Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Brennessel
Brennessel
Nessel f. Name für Vertreter der Pflanzenfamilie der Nesselgewächse (meist für verdeutlichendes Brennessel, s. unten), ahd. neʒʒila (10. Jh.), mhd. neʒʒel, asächs. netila, mnd. nettele, mnl. nētele, nētel, netle, nl. netel, aengl. netele, netle, netel, engl. nettle, schwed. (mundartlich) nättla, norw. netla sind Bildungen mit deminutivem l-Suffix (germ. *natilō-) zu einem in ahd. naʒʒa ‘Nessel’ (9./10. Jh.), anord. nata ‘Speer’, schwed. (mundartlich) natä, norw. nata ‘Nessel’ belegten Substantiv (germ. *natō-), das als Bezeichnung für diese alte Gespinstpflanze im Sinne von ‘Zusammengedrehtes, Gesponnenes’ vielleicht mit griech. adíkē (ἀδίκη) ‘Nessel’ (wenn aus *ṇdikā) und lit. nõterė, notrė͂ ‘Nessel’, nõtrynė ‘Brennessel’ auf ie. *ned- (s. Netz, nesteln) bzw. (für die lit. Formen) *net- ‘zusammendrehen, knüpfen’ zurückgeführt werden kann, Dentalerweiterungen der unter nähen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’. Dazu Taubnessel (um 1500, s. d.) und Brennessel f. (16. Jh.). – Nesselgarn n. aus den Fasern von Nesselgewächsen hergestelltes Garn (16. Jh.). Nesseltuch n. aus Nesselgarn (heute meist aus ungebleichter Baumwolle) hergestelltes grobes Gewebe (17. Jh.), verkürzt Nessel m. (19. Jh.).