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Obmann

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Obmann

Obmann

1ob Präp. ‘wegen, auf Grund’, heute ungebräuchlich, jedoch bis ins jüngere Nhd. noch in gehobener oder altertümelnder Ausdrucksweise; die ursprüngliche Funktion der aus einem lokalen Adverb hervorgegangenen Präposition, ein räumliches Verhältnis anzugeben (‘oberhalb von’, vgl. den Ortsnamen Rothenburg ob der Tauber), ist nur im Schweiz. länger bewahrt, während sich sonst nahe verwandtes über (s. d.) durchsetzt. Reste des adverbiellen Gebrauchs begegnen im präfixartigen ersten Glied nominaler und verbaler Komposita (s. unten). Ahd. oba (8. Jh.), mhd. ob(e) Adv. ‘oben, oberhalb’, Präp. ‘über, oberhalb von’, aengl. ufe- (in ufeweard Adj. ‘aufwärts gerichtet, ansteigend, höher, später’, Subst. ‘Oberteil, Außenseite’), anord. of Präp. Adv. ‘auf, über, durch, zwischen, wegen, gegen’, got. uf Präp. ‘unter’ gehen wie aind. úpa ‘gegen, hin, zu’, apers. upā̌ ‘hin, bei, in’, griech. hypó (ὑπό) Präp. ‘unter’, hýpo (ὕπο) Adv. ‘unten’, lat. sub Präp. ‘unter’ auf ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. auch auf) zurück. – Obacht f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung, Vorsicht’ (Anfang 17. Jh.), namentlich im Obd. verbreitete Zusammensetzung mit 2Acht (s. d., daneben älteres Aufacht, zuerst 16. Jh.); heute vor allem in der Fügung Obacht geben ‘achtgeben, aufpassen’ (19. Jh., älter auch etw. in Obacht nehmen, halten, 17. Jh.); dazu beobachten Vb. ‘(über einen längeren Zeitraum) aufmerksam und genau betrachten, im Auge behalten, einhalten, sorgfältig beachten’ (Mitte 17. Jh., bis Ende des 18. Jhs. auch obachten), im wissenschaftlichen Sprachgebrauch häufig für lat. observāre, frz. observer (s. Observatorium). Obdach n. ‘(vorübergehende) Unterkunft, Bleibe’, ahd. obthah ‘Dach, schützende Einfriedung’ (10. Jh.), mhd. ob(e)dach ‘Dach, Unterkunft, Schutz, Überzug, Baumkrone’, im jüngeren Nhd. meist auf die Sphäre gehobenen Stils beschränkt; dazu von der Verwaltungssprache ausgehendes obdachlos Adj. ‘wohnungslos, ohne Bleibe’ (2. Hälfte 19. Jh., vgl. Asyl für Obdachlose, Ende 19. Jh., Obdachlosenasyl, 20. Jh.). Obhut f. ‘fürsorgliche Beaufsichtigung’ (Mitte 17. Jh.), intensivierende Zusammensetzung mit 2Hut f. (s. d.). Obmann m. ‘wer anderen übergeordnet ist, sie vertritt, Anführer, Vorsteher, Vertrauensmann’, auch ‘Schiedsrichter’, mhd. obeman; im Rechtswesen des 19./20. Jhs. Bezeichnung für den Vorsitzenden und Sprecher der Geschworenen. Als Pluralform steht Obleute (seit Ende 14. Jh.) neben Obmänner. obliegen Vb., heute nur geläufig in unpersönlicher Verwendung etw. obliegt jmdm. ‘etw. ist jmds. (dienstliche) Aufgabe’ (so seit Ende 19. Jh., zuerst obd.; älter etw. liegt jmdm. ob, um 1600), früher ebenfalls jmd. obliegt einer Sache, liegt einer Sache ob ‘jmd. beschäftigt sich mit einer Sache, befleißigt sich ihrer’ (16. Jh.), wohl nach den entsprechenden Gebrauchsweisen von lat. incumbere ‘sich worauf legen, werfen, auf jmdm. lasten’ (spätlat. ‘jmds. Aufgabe sein’); voraus geht ahd. oba liggen ‘obenauf liegen’ (9. Jh.), mhd. obe (ge)ligen ‘oben liegen, die Oberhand gewinnen, siegen, überwinden’, noch fortlebend in frühnhd. obliegen, dann im Nhd. in diesen Bedeutungen nicht mehr üblich. Zum Verb im neueren Sinne stellt sich Obliegenheit f. ‘Aufgabe, Pflicht’ (Ende 17. Jh., den seit Beginn des 16. Jhs. gebräuchlichen substantivierten Infinitiv das Obliegen ablösend). Veraltende Bildungen sind obsiegen Vb. ‘den Sieg davontragen’ (15. Jh.) und obwalten Vb. ‘die Herrschaft ausüben, lenken, leiten’, dann ‘herrschen, vorhanden sein’ (18. Jh.), die höchstens noch in gewählter Rede vorkommen, ferner vorwiegend kanzleisprachliche Partizipialadjektive wie obgedacht, obgemeldet, obberührt (16. Jh.), obgenannt (18. Jh.) ‘oben erwähnt’.
3700 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Obmann

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Obmann , des -es, plur. die -männer, ein im Hochdeutschen großen Theils veraltetes Wort, welches aus dem alten ob, a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Obmann

    Goethe-Wörterbuch

    Obmann iSv Anführer, Wortführer [ mBez auf die Wiener ‘Jahrbücher der Literatur’ ] frage..an: ob einige Mittheilungen de…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Obmann

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Obmann , der Vorsteher eines Ausschusses; bei einem Schiedsgerichte von 2 Personen die 3., den Stichentscheid gebende.

  4. modern
    Dialekt
    Obmannm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Obmann m. Hauptperson in einer bestimmten Gruppe: N. wir Obmann (de öbberste Hannelsmann) in Tessin Ro Tess ; vgl. Obber…

  5. Sprichwörter
    Obmann

    Wander (Sprichwörter)

    Obmann Er will der Obmann in der Karte sein. – Nass. Schulbl., XIV, 5.

  6. Spezial
    Obmann

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ob|mann m. (-[e]s, ...männer/...leute) (Präsident) presidënt (-nc) m. , surastant (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit obmann

5 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

obmann‑ als Erstglied (3 von 3)

Obmannamt

DRW

obmann·amt

Obmannamt, n. in Zürich: Amtsstelle, auch Amtsgebäude eines Obmanns (VI) verwalter des obmanambts 16./17. Jh. Herzog,EhelGüterrZürich 127 15…

obmannschaft

DWB

obmann·schaft

obmannschaft , f. das schiedsrichterliche amt Haltaus 1440 (15. jahrh. ). Stieler 1239 , vgl. obermannschaft : alsdan soll derselb obman .. …

обманный

RDWB2

обманный действовать обманным путём - mogeln; schwindeln; schummeln; betrügen; nach Strich und Faden betrügen idiom. ; j-n hintergehen жулик…

obmann als Zweitglied (2 von 2)

Schaumeisterobmann

DRW

schaumeister·obmann

Schaumeisterobmann, m. Vorsteher der Mühlbeschauer vgl. Obmann (III) es soll auch ein jeder miller ... sobald er ein knecht oder gesind anst…

Stadtobmann

DRW

stadt·obmann

Stadtobmann, m. wie Stadtvorsteher der stattobmann ist fürgesetzt über alle amptleüt vnd gewaͤlt 1566 Pegius,CodJust. 132v Volltext (und Fak…