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Bott

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Bott

Bott

bieten Vb. ‘darreichen, anbieten, gewähren’. Ahd. biotan ‘bekanntmachen, entgegenstrecken, anbieten’ (8./9. Jh.), mhd. bieten ‘anbieten, darreichen, gebieten’ erweist sich durch Entsprechungen wie asächs. biodan ‘bieten’, mnd. bēden, mnl. nl. bieden, afries. biāda ‘bieten’, aengl. bēodan ‘gebieten, anbieten, ankündigen, zeigen’, engl. to bid (verschmolzen mit dem unter bitten behandelten Verb, s. d.) ‘bieten, ankündigen, gebieten’, anord. bjōða ‘bieten’, schwed. bjuda ‘gebieten, anbieten, zeigen’ und got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, faúrbiudan ‘verbieten’ als gemeingerm. Verb (germ. *beudan); dieses stellt sich lautlich zu außergerm. Verwandten wie griech. pé͞uthesthai (πεύθεσθαι), pynthánesthai (πυνθάνεσθαι) ‘erfragen, erfahren, merken’, aind. bṓdhati ‘wacht, beachtet, versteht’ (wozu das Kausativum aind. bōdháyati ‘erweckt, macht aufmerksam’ und das Part. Perf. buddháḥ ‘erweckt, erleuchtet’, vgl. Buddha), aslaw. bъděti ‘wachen’, bl’usti ‘wahren, achtgeben’, russ. budít’ (будить) ‘wecken’, bljustí (блюсти) ‘behüten, bewahren’, lit. budė́ti ‘wachen’. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist ie. *bheudh- mit differenzierter Bedeutungsentfaltung: ‘wach, geistig rege sein, beobachten, erkennen’, auch (so in den germ. Sprachen) ‘zur Aufmerksamkeit veranlassen, kundtun, gebieten, darbieten’. Im Dt. gehen bestimmte Bedeutungen des einfachen Verbs in den älteren Sprachstufen (‘bekanntmachen’, ‘gebieten’) zunehmend auf Präfixbildungen über (s. unten). – Zu bieten im Sinne von ‘befehlen’ das ablautende Verbalabstraktum Bot(t) n. (heute nur landschaftlich) ‘Gebot, Befehl, Angebot, Aufgebot, Versammlung’, ahd. bot ‘Meinung, Beschluß’ (um 1000), mhd. mnd. mnl. bot, afries. aengl. bod, anord. boð (germ. *-buda-). Dazu botmäßig Adj. ‘untertan, tributpflichtig’, spätmhd. botmæzec (14. Jh.), Botmäßigkeit f. ‘Herrschaft’ (16. Jh.). Dazu im 19. Jh. unbotmäßig Adj. ‘widersetzlich’, Unbotmäßigkeit f. anbieten Vb. ‘darreichen, zur Verfügung stellen, vorschlagen’, mhd. an(e)bieten ‘anbieten, vor Gericht laden’, mnd. anbēden ‘anbieten, entbieten’, vgl. nl. aanbieden ‘anbieten, darreichen’ (hingegen got. anabiudan ‘entbieten, befehlen’, asächs. anbiodan ‘entbieten, melden’). Dazu Angebot n. ‘Vorschlag, Bereitschaftserklärung’, auch ‘Gesamtheit der zum Verkauf stehenden Waren’; als Ableitung vom präfigierten Verb zunächst in der Form mnd. anbot, nhd. Anbot (15. bis 19. Jh., danach noch öst.), seit Ende des 18. Jhs., wohl durch Einwirkung von gebieten (s. unten) und Gebot (s. d.), in der heutigen Lautgestalt; in der Sprache der Wirtschaft von der 1. Hälfte des 19. Jhs. an oft in dem terminologischen Wortpaar Angebot und Nachfrage. aufbieten Vb. ‘aufrufen, aufwenden’ und ‘öffentlich verkünden’ (jetzt eingeschränkt auf die Bekanntgabe einer beabsichtigten Eheschließung), mhd. ūfbieten ‘in die Höhe strecken, darreichen, bekanntmachen, aufrufen’, mnd. upbēden ‘bekanntmachen, zur Einlösung eines Pfandes auffordern’; die im älteren Nhd. vorherrschende Bedeutung ‘zum Heeresdienst aufrufen’ lebt heute in Übertragungen wie alle Kräfte, seinen ganzen Einfluß, Willen aufbieten. Substantivische Ableitungen sind Aufbietung f. ‘das Aufbieten’ (mnd. upbēdinge, nhd. seit 15. Jh.), anfangs zu verschiedenen Bedeutungen des Verbs, nach Ende 18. Jh. nur ‘Aufwendung’ (Aufbietung aller Kräfte, Mittel u. ä.), und Aufgebot n. ‘Bekanntmachung’ (namentlich einer beabsichtigten Eheschließung), früher vor allem ‘Aufforderung’ (zu Heeresdienst, Fron usw.) sowie ‘was aufgeboten wird’ (z. B. die Gesamtheit der Wehrpflichtigen); zunächst häufiger in der Form Aufbot (15. bis 18. Jh.), doch gewinnt das vereinzelt schon im 14./15. Jh. nachzuweisende (und mit einer im 15. bis 17. Jh. neben aufbieten bezeugten Variante aufgebieten korrespondierende) Aufgebot seit dem 17. Jh. den Vorrang. darbieten Vb. ‘anbieten, darreichen’ und übertragen ‘zeigen, vorführen’ (reflexiv ‘sich zeigen’), ahd. thara biotan (9. Jh.), mhd. dar bieten ‘dahin reichen’ sind wohl schon