Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
vertauschen
vertauschen
tauschen Vb. ‘etw. für etw. anderes geben’ (16. Jh.), vgl. älteres mhd. vertūschen (14. Jh.), frühnhd. vertauschen (15. Jh.), s. unten. Das Verb geht zurück auf mhd. tūschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tiuschen (s. täuschen), also eigentlich wohl ‘einem (im Handel) in betrügerischer Absicht etw. aufschwatzen, durch Unterschiebung von etw. Falschem sein Spiel mit jmdm. treiben’. Ein Bedeutungsübergang zu ‘Waren wechseln, handeln’ und damit eine semantische Trennung der Verben mhd. tūschen und tiuschen dürfte sich bereits im Mhd. anbahnen, vgl. mhd. rostūschen ‘Pferdehandel treiben’, rostūscher ‘Pferdehändler’ (s. 1Roß). – Tausch m. ‘Handlung, Vorgang des Tauschens, Tauschgeschäft’ (16. Jh.), vgl. älteres tūschbrief (Mitte 15. Jh.) gegenüber mhd. tūsch ‘Spaß, Gespött, Schelmerei, Täuschung, Betrug’; Rückbildung aus dem Verb. Tauschhandel m. (Anfang 18. Jh.). vertauschen Vb. ‘austauschen, auswechseln, versehentlich mitnehmen, verwechseln’, mhd. vertūschen ‘vertauschen’ (ohne betrügerischen Nebensinn).