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holdselig

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

holdselig

holdselig

hold Adj. ‘geneigt, günstig gesinnt, zugetan’, auch (seit dem 18. Jh.) ‘anmutig, lieblich, bezaubernd’. Das Adjektiv ahd. hold (8. Jh.), mhd. mnd. holt ‘geneigt, zugetan, gnädig, treu, ergeben, dienstbar’, asächs. afries. aengl. hold, mnl. hout, anord. hollr, schwed. dän. huld, got. hulþs (germ. *hulþa-) bezieht sich im Mittelalter besonders auf das gegenseitige Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann und bedeutet daher einerseits ‘gnädig, geneigt’, andererseits ‘treu ergeben’. Dazu gehören das Abstraktum Huld (s. d.) und die Substantivierungen ahd. holdo m. (9. Jh.), mhd. holde m. ‘Freund, Geliebter, Diener, Dienstmann’, holde f. ‘Freundin, Dienerin’, die auch übernatürliche Wesen (Geister, Dämonen, mythische Gestalten) bezeichnen können, vgl. mhd. die guoten holden ‘Hausgeister’, des tievels holde ‘Höllengeister’, ferner Unhold (s. unten) und Frau Holle. Das Adjektiv führt im Sinne von ‘geneigt’ mit der unter Halde (s. d.) dargestellten Wortgruppe auf die Wurzel ie. *k̑el- ‘neigen’. – abhold Adj. ‘nicht gewogen, abgeneigt, feindlich gesinnt’, mhd. abholt. holdselig Adj. ‘reizend, lieblich, anmutig’ (15. Jh.), Zusammensetzung aus hold und -selig (s. d.) und früher als das Simplex (s. oben) auf die Anmut der Erscheinung bezogen; dazu Holdseligkeit f. (16. Jh.). Unhold m. ‘böser, furchterregender Geist des Volksglaubens, Teufel, Ungeheuer, roher, gewalttätiger Mensch’, asächs. unholdo, mhd. unholde ‘der Ungeneigte, Böse, Feindselige, Dämon, Teufel’, aengl. unholda, got. unhulþa sowie die fem. Formen ahd. unholda (8. Jh.), mhd. unholde (wofür im 17. Jh. Unholdin neben Unhold f.), got. unhulþō sind Substantivierungen des heute selten gebrauchten Adjektivs unhold ‘böse, feindselig, unfreundlich, abgeneigt’, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. unhold, mhd. unholt ‘nicht geneigt, feindlich, feindselig’. Unhold bezeichnet ursprünglich ein ‘dämonisches Wesen’, im christlichen Sinne den ‘Teufel’, heute einen ‘bösartigen Menschen’, oft einen ‘Sittlichkeitsverbrecher’.
1993 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Holdsèlig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Holdsèlig , -er, -ste, adj. et adv. von hold und der Ableitungssylbe selig, S. dasselbe. 1) So fern hold geneigt bedeute…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    holdselig

    Goethe-Wörterbuch

    holdselig in Flexion auch synkopiert a anmutig, liebreizend, auch: von großer Huld, Gnade; einmal im Anruf findet es ein…

  3. Sprichwörter
    Holdselig

    Wander (Sprichwörter)

    Holdselig Holdselig ist besser als goldselig. – Parömiakon, 248. Eine tugendhafte Frau hat höhern Werth als eine reiche.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit holdselig

4 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von holdselig

hold + -sel + -ig

holdselig leitet sich vom Lemma hold ab mit Suffixen -sel und -ig.

Zerlegung von holdselig 2 Komponenten

hold+selig

holdselig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

holdselig‑ als Erstglied (2 von 2)

holdseligkeit

DWB

holdselig·keit

holdseligkeit , f. 1 1) holdseliges wesen: holdsäligkeit, amabilitas, affabilitas, comitas, decor, festivitas, lepor, urbanitas. Maaler 230 …

holdseliglich

DWB

holdselig·lich

holdseliglich , adv. : holdsäligklich, affabiliter, amabiliter, blande, facete ... Maaler 230 c ; sie lebten mit yederman .. holtseligklich.…

Ableitungen von holdselig (2 von 2)

unholdselig

DWB

unholdselig , adj. adv. , gth. v. holdselig, seitenstück zu unhold. 1) unhold 1 (2 a) entsprechend, inamabilis ( Dasypodius ), morosus, diff…

unholdseliglich

DWB

unholdseliglich , adv. , gth. v. holdseliglich: invenuste, illepide Frisius, Maaler ; point amiable Hulsius-Ravellus 378 a . veraltet. —