part. Prät. von verhaften verselbständigt sich im Nhd. als verhaftet Part.adj. ‘eng mit etw. verbunden, in etw. verwurzelt’ (16. Jh.). inhaftieren Vb., in der Kanzleisprache des 18. Jhs. als Synonym für verhaften aufkommend, ist eine latinisierende Bildung (mit 1in-, s. d.) zu Haft (wohl unter Einfluß der präpositionalen Fügung in Haft).
3855 Zeichen · 147 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heftelstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    heftel stn. s. heftelîn.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hêftel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Hêftel , des -s, plur. ut nom. sing. das Diminut. von Heft, für Heftlein, S. 2. Heft. Bey den Jägern wird es gemeini…

Verweisungsnetz

29 Knoten, 24 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 22 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heftel

11 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von heftel 2 Komponenten

hef+tel

heftel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

heftel‑ als Erstglied (8 von 8)

heftelgeld

DWB

heftel·geld

heftelgeld , n. trinkgeld für weibliche dienerschaft, franz. pour les épingles: einer jeden zubringerin ... eine gewisse besoldung für das h…

Heftelhaken

Campe

heftel·haken

Der Heftelhaken , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei den Jägern, Pflöcke mit Haken, die Leinen damit auf dem Boden zu befestigen.

heftelîn

Lexer

heft·elin

heftelîn , heftel stn. BMZ BMZ dem. zu haft u. hafte: spange zum zusammenhalten eines kleides, agraffe. haftelîn Apoll. 8620. 40. haftel Er.…

heftelmacher

DWB

heftel·macher

heftelmacher , m. verfertiger von hefteln. der heftelmacher sagt von sich: ich mach steckheft ausz messingdrat, fein auszgebutzt, rund, saub…

heftelīn

KöblerMhd

hefte·līn

heftelīn , st. N. nhd. „Henkellein“, Henkelchen, Spange, Gewandnadel, Verschluss für ein Kleidungsstück, Brosche, Agraffe, Schlossdrücker, k…

heftel als Zweitglied (2 von 2)

hauptheftel

DWB

haupt·heftel

hauptheftel , m. bei den jägern der vornehmste und wichtigste pflock eines treibezeuges. Jacobsson 2, 231 b .

Ableitungen von heftel (1 von 1)

Geheftel

Campe

Geheftel , des — s, s. Ge — 2. 2).