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eigens

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

eigens

eigens

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigens

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Eigens , adv. welches nur im gemeinen Leben der zweyten figürl. Bedeutung des Wortes eigen üblich ist. Mit einem eigens,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    eigens

    Goethe-Wörterbuch

    eigens vereinzelt ‘eigends’ B15,239,10 ThKestner 26.6.01 uö 1 ausdrücklich, speziell; mehrf ‘e. für jdn, zu etw’; idVbdg…

  3. modern
    Dialekt
    eigens

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    eige n s [aikəs Olti. Liebsd. ] Adv. geflissentlich, absichtlich. [Jèts màχ i s aikəs. I pe aikəs wakə tam û Olti. ] — …

  4. Spezial
    eigens

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ei|gens adv. 1 aposta, rodunt 2 (speziell) extra, spezialmënter. ▬ eigens zu diesem Zweck rodunt por chësc fin.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigens

88 Bildungen · 87 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

eigens‑ als Erstglied (30 von 87)

Eigensatz

Idiotikon

Eigensatz N. Band 7, Spalte 1539 Eigensatz N. 7,1539

eigenscalc

BMZ

eigenscalc stm. leibeigener knecht. fundgr. 1,291,8. Leys. pred. 82, 13.

eigenschätzig

DWB

eigen·schaetzig

eigenschätzig : danach verfürt und fälscht uns die ungliche der vernunft, richtagen, schöne, stärke, dasz jeder eigennützig und eigenschätzi…

eigenschaft

DWB

eigen·schaft

eigenschaft , f. proprietas. 1 1) servitus, knechtschaft, dienstbarkeit: in dieselben höf gehörtend etlich lüt affert (?) in beiden kilchenh…

eigenschaft

FWB

1. ›Grundbesitz, in privatem Besitz befindliches Grundstück, Gut, über das der Eigentümer eine umfassende, rechtlich abgesicherte Verfügungs…

eigenschaften

DWB

eigen·schaften

eigenschaften , franz. qualifier: es seien eben in diesem atmosphärischen raume gewisse geheime, concentrische kreise abgeschlossen, die sic…

EIGENSCHAFTERIN

DWB2

eigenschaft·erin

EIGENSCHAFTERIN f. mhd. eigenschefterin, -schefferin. moviertes fem. zu eigenschafter m. das armutsgelübde brechende klosterfrau: ⟨1414⟩ die…

eigenschaftguot

KöblerMhd

eigenschaft·guot

eigenschaftguot , st. N. nhd. „Eigenschaftgut“ Q.: StRWien (14. Jh.) E.: s. eigenschaft, guot (3) W.: nhd. DW- L.: DRW

eigenschaftlich

DWB

eigenschaft·lich

eigenschaftlich , proprius: ich habe nichts dagegen, wenn man die farbe sogar zu fühlen glaubt, ihr eigenes eigenschaftliche würde nur dadur…

Eigenschaftliche

GWB

eigenschaft·liche

Eigenschaftliche iSv Wesensqualität Ich habe nichts dagegen, wenn man die Farbe sogar zu fühlen glaubt; ihr eigenes E. würde nur dadurch noc…

eigenschaftlicheit

MWB

eigenschaftlich·eit

eigenschaftlicheit stF. ‘das (dem Menschen) je Eigene’ so muͦssen alle die formen von not dannan die man in allen kreften ie enphieng: das k…

EIGENSCHAFTSLOS

DWB2

eigenschaft·s·los

EIGENSCHAFTSLOS adj. abl. von 1 eigenschaft f. C 2. a meist zu 1 eigenschaft f. C 2 a zur kennzeichnung eines nicht bestimmbaren urstoffs od…

Eigenschaftswort

Pfeifer_etym

eigenschaft·swort

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘…

Eigenschaftszeichen

Campe

eigenschaft·s·zeichen

◎ Das Eigenschaftszeichen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Zeichen, welches eine Eigenschaft an einer Person oder Sache andeutet (Attribut). …

eigenschaftære

KöblerMhd

eigen·schaftære

eigenschaftære , st. M. nhd. Besitzender Hw.: vgl. mnd. ēgenscheftære* Q.: Schürebr (um 1400) (FB eigenschafter) E.: s. eigenschaft, schaftæ…

Eigenschatten

RhWBN

eigens·chatten

Eigen-schatten (s. S.) Sol-Stdt m.: Selbstschatten eines Gegenstandes, des menschl. Körpers.

eigens als Zweitglied (1 von 1)

selbsteigens

DRW

selbst·eigens

selbsteigens, adv. persönlich vgl. selbsteigen (III) [dass] der mann in solchen standt geriete, dz er seinen sachen selbst aigens nicht nach…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „eigens". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/eigens/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „eigens". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/eigens/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „eigens". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/eigens/pfeifer_etym.
BibTeX
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