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vielleicht

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

vielleicht

vielleicht

viel Indef.pron. Adv. Adj. ‘eine große Menge oder Anzahl, zahlreich, sehr, bedeutend’, ahd. filu (8. Jh.), mhd. vil(e), asächs. filo, filu, mnd. vēl(e), mnl. vēle, nl. veel, aengl. feolu, fela, anord. (nur in Zusammensetzungen) fjǫl-, got. filu ist ursprünglich ein substantiviertes Adjektiv (germ. *felu-, neutraler u-Stamm). Es wird daher im Sinne von ‘große Menge’ unflektiert als Substantiv gebraucht (viel hilft viel) und kann dabei einen abhängigen Genitiv bei sich haben (viel Aufhebens). Bei Nominativen und Akkusativen erhält viel den Charakter eines Indefinitpronomens bzw. eines unbestimmten Zahlworts (viel Geld, viel Erfreuliches), in Verbindung mit Verben entwickelt sich adverbieller Gebrauch (viel arbeiten). Schließlich nimmt viel adjektivische Flexion an (viele Leute, vielen Dank). Außergerm. Verwandte sind aind. purū- ‘viel, reichlich’, griech. polýs (πολύς) ‘viel’, lat. plūs ‘mehr’, air. il ‘viel’, so daß von ie. *pelu-, *pḷlu- ‘Menge, viel’, eigentlich ‘füllend’, ausgegangen werden kann, einer Weiterbildung der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plē- ‘gießen, fließen, aufschütten, (ein)füllen’ (wozu auch voll, Fülle, fließen, fliegen, s. d.). – vielerlei indeklinabel ‘in großer Anzahl und von verschiedener Art, viele verschiedene Dinge’ (16. Jh.); s. -lei. vielfach Adj. ‘viele Male so groß, in gleicher Form oder Art viele Male vorkommend, vielfältig, häufig’ (15. Jh.); s. -fach. Vielfalt f. ‘das Vorhandensein in vielen Arten, große Mannigfaltigkeit’, Rückbildung (Ende 18. Jh.) zu älterem vielfältig (s. unten), zuerst in Gegensatz zu älterem Einfalt. vielfältig Adj. ‘durch Vielfalt gekennzeichnet, mannigfaltig’ (15. Jh.); zu -fältig (s. falten). vervielfältigen Vb. ‘vermehren, vergrößern’ (17. Jh.), älter vielfältigen (16. Jh.); heute speziell ‘einen Text auf mechanischem Wege mehrfach herstellen’. vielleicht Adv. ‘möglicherweise, gegebenenfalls, etwa, gefälligst’, mhd. vil līhte ‘sehr leicht, vermutlich, möglicherweise’. vielmehr Konj. ‘sondern, im Gegenteil, richtiger’, in frühnhd. Zeit (15. Jh.) zusammengerückt aus mhd. vil mēr(e) ‘in noch höherem Grade’, ahd. filu mēr. Vielweiberei f. ‘eheliche Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen’ (Ende 17. Jh.), nach gleichbed. griech. polygamía (πολυγαμία), spätlat. polygamia (s. poly-).
2271 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vielleicht

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Vielleicht , adverb. welches gebraucht wird, die Möglichkeit einer Begebenheit oder eines Satzes zu begleiten. Vielleich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vielleicht

    Goethe-Wörterbuch

    vielleicht [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    vielleichtAdv.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    vielleicht Adv. : wie schd., vielleicht, -scht (fileiχd, -šd), in schneller Rede: veleicht und vleicht [WPf NPf verbr. D…

  4. Sprichwörter
    Vielleicht

    Wander (Sprichwörter)

    Vielleicht 1. Fillichte, segged se te Hüsten. ( Hemer in der Grafschaft Mark. ) – Frommann, III, 254. 2. Vielleicht sind…

  5. Spezial
    vielleicht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    viel|leicht adv. magari, forsc, al pó ester, bonamënter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vielleicht

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von vielleicht 2 Komponenten

viel+leicht

vielleicht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vielleicht‑ als Erstglied (4 von 4)

vielleichter

DWB

viel·leichter

vielleichter , adv. , im sinne von vielleicht s. dieses unter 1: so wurd er villeichter auszgeschlossen werden ( fortasse excludetur Ad. 119…

vielleichtig

DWB

viel·leichtig

vielleichtig , adj. , von vielleicht, forte abgeleitet und dessen sinne folgend: seine werke mit allen vielleichtigen irrungen briefe von un…

vielleichtsam

DWB

vielleicht·sam

vielleichtsam , ableitung von vielleicht, forte, als adv. aus dem 16. jh. bezeugt bei Fischer schwäb. 2, 1498 .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „vielleicht". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vielleicht/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „vielleicht". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vielleicht/pfeifer_etym. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „vielleicht". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vielleicht/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_vielleicht_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„vielleicht"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-19},
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