BIETEN vb. (1)
ahd. biotan,
mhd. bieten.
as. biodan,
mnd. bēden;
mnl. nnl. bieden;
afrs. biada;
ae. bēodan,
me. bēden,
ne. bid;
an. isl. bjóða,
norw. bjoda,
dän. byde,
schwed. bjuda;
got. ‐biodan
gehören zur idg. wz. *b
heu̯d
h‐
‘wach werden, aufmerksam werden, beobachten, erkennen’. (2)
formen des ind. sg. präs. bis zum 19. jh. auch beute, beutst, beut(et),
imp. sg. beut;
das part. prät. geboten
ist von gleichlautendem part. prät. des verbs gebieten
nicht zu trennen, daher unsichere zuordnung. (3)
ahd. zuerst in der isolierten bedeutung ‘verkündigen, lehren’ bezeugt: E8.jh.
in eis personis una diuinitas praedicanda est in dhem dhrim heidim scal man ziuuaare eina gotnissa beodan
Isidor 21,10 H. 1
jmdm. etwas anbieten, übergeben (wollen). a
jmdm. etwas in aussicht, zur verfügung stellen, gewähren (wollen). hauptgebrauch, nhd. oft in der verbindung (etwas, nichts
u. dgl.) zu bieten haben: 863/71 ira ferah bot thaz wib, thaz iz
(ihr kind) muasi haben lib Otfrid
I 20,19 E./S. ⟨9./10.jh.⟩ dar
(in der hölle) piutit der satanasz altist heizzan lauc
muspilli 22 S. ⟨v1022⟩ ih pôt in mîna hârinun uuât mînen tôdigen lîchamen daz sîe sih an demo fertâtin Notker
3,2,461 ATB. ⟨u1170⟩ ze gisel bietent si ir kint Konrad
rolandslied 1137 W. ⟨u1240⟩ swaz im diu vrouwe büte, des enwolte er niht,/ wan einen gürtel
Kudrun 6,400 M./Sch. ⟨u1350⟩ ze dienste biut sich manig man/ dem, den er wölt verderbet hân Boner
edelstein 43 P. 15.jh. er pot ir pfennig vil,/ die er ir wolt geben
erz. altdt. hss. 174 LV. ⟨v1510⟩ so ein blinder einem blinden leitung beütet, so fallen sie beid in die grůben Geiler
euangelia (1517)56c. ⟨1559⟩ ir gefattern, ich beut euch frid Sachs
21,98 LV. 1632 wo sie als soldaten kämen, so weren jhr viel zu wenig; kämen sie aber als legaten friede zu bieten, weren jhr zu viel Kreckwitz
lustwäldlin 471. u1673 er
(war) froh, einen wexel mit mir zu treffen, und bote mir 10 pro cento zu geben Grimmelshausen
Simplicissimus 2,684 LV. 1703 er
(der unerkannte landesherr) habe sie
(die patrouille) versuchet, und ihnen geld gebothen Bohse
frühlings‐früchte 530. 1753 o so laß dich die thraenen des edlen jynglings nicht ryhren/ der izt sein leben fyr meines dir beut Wieland
I 2,127 ak. 1812 er hatte keine geschenke zu bieten Heeren
ideen 3,1,419. ⟨1879⟩ ich habe .. hoffnung, meiner dermaleinstigen gattin .. auch pensionsberechtigung bieten zu können Raabe
13,203 H. 1917 sei mein fürsprech beim priester. dann böt ich mich dir als gemahl Nespital
wanderer 43. 1968 welche sicherheiten bieten sie mir? Winzer
soldat 356. 2000 sie boten ihm ein honorar von sechshundert mark Hilbig
provisorium 2303. –
in verbindungen wie raum, platz bieten
innehaben, bereithalten: 1861 dann hat der wildheuer keine andere wahl, als die zentnerschweren lasten .. hinabzutragen auf pfaden, die oft kaum raum bieten, einen fuß vor den anderen zu setzen Berlepsch
Alpen 380. 1903 die höhle .. bietet mehr raum als für zwei menschenkinder Bölsche
liebesleben (1898)3,216. ⟨1952⟩ die bank bot knappen raum Feuchtwanger
[1959]8,78. 2005 das rund 400 quadratmeter ausstellungsfläche bietende zentrum .. wurde .. von den luganeser architekten Pia Durisch und Giancarlo Nolli erbaut
n. zürch. ztg. (14.11.) 17b. b
