Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Postulat
Postulat
postulieren Vb. ‘unbedingt fordern, verlangen, als Bedingung stellen’ (Anfang 15. Jh.), in der Philosophie ‘ein Postulat aufstellen, etw. vorläufig als wahr annehmen’ (18. Jh., s. unten Postulat), entlehnt aus lat. postulāre ‘verlangen, begehren, erwarten, fordern’, auch ‘vor Gericht fordern, gerichtlich belangen’; zu lat. poscere ‘fordern, verlangen, forschen, fragen’ (verwandt mit forschen, s. d.). – Postulat n. ‘unbedingte (sittliche) Forderung’ (Anfang 15. Jh.), in der Philosophie ‘logische, methodische oder erkenntnistheoretische Annahme, These, die nicht (oder noch nicht) bewiesen werden kann’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus lat. postulātum ‘Forderung, gerichtlicher Antrag, Gesuch’, dem substantivierten Neutrum des Part. Perf. von lat. postulāre (s. oben).