als Einheit von Adverb und Verb aufzufassen; fest verbunden mnd. dārbēden und im Frühnhd.; dazu Darbietung f. ‘das Darbieten’; seit Anfang 16. Jh. als Nomen actionis ‘das Anbieten’, so verbreitet im 17. Jh. und gelegentlich bis ins 20. Jh.; vom Beginn des 20. Jhs. an meist ‘künstlerisches Gestalten vor einem Publikum, Vorführen’ sowie ‘Vorführung, Vortrag’. entbieten Vb. ‘wissen lassen, mitteilen’, auch ‘zu sich beordern’, ahd. inbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, darreichen’ (um 800), mhd. enbieten ‘durch jmdn. sagen oder gebieten lassen, darreichen’, mnd. en(t)bēden ‘sagen lassen, gebieten’, frühnhd. enbieten, embieten und entbieten, letzteres setzt sich im 17. Jh. durch; in älterer Zeit vorwiegend ‘eine Botschaft, einen Gruß übermitteln’, dann ‘durch Botschaft herrufen’ (17. Jh.); seit dem 19. Jh. nur noch selten. erbieten Vb. reflexiv ‘seine Bereitschaft erklären’, ahd. irbiotan ‘zur Kenntnis bringen, darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich zeigen, erweisen’ (8. Jh.), mhd. erbieten ‘darreichen, erweisen’, reflexiv ‘sich erweisen, darbieten’ (vgl. aengl. ābēodan ‘mitteilen, anbieten, gebieten’); vom Mhd. an bis ins 18. Jh. auch der substantivierte Infinitiv Erbieten n. ‘Angebot’; aus der häufig vorkommenden Fügung Ehre erbieten, ahd. ēra irbiotan, mhd. ēre (er)bieten entwickeln sich auf der Grundlage der postverbalen Ableitungen spätmhd. erbietunge, mnd. erbēdinge f. und frühnhd. erbietig, erbütig Adj. die Zusammensetzungen Ehrerbietung f. ‘Hochachtung’ (mnd. ērerbēdinge, frühnhd. 15. Jh.) und ehrerbietig Adj. ‘achtungsvoll’ (16. Jh.), denen zunächst Ehrbietung (15. Jh.; auch mnd. ērbēdinge) und ehrbietig (Anfang 16. Jh.) als Zusammenbildungen mit dem einfachen Verb bieten vorausgehen. Neben frühnhd. erbietig, erbütig steht ablautend erbötig Adj. ‘bereit, willig’, mnd. erbȫdich, erbōdich, frühnhd. seit dem 16. Jh. gebieten Vb. ‘befehlen, über etw. Befehls-, Verfügungsgewalt haben’, ahd. gibiotan ‘zur Kenntnis bringen, befehlen, herrschen’ (um 800), mhd. gebieten ‘ausstrecken, darreichen, entbieten, befehlen’; dem Westgerm. gemeinsame Präfixbildung (aengl. gebēodan ‘befehlen, bekanntmachen, anbieten’, asächs. gibiodan ‘gebieten, befehlen’, mnd. gebēden ‘gebieten, befehlen’, reflexiv ‘sich erbieten’, mnl. gebieden ‘bekanntmachen, befehlen, anbieten’), im Dt. anfangs mit perfektivem Sinn neben dem einfachen Verb, das ebenfalls ‘befehlen’ bedeutet, doch trennen sich die Verben hinsichtlich ihrer Bedeutungen seit dem Mhd. Als Ableitungen gehören hierzu Gebiet, Gebot (s. d.) sowie Gebieter m. ‘wer Befehlsgewalt hat’, ahd. gibiotāri (Hs. 13. Jh.), mhd. gebietære, gebieter, mnd. gebēder mit gleicher Bedeutung, dem sich Gebieterin f. ‘Herrin’ (mhd. gebietærinne, gebieterīn) und gebieterisch Adj. ‘herrisch, keinen Widerspruch duldend’ (Anfang 17. Jh.) anschließen. Gebot n. ‘Befehl, Anordnung, Vorschrift’, ahd. gibot ‘Befehl, Erlaß’ (um 800), mhd. gebot ‘Auftrag, Ladung zum Erscheinen, Verbot, Herrschaft’, asächs. gibod, mnd. gebot, gebode, mnl. ghebot, nl. gebod, aengl. (ge)bod. verbieten Vb. ‘untersagen, nicht erlauben’, ahd. firbiotan ‘zur Kenntnis bringen, gebieten, untersagen, verhindern’ (8. Jh.), mhd. verbieten ‘vorladen, verhindern, untersagen, mit Beschlag belegen’; vgl. dazu (teilweise mit einem nhd. vor, für entsprechenden Präfix) aengl. forbēodan, engl. to forbid, anord. fyrirbjōða ‘verbieten, verhindern’, got. faúrbiudan ‘verbieten’, mnd. vorbēden ‘gebieten, vorladen, anbieten, verbieten’; im Dt. drückt das präfigierte Verb anfangs (bis ins ältere Nhd.) sowohl das nachdrückliche Anordnen wie auch das Untersagen einer Handlung aus, jetzt gilt nur noch die letztere Verwendung. Abgeleitet ist Verbot n. ‘Anordnung, etw. zu unterlassen’, ahd. firbot ‘Verbot’ (9. Jh.?), mhd. verbot ‘Verbot, Beschlagnahme, Vorladung’, mnd. vorbot ‘Angebot, Verbot, Beschlagnahme’ (vgl. aengl. forbod ‘Verbot, Widerrufung’).
7841 Zeichen · 242 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bottN., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    bott , N., M. Vw.: s. bōt (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bott