jmdm. etwas (meist speise und trank) reichen, übergeben: 863/71 nam er tho selbo thaz brot, bot in iz gisegenot Otfrid
IV 10,9 E./S. ⟨v1022⟩ fone diu uuaren sie êinmuôtige ze sinemo tôde unde buten imo in cruce pendenti acetum felle mixtum Notker
2,630,30 P. ⟨u1120/5⟩ dem ich piute daz prot,/ der hat mir gegarwet den tot Ava
leben Jesu 118,5 M. ⟨u1280⟩ welch diner ouch den becher mizzet,/ daz er im rinnet uber die hant/ .. des dienstes ist ein teil zu vil,/ und der daz trinken biͤten wil/ sinem gesellen, daz kan ich genozen
(d. i. vergleichen),/ sam er iz im in den buͤsen welle stozen Konrad v. Haslau
578 ATB. ⟨14.jh.⟩ ‘bütt mir daz tier’, sprach der vatter sin,/ ‘min trutter sun, la mich es tragen’
göttweiger trojanerkrieg 1654 DTM. ⟨1.h15.jh.⟩ er schreib si
(sünden) an ein briefelin/ und gieng wider für den bichter sin. / er aber weinen began,/ das er im den brief kum bieten kan
schweiz. kleinepiksamml. 19,32 ATB. ⟨v1510⟩ waz ist es daz einer spricht ich wil dir zetrincken geben, vnd bütet mir den becher nit Geiler
euangelia (1517)121d. 1561 der könig trincket und beut ihr das pocal, sie trincket auch Sachs
12,406 LV. ⟨v1624⟩ kein sohn bittet den vater um ein ey, daß ihm der vater einen scorpion biete Böhme
theosophia (1730)2,100 faks. 1690 wo einer einer frembden person einen trunck bieten wolte, sol er dieselbe vor gesellen= und jünger tisch führen Beier
handwercks‐gesell 109. 1794 Alma und ihr schäfchen sind beide mutterlos. und wasser muß ich dem armen kleinen dinge bieten, statt der milch Kotzebue
Wampum 2. 1819 also redend both er dem würdigen greise das krügli,/ dieser schlürfte behaglich des trefflichen weines, und reicht’ ihn/ freundlich der wirthinn Gaál
gäste 106. ⟨1863⟩ du botst, als wir sant hansen minne tranken,/ froh mir zuerst, dann unwirsch ihm den krug Scheffel
6,100 P. 1905 so grausam war das leben, das ihm heute einen ganz kleinen schluck aus seinem freudenbecher bot Stilgebauer
Krafft (1904)4,239. 1966 Lorenzen trinkt mit lautem schlürfen seinen kaffee, der ihm stets ganz heiß geboten werden muß Selbmann
söhne 546. c
eine summe als kaufpreis, lösegeld u. dgl. nennen, gebot (bei einer auktion) abgeben. oft in der verbindung auf etwas bieten: ⟨v1022⟩ tiz ist ter dîen botôn antuuurta dero Samnitvm dô sie iro golt puten unde sih mit tiu lôsen uuoltôn Notker
1,1,129 ATB. 1390 wenne ouch in den hof gebotten wurt, do ist das erst gebot zwene pfenninge
strassb. zunft-verordn. 200 B. 1479 also bot er uns 500 ℔ umb das refinador
handelsakten ma., neuzeit 3,105 ak. 1515 ein houptman .. hiess ihm dry schollen herd .. uf sin hengst bieten
in: Frauenholz
heerwesen (1935)2,1,114. ⟨v1565⟩ da mancher nothalben mus zihn vnnd haußrath verkeuffen, so beut man jhm halb geld Mathesius
Syrach (1586)1,127a. ⟨v1678⟩ da alle dienste, stückweise, zu verkaufen und dem gedeyen, der am meisten darauf beut Butschky
rosen‐thal (1679)450. 1703 obschon der könig von Pegu ihm davor
(reliquie) 800000. pfund biethen ließe Bohse
frühlings‐früchte 380. 1772 sie haben mir von Wien aus neuerdings hundert dukaten für ein stück geboten Lessing
18,67 L./M. 1825 eine klavierschule will er jetzt herausgeben, auf die ihm Peters in Leipzig schon 3000 gulden geboten Strausz‐W.
