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Anlauf

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Anlauf

Anlauf

laufen Vb. ‘(zu Fuß) gehen, rennen, fließen’. Für das gemeingerm. reduplizierende Verb ahd. (h)loufan (8. Jh.), mhd. loufen, asächs. -hlōpan, mnd. mnl. lōpen, nl. lopen, aengl. hlēapan ‘laufen, treten, tanzen’, engl. to leap ‘springen, hüpfen’, anord. hlaupa ‘laufen, springen’, schwed. löpa ‘laufen’, got. ushlaupan ‘aufspringen’ sind ie. Verwandte nicht mit Sicherheit nachzuweisen; eine (lautlich mögliche) Verbindung mit lit. šlubúoti ‘lahmen, hinken’ bzw. klùpti ‘niederknien, stolpern’ befriedigt semantisch nicht. Seebold 261 sieht Anknüpfungsmöglichkeiten in lit. keliáuti ‘wandern, reisen’, griech. kéleuthos (κέλευθος) ‘Weg, Pfad, Bahn, Reise’. Dann vielleicht über eine Erweiterung ie. *keleu- ‘wandern, Weg’ zur Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ (s. halten)? Die Vorstellung größerer Schnelligkeit tritt in neuerer Sprache vielfach zurück, so daß laufen für gehen eintreten kann. In nhd. Zeit wird laufen häufig auf Bewegungen von Fahrzeugen und Maschinen und speziell von Flüssigkeiten bezogen. – Lauf m. ‘das Laufen, Verlauf, Flußlauf, Bein des Haarwilds’, auch ‘Rohr von Handfeuerwaffen’ (vgl. Gewehrlauf), ahd. (h)louf (9. Jh.), mhd. louf, mnd. lōp, mnl. nl. loop ‘Gang, Lauf, Verlauf’, anord. hlaupr ‘Sprung’ führen auf germ. *hlaupa-, daneben (mit anderer Stammbildung) aengl. hlīep ‘Sprung’, anord. hlaup n. ‘Sprung, Lauf, Galopp (des Pferdes)’. Im Dt. auch das ti-Abstraktum germ. *hlaufti- mit ahd. (h)louft (8. Jh.), mhd. louft, nhd. (älter) Lauft, erhalten in Zeitläufte (s. unten). Läufer m. ‘wer (gut) läuft, Sportler einer Laufdisziplin, langer Teppich’, ahd. (h)loufāri (um 800), mhd. loufære, löufære ‘Bote, Rennpferd’. Zeitläufte Plur. ‘Zeitabschnitte mit ihren Ereignissen’ (18. Jh.), Zusammensetzung mit Lauft m., das im Anschluß an ahd. (h)louft (9. Jh.), mhd. louft im älteren Nhd. neben Lauf (s. oben) gebraucht wird; daneben Zeitlauf m., seit dem 17. Jh. bezeugt und im Sing. wie im Plur. verwendet. läufig Adj. ‘brünstig’, besonders von Hunden (15. Jh.), mhd. löufec, löufic ‘gangbar, bewandert, gerieben’, noch bis ins 18. Jh. im Sinne von ‘häufig vorkommend, gebräuchlich’ (wofür dann geläufig). geläufig Adj. ‘häufig vorkommend, allgemein bekannt, vertraut, fließend, perfekt’ (17. Jh.). beiläufig Adj. ‘wie zufällig, nebenher’, (südd.) ‘ungefähr’ (um 1500), daneben frühnhd. auch beiläuftig (15. Jh.). landläufig Adj. ‘üblich, allgemein bekannt’, frühnhd. lantlöufig, auch ‘im Lande umgehend’ (15. Jh.). vorläufig Adj. ‘nicht endgültig, einstweilig’ (17. Jh.), eigentlich ‘vorher-, vorausgehend’. ablaufen Vb. ‘weglaufen, abfließen, zu Ende gehen, sich ereignen, seinen Verlauf nehmen’, mhd. abeloufen; Ablauf m. ‘das Ablaufen, Abfluß(graben), Verlauf’, mhd. abelouf. anlaufen Vb. ‘sich in Bewegung setzen, anstürmen, ansteuern, beginnen, beschlagen, zunehmen’, ahd. ana(h)loufan (9. Jh.), mhd. aneloufen; Anlauf m. ‘das Anlaufen, Beginn, Anstoß’, ahd. ana(h)louf (10./11. Jh.), ana(h)louft (8. Jh.), mhd. anlouf ‘Ansturm, Angriff’. auflaufen Vb. ‘auf Grund laufen, aufgehen, anwachsen’, mhd. ūfloufen, auch ‘einen Auflauf bilden, anschwellen’; Auflauf m. ‘Zusammenlaufen einer erregten Menschenmenge’, mhd. ūflouf; ‘überbackene Speise’ (19. Jh.). auslaufen Vb. ‘herausfahren, zu Ende gehen, aufhören’, mhd. ūʒloufen, auch ‘hinauslaufen, entlaufen’; Auslauf m. ‘das Auslaufen, Strecke hinter dem Ziel’, mhd. ūʒlouf ‘Auszug, Durchfall, Ruhr’. belaufen Vb. ‘anlaufen, beschlagen’, sich belaufen auf ‘betragen’, mhd. beloufen, auch ‘durchlaufen, überlaufen’. einlaufen Vb. ‘kleiner werden, ankommen, eingehen’ (17. Jh.). Einlauf m. ‘Ankunft am Ziel, Darmspülung’, frühnhd. ‘Einfall, das Eindringen’ (16. Jh.). überlaufen Vb. ‘desertieren, überfließen’, mhd. überloufen, auch ‘treffen, befallen, übergehen, auslassen, durchlaufen’; Überläufer m. ‘Deserteur’ (15. Jh.), mhd. überloufer ‘wer etw. kurz behandelt, abtut’. verlaufen Vb. ‘ablaufen, vergehen, verirren’, ahd. fir(h)loufan ‘vorauslaufen, überholen’ (9. Jh.), ‘vergehen’ (um 1000), mhd. verloufen, auch ‘vorüberlaufen, sich begeben, sich abnützen’; Verlauf m. ‘Ablauf, Entwicklung, Vorgang’ (15. Jh.). zerlaufen Vb. ‘auseinandergehen, -fließen’, ahd. zi(h)loufan ‘herab-, auseinanderlaufen’ (8. Jh.), mhd. zerloufen, auch ‘vergehen’. Laufbahn f. ‘Bahn für Wettrennen’ (17. Jh.), ‘Werdegang, Berufsweg’ (seit dem 18. Jh. als Verdeutschung von Karriere, s. d.). Lauffeuer n. ‘Feuer (zur Fernzündung), das sich über einen Strich ausgeschütteten Pulvers bewegt’ (17. Jh.), in der Wendung wie ein Lauffeuer (sich ausbreiten) ‘sehr schnell’; in jüngerer Zeit als ‘sich schnell (über trockenes Laub und Gras hin) ausbreitendes Feuer’ aufgefaßt (vgl. schweiz. Laubfeuer). Laufgraben m. ‘zum Schutz vor Geschossen angelegter Graben’ (16. Jh.). Laufpaß m. ‘Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende, der die freie Bewegung innerhalb eines Landes zusichert’ (18. Jh.), heute noch in der Wendung jmdm. den Laufpaß geben ‘jmdn. wegschicken’. Laufzettel m. zunächst (17. Jh.) wie jüngeres Laufpaß, dann ‘Zettel an Werkstücken zur Eintragung bestimmter Arbeitsgänge, Zettel, der durch eine Reihe von Büros läuft’.
5139 Zeichen · 193 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Anlauf