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    bott , stupidus, nnl. bot, dumm, plump. wenn Fischart sagt ein botter Holländer. Garg. 127 a ; den botten Flemming. 108 …

  3. modern
    Dialekt
    bott

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

    bott : 1. Adj., gebraucht beim Fangspiel. Er (auch: Do) is bott (bǫd) 'Er (Hier) darf nicht geschlagen werden' [ RO-Rehb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bott

462 Bildungen · 365 Erstglied · 92 Zweitglied · 5 Ableitungen

bott‑ als Erstglied (30 von 365)

Bott I

Idiotikon

Bott I Band 4, Spalte 1882 Bott I 4,1882

Bott II

Idiotikon

Bott II Band 4, Spalte 1890 Bott II 4,1890

Bott III

Idiotikon

Bott III Band 4, Spalte 1906 Bott III 4,1906

Bott IV

Idiotikon

Bott IV Band 4, Spalte 1906 Bott IV 4,1906

Bott(en)zëdel

Idiotikon

Bott(en)zëdel Band 17, Spalte 300 Bott(en)zëdel 17,300

Bottchens

SHW

Bott-chens Band 1, Spalte 1047-1048

bottern

SHW

bott-ern Band 1, Spalte 1049-1050

Botthexe

SHW

Bott-hexe Band 1, Spalte 1049-1050

Bottkaute

SHW

Bott-kaute Band 1, Spalte 1049-1050

bottraum

SHW

bott-raum Band 1, Spalte 1049-1050

bottraumes

SHW

bott-raumes Band 1, Spalte 1049-1050

Bottwerk

SHW

Bott-werk Band 1, Spalte 1049-1050

botta? 1 und häufiger

KöblerAfries

botta? 1 und häufiger , sw. M. (n) nhd. Stoß ne. push (N.) E.: s. germ. *bautan, st. V., schlagen, stoßen; idg. *bʰā̆ud-, *bʰū̆d-, V., schla…

bottäschig

ElsWB

bottäschig [potáik Hlkr. ] Adj. vorteilhaft.

