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Dulder

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Dulder

Dulder

dulden Vb. ‘leiden, ertragen’, besonders ‘zulassen’, ahd. thulten (8. Jh.), mhd. dulten, dulden ist wie mnd. dülden, mnl. nl. dulden, afries. thelda (westgerm. *þuldjan) abgeleitet von dem nur im Westgerm. existierenden Verbalabstraktum ahd. thult (9. Jh.), mhd. frühnhd. mnd. dult, aengl. þyld (gleichbed. mit den präfigierten, unter Geduld, s. unten, genannten Formen). Es gehört zu den schwachen Verben ahd. tholēn ‘erleiden, ertragen, büßen’ (8. Jh.), tholōn ‘leiden, geduldig erwarten’ (9. Jh.), mhd. doln, frühnhd. dolen (bis ins 16. Jh.), asächs. tholon, mnd. mnl. dōlen, aengl. þolian, anord. þola, schwed. tåla, got. þulan (germ. *þulēn, *þulōn). Diese Verben gehen mit lat. tollere ‘aufheben, auf sich nehmen, wegschaffen’, tolerāre ‘ertragen, erdulden’ (s. tolerieren) und griech. tlḗnai (τλῆναι) ‘ertragen, erdulden’ auf die Wurzel ie. *tel(ə)- ‘aufheben, wägen, tragen, ertragen, dulden’ zurück. In ahd. Zeit nur im südwestd. Raum belegt, dehnt sich dulden, auch als Wiedergabe des christlichen Leidensbegriffs, über das gesamte hd. Sprachgebiet aus und verdrängt das alte ēn- bzw. ōn-Verb schließlich ganz. dulden (mit durch -l- zu -d- erweichtem -t-) meint heute vorwiegend ‘etw. zulassen, gegen etw. nichts unternehmen’, während es in der Bedeutung ‘Unangenehmes durchstehen’ durch erdulden oder ertragen ersetzt wird. – Dulder m. ‘wer Unangenehmes erträgt’, zuerst von dem sein Leiden klaglos ertragenden Christus (18. Jh. Klopstock), dann (18. Jh.) auch von einem ‘der Widerwärtiges mit Ergebung trägt’. duldsam Adj. ‘geduldig, nachsichtig, tolerant’ (17. Jh.); dazu Duldsamkeit f. ‘Nachsicht, Toleranz’ (17. Jh.). Geduld f. ‘Ausdauer, Nachsicht’, ahd. githult (8. Jh.), mhd. gedult, gedulde, asächs. githuld, mnd. gedult, mnl. ghedout, selten ghedult, nl. geduld, aengl. geþyld, präfigierte Form des unter dulden (s. oben) behandelten Verbalabstraktums ahd. thult und seiner Entsprechungen. Davon abgeleitet geduldig Adj. ‘ausdauernd, nachsichtig, ruhig’, ahd. githultīg (8. Jh.), mhd. gedultec. gedulden Vb. ‘ruhig abwarten’, durch Präfix verstärktes dulden, mhd. gedulden, vgl. mnd. gedülden, aengl. geþyldian; heute wird das Verb als Ableitung von Geduld empfunden und nur reflexiv verwendet.
2214 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dulder

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Dulder , des -s, plur. ut nom. sing Fämin. die Dulderinn, ein von einigen neuern Schriftstellern versuchtes Wort, Pe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dulder

    Goethe-Wörterbuch

    Dulder Bedrängnis, Verfolgung Ertragender, iZshg mit christl Leidensbereitschaft (als Motiv der bildKunst) 34 2 ,27,15 K…

  3. modern
    Dialekt
    Duldērn.

    Westfälisches Wb.

    Dul-dēr n. a) wildes, tobendes Tier. — b) unbeherrschte, verrückte Person (WMWB).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dulder

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von dulder

duld + -er

dulder leitet sich vom Lemma duld ab mit Suffix -er.

Zerlegung von dulder 2 Komponenten

dul+der

dulder setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dulder‑ als Erstglied (6 von 6)

dulderin

DWB

duld·erin

dulderin , f. die sanfte dulderin Gotter 1, 269 . ein unsichtbarer regen von schlummerdüften stärkt der schönen dulderin mattschlagend herz …

duldermiene

DWB2

dulder·miene

duldermiene f. : 1786 Schubart s. ged. ( 1787 ) 2,140. 1912 Falke ges. dicht. 4,124. wehleidiges gesicht: 1906 Kröger nov. ( 1914 ) 1,118.

duldersinn

DWB

dulder·sinn

duldersinn , m. 'die zeit entflieht, drum musz ich eilen' sprach sie mit bangem duldersinn J. Fr. Kind Gedichte.