br. an Börne 110 M. 1881 bietet der verkäufer in einer auktion, so erklärt er damit, dem vorbieter die sache nicht um das von demselben gestellte gebot ablassen zu wollen
entscheid. civilsachen (1880)5,59. 1909 ‘wenn die mine irgendwelchen wert hätte, wäre es unter diesen umständen am allerbesten, der besitzer verkaufte sie.’ die beiden andern lachten und sagten: ‘wer soll darauf bieten?’ Frenssen
Baas 315. 1965 wer hat mehr, wer bietet mehr, zum ersten, zum zweiten .. Kant
aula 225. 2008 anbieten dürfen nur öffentliche einrichtungen, bieten kann jeder. für rund 1300 behörden veranstaltet der zoll bereits über 20 000 auktionen jährlich im netz
spiegel 11,105a. d
zum verkauf anbieten, einen (bestimmten) verkaufspreis verlangen, älter oft in der verbindung wie man es bietet
‘ohne zu feilschen’: ⟨u1210⟩ und sâhn doch etelîchez dâ,/ daz sô schoene was und sô starc,/ daz manz bôt umb hundert marc Otte
1556 G. 1393 wär auch daz ir ainer seinen tail an demselben platz verchauffen oder verseczen wolt, so sol er denselben seinen tail .. pieten den purgern
in: Stolz
Südtirol (1927) 2,242. 1446 es sol ouch niemand deheinerley getregde uf dem merckete höher koufen dann man im es bütet
strassb. zunft‐verordn. 307 B. 1509 wer kauffet, wie man ym ain ding beut, der ist auch bald gerecht
Fortunatus 84 HND. 1572 der klepper, der was zimlich starck,/ drumb kamen sehr viel kauffleut hin,/ aber fast thewr both er es jn,/ auff daß sies jm nit kaufften ab Fischart
2,307 DNL. 1644 jener medicus
(hat) .. sich nicht geschewet eine von jhm selbst praeparirte artzney so jhn kaum 2. batzen, oder auffs höchst einen halben gulden oder thaler kostet, vmb 10. 20. 50. ja 100. goldgülden zubiethen vnd zuverkauffen Hörnigk
würg‐engel 436b. 1670 weil mirs der alte zuverkauffen anbotte, fragte ich, wie theuer? er botte mir den bettel um zwo cronen Grimmelshausen
Courasche 103 Sch. 1837 sie klopfet am hause,/ bietet als krämerin, schlau, lockende ware zu kauf Mörike
21,103 M. ⟨1882⟩ schloß Tarascon – er bietet’s zum verkauf –/ dran spritzt die blaue Rhone scherzend auf C.