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Anlauf , des -es, plur. die -läufe, von dem folgenden Verbo, so wohl die Handlung des Anlaufens, als auch dasjenige,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Anlauf

    Goethe-Wörterbuch

    Anlauf a gelegentl noch in konkr Bed des Laufens in Richtung auf etw, jdn: als feindl Angriff Das Schicksal unsrer Gegen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Anlauf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Anlauf , in der Baukunst das Verbindungsglied zweier gerader Theile, wenn deren Unteres weiter hervortritt als das Obere…

  4. modern
    Dialekt
    Anlaufm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    An-lauf m. : wie schd., Aaⁿlaaf, -lääf, z. B. zum Sprung [verbr.]; vgl. Anrand . Rhein. V 202 ; Bad. I 56 .

  5. Sprichwörter
    Anlauf

    Wander (Sprichwörter)

    Anlauf 1. Auf Einen Anlauf geht keine Festung über. 2. Ein Anlauf nimmt keine Feste. 3. Guter Anlauf, guter Sprung. Frz.…

  6. Spezial
    Anlauf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    An|lauf m. (-[e]s, Anläufe) 1 (Schwung) sbunf m. 2 (Ansturm) assalt (-lc) m. 3 ‹fig› (Ansatz) scomenciamënt (-nc) m. , a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anlauf

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

anlauf‑ als Erstglied (14 von 14)

Anlaufchens

PfWB

An-laufchens n. : Klickerspiel, bei dem der Klicker so geschoben wird, daß er an einen andern anstößt, Aaⁿlaafsches [ ZW-O'hs , 1961 unbekan…

anlaufen

DWB

anlaufen , assilire, incurrere, offendere, nnl. aanloopen, an einen, an etwas laufen, von gewässer und flut ( wie angehen), wider den berg a…

anlaufen

FWB

1. ›wo eintreffen, (an einer bestimmten Stelle) ankommen‹; 2. ›jm. zu Ohren kommen, zugetragen werden‹; 3. ›auf verbotenem Gelände laufen, w…

Anlaufer

DRW

Anlaufer -äu- Angreifer onlawffer 14. Jh. SchemnitzStR. 12 Faksimile solchen anläufern und beschädigern 1595 Wusterwitz 79 SiebbWB. I 135

Anlaufnehmen

Campe

anlauf·nehmen

Das Anlaufnehmen , des — s, o. Mz. die Handlung, da man einen Anlauf nimmt, z. B. über etwas zu springen. Auch uneigentlich. »Die Hastigkeit…

ANLAUFPUNKT

DWB2

anlauf·punkt

ANLAUFPUNKT m. 1 punkt, von dem aus der sportliche anlauf begonnen wird: 1970 ich .. stehe plötzlich am anlaufpunkt ... andere, wenn sie bes…

Anlaufrad

Campe

anlauf·rad

Das Anlaufrad , des — es, Mz. die — räder, in Schlagtaschenuhren ein Rad, welches dazu dient, die schnelle Wirkung der Uhrfeder beim Schlage…

Anlaufzeit

LDWB2

anlauf·zeit

An|lauf|zeit f. (-,-en) 1 (Anfangszeit) tëmp inizial m. 2 ‹fig› (Eingewöhnungszeit) tëmp da se ausé ite m.