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eigentlich

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

eigentlich

eigentlich

eigen Adj. ‘jmdm. (als Besitz) gehörend’, dann ‘einer Person oder Sache ausschließlich zukommend, für sie charakteristisch’ und daher auch ‘von besonderer Art, seltsam’, ahd. eigan (8. Jh.), mhd. eigen, asächs. ēgan, mnd. ēgen, mnl. eighen, eighijn, nl. eigen, afries. ēgen, ēin, aengl. āgen, engl. own, anord. eiginn, schwed. egen (got. nur aigin n. ‘Eigentum’, s. unten Eigen), ursprünglich Part. Prät. eines gemeingerm. Präteritopräsens mit der Bedeutung ‘haben, besitzen’, ahd. eigan, mhd. (vereinzelt) eigen, asächs. ēgan, aengl. āgan, engl. to own, anord. eiga, schwed. äga, got. *aigan (1. Pers. Sing. aih mit grammatischem Wechsel). Diesem Verb zugrundeliegendes germ. *aig-, *aih- (s. auch Fracht) steht im Ablautverhältnis zu aind. ī́śē (wohl einem ursprünglich reduplizierenden Perfekt *i-iś-ai) ‘hat zu eigen, besitzt, beherrscht’ und läßt sich mit diesem sowie awest. aēšā- ‘Vermögen, Können, Habe, Eigentum’, toch. B aik- ‘kennen, wissen’ auf eine Wurzel ie. *ēik̑- oder *eik̑- ‘zu eigen haben, vermögen’ zurückführen. Absolute Verwendung des partizipialen Adjektivs ‘in Besitz befindlich’ findet sich (in bezug auf Personen) noch in mhd. eigen ‘unfrei’ (wozu leibeigen, s. Leib). – Eigen n. ‘Eigentum, Grundbesitz’, ahd. eigan (9. Jh.), mhd. eigen. Die gemeingerm. Substantivierung der neutralen Form des Adjektivs ist auch erhalten in Wendungen wie zu eigen haben, sich zu eigen machen, sein eigen nennen, etw. ist sein eigen, wo eigen jetzt adjektivisch aufgefaßt wird. eigens Adv. ‘besonders, ausdrücklich’ (17. Jh.), zum Adjektiv eigen mit adverbialem -s gebildet (bis Mitte 19. Jh. auch eigends mit dentalem Gleitlaut). eigentlich Adj. ‘ursprünglich, wirklich’, als Adverb ‘in Wirklichkeit, genaugenommen’ und häufig partikelhaft ‘denn, überhaupt’, mhd. eigenlich Adj. ‘eigentümlich, eigen, leibeigen, ausdrücklich’, eigenlīche Adv. ‘als Eigentum, ausdrücklich, bestimmt’; Einfügung des Gleitlauts -t- (wie z. B. in öffentlich, ordentlich, s. d.) vereinzelt schon mhd. und allgemein im Frühnhd. Eigenheit f. ‘auffällige Besonderheit’, mhd. eigenheit ‘Eigenschaft, Eigentümlichkeit’, frühnhd. selten, in pietistischen Schriften des 17./18. Jhs. als ‘Ichbezogenheit, auf die eigene Person gerichteter Sinn’ abgelehnt, seit Ende des 18. Jhs. verbreiteter, besonders im Sinne von ‘Originalität’. Eigenschaft f. ‘charakteristisches Merkmal, Wesenszug’, ahd. eiganscaft (Hs. 12. Jh.), mhd. eigenschaft ‘Eigentum, Eigentümlichkeit’, mhd. auch ‘Leibeigenschaft’; alle diese Bedeutungen noch frühnhd., daneben entsteht aus ‘Eigentümlichkeit’ vom Mhd. an der heutige Sinn; dazu Eigenschaftswort n. als Verdeutschung für Adjektiv (s. d.) von Adelung (1781) eingeführt (statt Beiwort, Gueintz 1641, Gottsched 1730). Eigentum n. ‘was jmdm. gehört’, juristisch (im Unterschied zu Besitz, s. d.) ‘was jmds. rechtlicher Verfügungsgewalt unterliegt’, mhd. eigentuom ‘Eigentum, Besitz’; dazu Eigentümer m. ‘wer rechtmäßig über etw. verfügen kann’ (15. Jh.) und eigentümlich Adj. ‘für eine Person oder Sache charakteristisch’, auch ‘seltsam, merkwürdig’ (16. Jh., zuvor, seit 15. Jh.) ‘jmdm. als Besitz gehörend’. Eigenbrötler m., auch Eigenbrödler ‘Sonderling, Einzelgänger’, literatursprachlich seit dem ersten Viertel des 19. Jhs., zuvor im Alem. ‘einen selbständigen Haushalt führender Junggeselle’ (ursprünglich ‘wer selbst sein Brot bäckt’, vgl. mhd. eigen brōt ‘eigenes Hauswesen’ und frühnhd. einbrodig ‘sein eigenes Brot, seinen eigenen Herd habend’, 15. Jh.). Eigenname m. Benennung eines Individuums, besonders ‘Personenname’; als Kompositum zuerst im 16. Jh. bezeugt (für lat. nōmen proprium, s. auch Name). eigensinnig Adj. ‘auf der eigenen Meinung beharrend, starrköpfig’, spätmhd. eigensinnec ‘aus eigenem Entschluß, freiwillig’; wohl daraus rückgebildet ist Eigensinn m. ‘Starrköpfigkeit’ (vereinzelt vom 16. Jh. an neben der Fügung eigen Sinn, verbreitet seit Anfang 18. Jh.).
3894 Zeichen · 131 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    eigentlichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    eigentlich , Adj. nhd. eigentümlich, eigen, leibeigen, bestimmt, besondere, ureigen Vw.: s. über- Hw.: s. eigenlich; vgl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eigentlich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Eigentlich , adj. et adv. welches vermittelst der Endsylbe lich von dem Beyworte eigen gebildet worden. 1) * Eigenthümli…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    eigentlich