F. Meyer
1,295 Z./Z. 1997 biete werbefläche gegen bares – so ungefähr versucht staatssekretärin Benita Ferrero‐Waldner .. heimische firmen zu locken
salzb. nachrichten (10.1.), IdS‐arch. 2008 H. Werft .. kauft alle autos an .. und bietet günstige kleinwagen
gött. tagebl. 80,64. 2
jmdm. etwas zeigen, präsentieren. a
sich jmdm., etwas zuwenden, jmdm. etwas (meist ein körperteil) hinhalten, entgegenstrecken. oft in der verbindung die hand bieten: ⟨v1022⟩ Ethiopia île iro hende biêten gote Notker
3,2,452 ATB. ⟨u1180/90⟩ der sich nâhe biutet zuo der gluot:/ der brennet sich von rehte harte sêre Rudolf v. Fenis
3882,13 MF. ⟨u1240/50⟩ Kyburg irn roten suͤzen munt/ dem markyse an sinen bot Ulrich v. Türheim
Rennewart 6203 DTM. ⟨u1300⟩ ir hende sie zu himel bot Heinrich v. Neustadt
zukunft 1053 DTM. ⟨M15.jh.⟩ do bod er ir sin hand und hies sy ufstan
dt. volksb. 15 LV. 1522 da im der vatter den backen bot, da beisz im der sun die nasz ab Pauli
schimpf 26 LV. 1569 hierauff wolt jhm die königin die hand bieten, aber er kniet nider
Amadis 91 LV. 1626 etliche jungen .. boten dem edelmann so vnder seim toden pferd sich hefftig bearbeit, die hand
theatrum amoris 375. 1658 wer sich im hellen freuet/ und in dem dunckeln scheuet/ der beut dem sonnen=licht/ ein frisches angesicht Sieber
jugend 473. 1732 so tritt nun hin an das altar,/ wo deine braut dir ja! und hände beut Henrici
ged. (1727)3,71. ⟨1754⟩ wie man beym tanz sich die arme bietet Geszner
(1767)1,292. 1808 laß es dir noch einmal zum abschiede sagen, daß ich dich ganz unerhört lieb habe und dir mund und wange zum innigsten kusse biete Schleiermacher
brw. mit seiner braut 2244 M. ⟨1888⟩ Jakob .. hielt seine hand über den karren hin .. ohne anzuhalten schüttelte der Knatschel die gebotene rechte Rosegger
ges. w. 12(1925)37. 1917 so bot er Leni den arm H. Mann
d. armen 170. 1990 hätte es die SED nie gegeben, wenn, wie CDU/CSU‐fraktionschef Alfred Dregger .. jüngst im bundestag daherredete, die SPD ‘nicht ihre hand geboten hätte zum bündnis mit der KPD’ ..?
spiegel 39,116c. b
(sich als etwas) darstellen, darbieten. oft refl., vor dem 19. jh. vereinzelt: ⟨u1200/10⟩ sîn harnasch was gar sô rôt/ daz ez den ougen rœte bôt Wolfram
Parzival 7145,17 L./H. 1604 weil .. vnser gott vns getreide, .. vnd andere notdurfft zeiget vnd beutet Colerus
oecon. 3,197. ⟨1825⟩ ein blick durch das fenster bot ihm eine neue ueberraschung Immermann
8,38 B. 1883 hier bot sich das merkwürdige phänomen einer über die einzelnen willen sich erhebenden willenseinheit Dilthey
einl. 1,293. 1923 die heranstürmenden fluten boten ein ungeheures schauspiel Paquet
prophezeiungen 144. 1957 die diese übertragung bietenden handschriften sind alle aus dem 13. jahrhundert
salzb. jb. philos. 35. 2004 was Vittorio Bresciani und Francesco Nicolosi hier an präzision, an klanglicher differenzierung und an farbenreichtum boten, liess einen das orchester keinen augenblick lang vermissen
n. zürch. ztg. (27.8.)35d. –
eröffnen, ergeben; geben. oft in verbindung mit gelegenheit, möglichkeit, schwierigkeit
u. dgl.; meist refl.: 1787 zu dieses plans vollführung beut/ nur allzu bald sich die gelegenheit Alxinger
Doolin 100. ⟨1840⟩ des rätsels lösung bietet sich von selbst Grillparzer
57,65 S. ⟨1878⟩ es war für gut befunden .., daß er sich in der welt umsehe, wozu verschiedene besorgungen, die man ihm auftrug, gelegenheit boten Keller
(1894)6,91. 1927 es bietet keine schwierigkeit, diese ladung mit dem stoßausschlag eines strommessers in amperesekunden zu messen Pohl
elektrizitätslehre 52. 1967 welche fluchtmöglichkeit der weg in den süden bot, war ungewiß Held
licht 137. 2004 dann findet nämlich in seiner heimatstadt Biel das grosse internationale schachfestival statt, das ihm schon als kleinem knirps eine wertvolle spielgelegenheit .. geboten hatte