Bottbëseⁿ

Idiotikon

Bottbëseⁿ Band 4, Spalte 1669 Bottbëseⁿ 4,1669

Bottchen

RhWBN

bott·chen

Bottchen Saarl-Labach Reisw m.: Handlanger, der die Speisbütt zuträgt (vielleicht frz. boîtier).

Botte(n)brōt

Idiotikon

Botte(n)brōt Band 5, Spalte 977 Botte(n)brōt 5,977

Botte(n)fuerwërch

Idiotikon

Botte(n)fuerwërch Band 16, Spalte 1198 Botte(n)fuerwërch 16,1198

Botte(n)lōn

Idiotikon

Botte(n)lōn Band 3, Spalte 1291 Botte(n)lōn 3,1291

Botte(n)ma(nn)

Idiotikon

Botte(n)ma(nn) Band 4, Spalte 274 Botte(n)ma(nn) 4,274

Botte(n)māl

Idiotikon

Botte(n)māl Band 4, Spalte 162 Botte(n)māl 4,162

Botte(n)stübli

Idiotikon

Botte(n)stübli Band 10, Spalte 1150 Botte(n)stübli 10,1150

Botte(n)tag

Idiotikon

Botte(n)tag Band 12, Spalte 975 Botte(n)tag 12,975

Botte(n)tisch

Idiotikon

Botte(n)tisch Band 13, Spalte 1921 Botte(n)tisch 13,1921

Botte(n)trager

Idiotikon

Botte(n)trager Band 14, Spalte 585 Botte(n)trager 14,585

Botte(n)tregel

Idiotikon

Botte(n)tregel Band 14, Spalte 609 Botte(n)tregel 14,609

Botte(n)wageⁿ

Idiotikon

Botte(n)wageⁿ Band 15, Spalte 755 Botte(n)wageⁿ 15,755

Botte(n)war

Idiotikon

Botte(n)war Band 16, Spalte 892 Botte(n)war 16,892

bott als Zweitglied (30 von 92)

Abbott

Idiotikon

Abbott Band 4, Spalte 1899 Abbott 4,1899

Anbott

Idiotikon

Anbott Band 4, Spalte 1900 Anbott 4,1900

Anschiessbott

Idiotikon

Anschiessbott Band 4, Spalte 1903 Anschiessbott 4,1903

Bībott

Idiotikon

Bībott Band 4, Spalte 1887 Bībott 4,1887

Eidbott

Idiotikon

eid·bott

Eidbott Band 4, Spalte 1899 Eidbott 4,1899

Eidsbott

Idiotikon

eid·s·bott

Eidsbott Band 4, Spalte 1899 Eidsbott 4,1899

Fridbott

Idiotikon

frid·bott

Fridbott Band 4, Spalte 1886 Fridbott (I) 4,1886

Fëldbott

Idiotikon

Fëldbott Band 4, Spalte 1885 Fëldbott 4,1885

G(e)bott

Idiotikon

G(e)bott Band 4, Spalte 1890 G(e)bott 4,1890

G(e)mein(s)bott

Idiotikon

G(e)mein(s)bott Band 4, Spalte 1887 G(e)mein(s)bott 4,1887

G(e)walt(s)bott

Idiotikon

G(e)walt(s)bott Band 4, Spalte 1889 G(e)walt(s)bott 4,1889

Gebott

Idiotikon

Gebott Band 4, Spalte 1890 Gebott 4,1890

gibott

Idiotikon

gibott Band 4, Spalte 1906 gibott 4,1906

Handwërksbott

Idiotikon

Handwërksbott Band 4, Spalte 1903 Handwërksbott 4,1903

Hübschelichbott

Idiotikon

Hübschelichbott Band 4, Spalte 1886 Hübschelichbott 4,1886

Ableitungen von bott (5 von 5)

botte

DWB

botte , f. labrum, bütte: botten raumen. Garg. 171 a , was gewöhnlicher mhd. daʒ vaʒ rûmen.

Gebott

Idiotikon

Gebott Band 4, Spalte 1890 Gebott 4,1890

Unbott

Idiotikon

Unbott Band 4, Spalte 1900 Unbott 4,1900

Verbott

Idiotikon

Verbott Band 4, Spalte 1900 Verbott 4,1900

verbottlich

Idiotikon

verbottlich Band 4, Spalte 1901 verbottlich 4,1901