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Gleiche

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gleiche

Gleiche

gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. – Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f., mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).
4766 Zeichen · 171 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Gleiche

    Adelung (1793–1801) · +12 Parallelbelege

    1. Die Gleiche , plur. die -n, in einigen Gegenden Oberdeutschlandes, für das Gleich, d. i. das Gelenk. Zuweilen auch so…

  2. modern
    Dialekt
    Gleichen.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gleiche n. : ' ebenes Gelände, Ebene '. FlN: uf'm Gleiche [ KU-Lauteck RO-Würzw KB-Dannfels ]; vgl. Platte 1 a. In Ortsn…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleiche

54 Bildungen · 51 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

gleiche‑ als Erstglied (30 von 51)

gleichecke

DWB

gleich·ecke

gleichecke , f. , im plur. von gleichen winkeln, s. d. folgende wort und ecke 3, teil 3, 22: ein gleichstehender oder abhangender strich, de…

gleicheckig

DWB

gleich·eckig

gleicheckig , -eckicht, adj. 1) ' gleichwinklig ', s. gleich II B 1 ( vgl. schon: nun will ich anzeygen wie man auff eyner ebnen gleych ecke…

gleichehig

DWB

gleichehig , adj., 'homogamus ... wenn in dem nämlichen blüthenstande nur blüthen gleichen geschlechtes vorkommen' Bischoff wb. d. beschr. b…

gleichehlich

DWB

gleichehlich , adj. , wie das vorige, s. Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 454 . —

gleichempfindend

DWB

gleich·empfindend

gleichempfindend , part. adj. , ' gleichfühlend ' s. Campe 2 (1808) 396 b : das bedürfnisz, sich an gleichgesinnte und gleichempfindende anz…

gleichempfindung

DWB

gleich·empfindung

gleichempfindung , f. : vergebens fühlt kein edler den leisen zug des ferngeliebten, rühret sein sanftes herz im lied des unbekannten dichte…

Gleichempfunden

Campe

○ Gleichempfunden , adj . u. adv . auf gleiche Weise empfunden, von gleichem Gefühle zeugend. — denn in der Mitternacht Kaltem Hauche begegn…

Gleichenberg

Meyers

gleichen·berg

Gleichenberg , Badeort in Steiermark, Bezirksh. Feldbach, 317 m ü. M., 16 km südlich von der Station Feldbach der Staatsbahnlinie Graz-Fehri…

gleichenbusch

DWB

gleichen·busch

gleichenbusch , m. , ' strausz zum richtfest ', s. o. 1 gleiche 6: der Peter ist beim forsthausbau vorarbeiter geworden und sagt, wie sie de…

Gleichen (die)

Wander

gleichen·die

Gleichen (die) 1. Ain yeder sucht seins gleichen. – Agricola II, 156. Frz. : Chacun quiest son semblable. ( Leroux, II, 198. ) Port. : Cada …

gleichendig

DWB

gleich·endig

gleichendig , adj. als mathematischer ausdruck, wohl im sinn von ' gleichwinklig ': wenn der cubus mit der wurtzl noch einmal multipliciret …

gleichendung

DWB

gleich·endung

gleichendung , f. , ' reim ': dardurch die gebundenen reden an eine gewisse zahl der wortglieder und gleichendung der schlusglieder, ... geb…

gleichengicht

DWB

gleichen·gicht

gleichengicht , f. , zu 2 gleich, n., ' gelenk ': das podagra oder die hand-, fusz- und gleichengicht Oswald Croll basilica chymica (1684) 3…

gleichenheit

DWB

gleichen·heit

gleichenheit , f. : und noch viel mehr andere arten ( eines spiels ), nachdem es die personen und gleichenheit leiden will Harsdörffer fraue…

Gleicheniaceae

Herder

Gleicheniaceae , Farrenkräuter mir gefiedertem Wedel, meist gabelig verästelt, mit stiellosen Keimbehältern auf dem Rücken der Wedel, längli…

Gleichenĭazeen

Meyers

Gleichenĭazeen , Familie der Farne (s. d., S. 337).

gleichenig

DWB

gleichenig , adj. , ' gelenkig ' s. gleichnig.

gleichenlos

DWB

gleichen·los

gleichenlos , adj. , gelegentlich im 19. jh., als adjektiv für das attributiv nicht verwendbare ohne, sonder gleichen, s. o. sp. 7950 und gl…

Gleichen-Rußwurm

Meyers

Gleichen-Rußwurm , 1) Emilie von , Schillers jüngste Tochter, geb. 25. Juli 1804 in Weimar, 9 1 / 2 Monate vor dem Tode des Vaters, gest. 25…

gleichens

DWB

gleich·ens

gleichens , im rhein. als präpos., s. gleichen , adv., ende. —

gleichenteil

DWB

gleich·enteil

gleichenteil , m. , in alter formel auf gleichenteil teilen: dasz wir das miteinander hieszen arbaiten, und tailen auf gleichentail, als ber…

Gleichentfernt

Campe

gleich·entfernt

Gleichentfernt , adj . u. adv . gleiche Entfernung habend, in gleicher Entfernung (aequidistant ). S. Gleichweit .

gleiche als Zweitglied (1 von 1)

nachtgleiche

DWB

nacht·gleiche

nachtgleiche , f. eine erst von Adelung verzeichnete übersetzung des latein. aequinoctium ( mhd. ebennaht Lexer 1, 503 a ): nachtgleiche wir…

Ableitungen von gleiche (2 von 2)

ungleiche

DWB

ungleiche , f. , mangel an gleiche ( s. d. ) und i. a. deren gth. ahd. ungelîchî. für dissimilitudo, inaequalitas, diversitas, discrimina Fr…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gleiche". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gleiche/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gleiche". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gleiche/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gleiche". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gleiche/pfeifer_etym.
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