n. zürch. ztg. (27.7.)37c. 3
jmdm. oder etwas ein bestimmtes verhalten entgegenbringen. a
jmdm. huld, ehre erweisen: ⟨v1022⟩ fure diê minna diê siê mir bieten solton argchosoton sie mir Notker
2,469,11 P. ⟨v1150⟩ vil luzzil du gedinkis,/ daz du bietis dicheine ere/ dinem sceffere,/ der dirz alliz hat gegeben armer Hartmann
145,10 M. ⟨1297/8⟩ sie danketen dem meister sân/ unde riten in ire stat./ daz volc im allez êre bat
livländ. reimchr. 3722 M. ⟨1325⟩ dâ von sönt ir eime als grôz êre bieten als dem andern
dt. mystiker 1,294 P. u1500 sy handt mir potten zucht vnd er/ und ewch gegrusset also ser
fastnachtsp., nachlese 199 LV. 1512 gang ich aber für ein herren/ dem büt ich solche grossen eren,/ das ich mich neig bisz vff die erd Murner
2,343 Sch. 1582 ach mutter liebe mutter,/ nun biet jm zucht und ehr
ambraser liederb. 265 LV. 1605 dem pfennig beut man die grössest ehr Petri
weissheit N 1a. 1910 er .. rühmte, daß ich kam, und bot mir dank Zahn
ged. 135. b
jmdm. etwas unangenehmes, schlechtes zufügen, ihm etwas (zu ertragen) zumuten. jünger meist in der verbindung sich etwas (nicht) bieten lassen: ⟨1150/60⟩ her sprach man butit vns hi unrechte./ ir habit minen herren zo suache gezalt
könig Rother 995 F./K. 1274 eins wib bivtit vnzuht einim burgeri mit wortin aldi mit werkin
corp. altdt. originalurk. 1,222 W. ⟨1331/5⟩ wand er uns irloset hat/ von des gluenden ovens bat/ unde von toetlicher not/ die uns vueres flamme bot
Daniel 1518 DTM. 1470 und bot im darzu böse antwort und redt im übel zu Tschachtlan
in: qu. schweiz. gesch. (1877) 1,217. 1615 darnach mus der erste wider auffspringen, vnd dem thier wider den stich bieten Colerus
oecon. 5,86. 1716 meinet ihr, ihr dörffts mir wol bieten?
what do you mean to offer such an abuse to mee? Ludwig
t.‐engl. lex. 317. 1774 de la Popepiere war auf den landtag gekommen, um als marktschreyer auszustehn. er hatte gedacht, daß er dieß den Deutschen wol würde bieten können Klopstock
gelehrtenrepublik 1,306. 1804 sollen wir des neuen joches schändlichkeit erdulden, erleiden von dem fremden knecht, was uns in seiner macht kein kaiser durfte bieten? Schiller
14,328 G. ⟨1873⟩ was denn muß ich dir sein, daß du mir so zu begegnen wagst? das bietest du deinen verbuhlten freundinnen nicht! Anzengruber
9,191 B. ⟨1910⟩ niemals, so lange sie lebten, war ihnen etwas derartiges von dem wirt einer kneipe geboten worden G. Hauptmann
ausgew. prosa 1,88 M. 1984 diese unverschämtheit, dachte sie, lasse ich mir nicht bieten! Sasse
d. fremden 35. 2003 die bissige bemerkung von Hessens ministerpräsident Roland Koch .. lassen sich die Münchner jedenfalls nicht bieten. als ‘arroganten rotzlöffel’ bezeichnete der münchner SPD‐chef den ministerpräsidenten
süddt. ztg. (21.1.)37. c
jmdn. (zu etwas) herausfordern, gegen jmdn. oder etwas widerstand leisten, kämpfen. im übergang zum funktionsverb, in verbindungen wie (älter) kampf, wehr, trotz
u. dgl. oder (jünger meist) widerstand bieten: ⟨1187/9⟩ das ir den kamph hir bietet/ wider den edelen Troyan,/ des enduncket mich nicht wol getan Heinrich v. Veldeke
Eneide 9618 DTM. ⟨u1217⟩ ir wenken unde ir fliehen/ wart in gar vergolten,/ sît muosen unde solten/ die getouften were bieten Wolfram
Willehalm 518,25 L. ⟨1473/8⟩ hie pewt ich kampff euch paiden/ für dy zwo klar junckfrawn,/ ain wig vnns sol peschaiden,/ welichen man thŭet pey dem sige schawen Füetrer
Poytislier 237,1 ATB. ⟨v1510⟩ was kraft die lieb weltlicher eer hab zů schaden, waißt nymant weder der ir widersagt. der ir den kampf beütet Geiler
schiff (1514)77c. 1559 wenn einer mit gott vnd gutem gewissen aller welt vnnd sonderlich seinen verleumbdern kan trotz bieten Mathesius
ausgew. w. 21,234 L. 1610 die stärckern
(älteren) könden .. den jüngling mit leibsgeradigkeit ein streit bieten Guarinonius
grewel 1181. 1668 als er mit so viel schild= und schwerdtrn botte kampff/ dem grossen Jupiter, und wider ihn sich machte Schirmer
aeneis 510. ⟨1720⟩ kommt ohngefehr ein schweres leiden,/ so bieth ihm mit der hofnung truz Günther
1,215 LV. 1777 jetzt .. weiß ich es aus einer mehrjährigen erfahrung, daß selbst diejenigen
(blumen), die vorher so gar in gewächshäusern durchgewintert waren, .. im freyen gartenlande dem froste eben so gut trotz bieten, als diejenigen, die des frostes von je her gewohnt gewesen sind Lueder
blumengarten 300. ⟨1822⟩ wagt es das weib, dem mann zu bieten trotz? Grillparzer
55,92 S. 1899 würde unsere bourgeoisie überhaupt imstande sein, der agrarischen politik in dem maße die front zu bieten, wie es ihr wirtschaftlicher interessengegensatz erfordert, so würden die deutschen zustände heute ganz anders aussehen Luxemburg
(1970)1,1, 640. 1936 hier saßen östlich die Quaden und westlich die Markomannen, die .. allen römischen versuchen, das reich nach norden zu erweitern, erfolgreichen widerstand boten Kimmel
öst. staatsbürgerb. 39. 1967 noch in seinem verschwinden hätte ich es mit einem lebendigen leib zu tun, mit etwas, das mir widerstand böte, das mich zwingen würde, mich mit ihm zu beschäftigen Andersch
Efraim 452. 2006 bei fragen
(zum israelischen luftangriff auf Beirut) macht sich der alte klein .. nur keinen widerstand bieten. wegducken. überleben
spiegel 30,80a. –schach bieten
beim schachspiel den könig des gegners bedrohen; bildlich älter auch in der liebesmetaphorik, jünger für ‘widerstand leisten’: 1539 mich nit verschmach das dir kein ander biet den schach Forster
liedlein 36 HND. 1554 frauw, ihr habt mir ein künstlich schoch gebotten Wickram
2,94 LV. 1616 der weisse beut, mit dem gedachten schützen, ausz ein und vierzig schach Selenus
schach-sp. 177. 1718 er
(tod) beut dem könig schach
in: ged. 1,943 Menantes. 1796 nur geht diess nicht, wenn ein bauer oder springer schach bietet Gutsmuths
sp. 2455. 1840 nach allem was man jetzt von dem könig weiß und hört, scheint er mir unentschlossen und nicht von der art, daß er sich und andern schach biete, so verwirrt auch die figuren auf dem großen bret herumrücken J. Grimm
brw. 1,399 I. ⟨1889⟩ und wenn sie wütend die figuren durcheinanderrüttelten, bloß weil sie ihm die ehre nicht gönnten, ihnen schach und matt zu bieten? Raabe
17,329 H. 1936 der weiße läufer schlägt den bauern auf f 7 und bietet schach Schenk
spiel 47. 1993 Lutz bot schach mit seinem turm
frankf. allg. ztg. (27.4.)31. 4
jmdm. etwas befehlen, gebieten. oft rechtlich. a
jmdn. an einen bestimmten ort beordern, auch ‘einladen’. in den verbindungen vor recht
oder gericht bieten
vor gericht bringen, laden: ⟨1181⟩ item es ist auch recht, wann der ambtman ainen peutt zu den ehaften teidingen
weist. 6,131 G. ⟨n1427⟩ und alspald er
(der türkische könig) über das wasser cham, das genant ist Sau, do pot er in die stat Kalipoli und schueff, das man uns über mer füret Schiltberger
8 LV. ⟨v1537⟩ also pot ain rath dem Sigmundt Welser auf den geckinger thurn
(Augsb.) chr. dt. städte 29,45. 1577 inn masen er es auch selbs hat erwisen, als jne ainer mit füsen trat vnd die andern jhm rahten, er solt ihm für gericht bieten? Fischart
3,60 DNL. 1726 doch möchte dißfahls einer so gefährlich handlen, man wurde je nach gestalt der sachen ihne darumb straffen oder auß dem flecken oder gericht biethen
württ. ländl. rechtsqu. 2,920 W. v1781 auf heut zu mir zu gaste dich zu bieten,/ und du, Procill, du kömmst Lessing
1,52 L./M. 1837 Laßberg .. hat auf Meersburg geboten, aber noch keine antwort Droste‐H.
br. 1,257 Sch. K. b
etwas anordnen, bestimmen, jmdm. etwas vorschreiben: ⟨u1240⟩ er vrâgte, wie er hieze, der si ze æhte bôt/ unde von des schulden si wâren in der nôt
Kudrun 5,313 M./Sch. v1388 got hat der svnnen gepoten vnd auf geseczt, das sÿ all tag tegleich chömen müzz von dem aufgankch hincz an irn vndergankch Heinrich v. Langenstein
erchantnuzz 131 TSM. ⟨15.jh.⟩ was die fünfer mit sambt sechser in gemainem nutz des dorfs und der gemain pieten oder verpieten, demselben solle ein ieder in der gemeinschaft gesessen nachkommen
weist. 6,253 G. 1520 zum andern, das der bapst solchs nit macht hat zupietten, als wenig als er macht hat zuvorpieten essen, trincken und den naturlichenn auszgang Luther
w. 6,442 W. v1566 kunig Cristiern .. pot bey 70 personen enthauptn Herberstein
in: font. rer. austr. I 1,96. n1619 ein widerwillen
(hat sich) zugetragen, also wenn der oberst stallmeister .. nicht friden geboten, ein gross unheil doraus erfolgt wer Reusz
reiseerinn. 40 Sch. 1676 die ordnung aber, und krafft, so der allmächtige seinen geschöpffen geboten und eingepflantzt, gehört nicht zur schaffenden, sondern zur erschaffenen natur Francisci
lust‐haus 23. ⟨1838/9⟩ so ging ich denn den abend, wie polizeistunde geboten war und niemand mehr in der stube saß, zu ihm Immermann
4,35 B. ⟨1872⟩ die zeit verging; es war eben feierabend geboten Storm
3,215 K. 1917 das XI. korps .. gelangte an die straße, die nach Pabianice führt. hier bot ihm am 18. november die übermacht der auf dem linken flügel gehäuften reserven halt Stegemann
gesch. d. krieges 2,287. 5
feste verbindungen. –den rücken bieten
etwas meiden, fliehen. von 1 a
her: ⟨v1022⟩ ziu sulent ir zagolicho uuîchen unde den rukke bîeten? Notker
1,3,328 ATB. ⟨u1160⟩ sie bieten den rukke sô siu fleihent
st. trudperter hohes lied 70,4 M. 1531 diß soll die sonn nit beschynen, das ich meinen feinden den rücken bieten woͤll Hedio
Josephus 1,227a. ⟨1626⟩ damit er beydes Meleanders theil beschädigte, vnd dem Archombrotus, der jhm folgen würde, nicht den rücken biete Opitz
Argenis (1644)1,282. 1677 und ist einer wittiben .. gar nicht rähtlich, ehrlicher anwerbung den rükken zu bieten Butschky
Pathmos 91. –sich zu füßen bieten u. ä.
‘sich zu jmds. füßen werfen, niederknien’. nur mhd.: ