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Einkehr

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Einkehr

Einkehr

1kehren Vb. ‘etw. in eine bestimmte, namentlich die entgegengesetzte Richtung drehen, wenden’, seit Beginn der Überlieferung außerdem in reflexivem und (wohl durch Ersparung eines Akkusativobjekts entstandenem, heute unüblichem) intransitivem Gebrauch ‘die Gegenrichtung einschlagen, sich umwenden’, ahd. kēren (9. Jh.), gikēren (8./9. Jh.), mhd. (ge)kēren ‘(um)wenden, eine Richtung geben, sich wenden’ (mhd. und frühnhd. auch allgemeiner ‘eine Richtung einschlagen, sich begeben’) hat nur im Kontinentalwestgerm. sichere Verwandte, vgl. asächs. kērian, mnd. (ge)kēren, aostnfrk. kēron, mnl. kēren, nl. keren, afries. kēra ‘kehren, wenden’. Bei Annahme eines grammatischen Wechsels germ. *kaisjan, *kaizjan lassen sich diese Formen mit anord. keisa ‘biegen, zusammenfalten’, isl. keisa ‘in die Höhe ragen, hochtragen’, schwed. kesa ‘durchgehen, fliehen’ verbinden, die auf einen Ansatz ie. *geis- zurückgeführt werden, der zu der nur in verschiedenen Erweiterungen nachzuweisenden Wurzel ie. *gei- ‘drehen, biegen’ (s. auch keifen) gehört; vgl. Pokorny 1, 354 f. Dieser fragliche Zusammenhang muß jedoch aufgegeben werden, wenn man für ahd. kēren von germ. *kairjan ausgeht und dieses (wie Petersson in: PBB 44 (1920) 178 f.) mit armen. cir ‘Kreis’, osset. zilyn (зuлын) ‘herumdrehen’ vergleicht. Ebenso ist aengl. cerran (westsächs. cierran, cyrran) trotz semantischer Übereinstimmung von den anderen westgerm. Bildungen zu trennen, da es eine auch im Vokalismus abweichende Form germ. *karrjan oder *karzjan voraussetzt. Substantivische Ableitung vom Verb ist Kehre f. ‘scharfe Wegbiegung’, seit Jahn (1816) auch Fachwort des Turnens ‘Sprung oder Abschwung, bei dem der Rücken zum Gerät gewandt ist’, ahd. kēra ‘Wendung, Beugung, Krümmung’ (11. Jh.), mhd. mnd. kēr(e) ‘Richtung, Wendung’ (die einsilbige Form noch in Einkehr, Umkehr, s. unten, Heimkehr, s. d.); daneben steht in älterer Zeit ein Maskulinum ahd. (um 1000), mhd. mnd. kēr, frühnhd. Kehr, mnl. nl. keer (s. Verkehr). – kehrtmachen Vb. ‘eine halbe Drehung vollführen, die Gegenrichtung einschlagen’, im 20. Jh. zusammengewachsen aus der Fügung kehrt machen (substantiviert auch Kehrt machen, Anfang 19. Jh.), enthält als ersten Bestandteil den Imperativ und militärischen Befehl kehrt! (vielleicht verkürzt aus kehrt euch!). Kehrreim m. ‘regelmäßig am Schluß jeder Liedstrophe sich wiederholender Textteil’. Das von Bürger (1793) eingeführte Ersatzwort für Refrain (s. d.) ist eine Zusammensetzung mit Reim (s. d.) in dessen früher geläufiger Bedeutung ‘Verszeile’. Kehrseite f. ‘Rückseite’, metaphorisch auch ‘das einer zunächst günstig erscheinenden Sache anhaftende Unangenehme’, in der 2. Hälfte des 18. Jhs. aufkommende und trotz Adelungs Kritik sich durchsetzende Verdeutschung von Revers ‘Rückseite einer Münze’ (s. d.), nach gleichbed. nl. keerzijde (dieses 1729 erstmals nachweisbar). einkehren Vb. ‘in einer Gaststätte Rast machen’, ursprünglich überhaupt ‘sich (als Gast) hineinbegeben’, mhd. īnkēren ‘hineingehen, umkehren’, in der Sprache der Mystik auch spätmhd. īnkēren, frühnhd. einkehren, mnd. inkēren ‘in sich gehen, sich versenken’; dazu Einkehr f. ‘Selbstbesinnung’, älter auch ‘Rast, Herberge’, mhd. īnkēr(e) f. ‘Einzug, Insichgehen’; vgl. spätmhd. īnkēr m., mnd. inkēr m. ‘Insichgehen’. umkehren Vb. ‘umwenden, umdrehen, in die entgegengesetzte Lage bringen’, intransitiv ‘sich umwenden, den Rückweg antreten, anderen Sinnes werden’, ahd. umbikēren (9. Jh.), mhd. umbekēren, mnd. ummekēren; seit dem Frühnhd. findet sich das Part. Prät. umgekehrt in adjektivischer Verwendung ‘gegenteilig, entgegengesetzt’; Umkehr f. ‘das Umkehren, Zurückgehen’, übertragen ‘Sinneswandel’, mhd. umbekēr(e) f. ‘Umkehr, Umwendung’; vgl. ahd. umbikēr m. ‘Umkehrung, Umtauschung’ (um 1000), mnd. ummekār ‘Umkehr, Wendung’; Umkehrung f. ‘Veränderung ins Gegenteil’ (15. Jh., frühnhd. daneben ‘Zerstörung’). S. auch bekehren, verkehren.
3902 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Einkehr

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Einkehr , plur. die -en. 1) Die Einkehrung, die Handlung des Einkehrens, ohne Plural. Seine Einkehr in einem Gasthof…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Einkehr

    Goethe-Wörterbuch

    Einkehr zu einkehren 1 a Aussicht unterwegs auf die angenehmste E., indem ich .. die Fürstin Gallitzin nicht umgehen dur…

  3. modern
    Dialekt
    Einkehrf.

    Pfälzisches Wb.

    Ein-kehr f. : ' Rast im Gasthaus ', Eiⁿkehʳ , In-, En- [verbr.]; vgl. einkehren ; Inkehr halle [ KU-Schmittw/O ]. Südhes…

  4. Spezial
    Einkehr

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ein|kehr f. (-) 1 (Rast) palsa (-ses) f. 2 (Herberge) alberch m. 3 (Übernachtung) pernotamënt (-nc) m. 4 (Selbstbesinnun…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit einkehr

11 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von einkehr 2 Komponenten

ein+kehr

einkehr setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

einkehr‑ als Erstglied (10 von 10)

einkehren

DWB

ein·kehren

einkehren , divertere, mhd. în kêren, nnl. inkeeren. das part. praet. bildete die ältere sprache noch gern ohne ge. 1 1) in ein haus: herr, …

EINKEHRER

DWB2

ein·kehrer

EINKEHRER m. abl. von 1 einkehren vb. B 1. gast: 1541 diuersor .., ein eynkeerer, ein gast Cholinus/F. dict. 354 b . 1955 eine magd bringt d…

einkehrig

DWB

ein·kehrig

einkehrig , meditabundus: stillet dich und machet dich inkerig zuo dir selber. Keisersb. bilger 72 b .

EINKEHRUNG

DWB2

einkehr·ung

EINKEHRUNG f. abl. von 1 einkehren vb. 1 zu 1 einkehren vb. A 2. religiöse versenkung: ⟨1455⟩ ein solche tochter gotez musz haben .. stillik…

Ableitungen von einkehr (1 von 1)

Einkehre

RhWB

Ein-kehre wie nhd.; Enk. halen.