    Goethe-Wörterbuch

    eigentlich üb ein Viertel der fast 3000 Belege adj; häufig Superl u ‘ganz e.’ A adj; überwiegend attr, selten subst 1 jd…

  4. modern
    Dialekt
    eigentlich

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia eigentlich eigentlich, ausdrücklich, genau: 'de hantdeder sint dem rychter unde rade van den dhorwardern eghent…

  5. Spezial
    eigentlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ei|gent|lich I adj. 1 (wirklich) dër(t) (dër(c), dërta) 2 (tatsächlich) vëi, real (reai, -a) 3 efetif (-s, -iva) 4 (ursp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eigentlich

8 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

eigentlich‑ als Erstglied (3 von 3)

¹EIGENTLICHKEIT

DWB2

eigentlich·keit

DWB2 1 EIGENTLICHKEIT f. DWB2 abl. von eigentlich adj., adv. G 1. voraus geht die spätmhd. -heit- var. eigentlicheit ‘ genaue nachricht; sic…

eigentlich als Zweitglied (3 von 3)

uneigentlich

DWB

uneigentlich , adj. adv. , gegentheil von eigentlich. mhd. uneigen(t)lich, unaigelich; mnl. oneigenlike; nl. oneigen(t)lijk, oneigenlik, one…

ureigentlich

DWB

ureigentlich , adv. , ganz eigentlich (ur- C 4 a): im allgemeinen ist der Steirer ja stolz auf sein Steirerthum. aber dessen sich u. bewuszt…

übereigentlich

KöblerMhd

übereigentlich , Adj. nhd. alle Eigentümlichkeiten überragend Q.: Tauler (vor 1350) (FB übereigentlich) E.: s. über (1), eigentlich W.: nhd.…

Ableitungen von eigentlich (2 von 2)

uneigentlich

DWB

uneigentlich , adj. adv. , gegentheil von eigentlich. mhd. uneigen(t)lich, unaigelich; mnl. oneigenlike; nl. oneigen(t)lijk, oneigenlik, one…

ureigentlich

DWB

ureigentlich , adv. , ganz eigentlich (ur- C 4 a): im allgemeinen ist der Steirer ja stolz auf sein Steirerthum. aber dessen sich u. bewuszt…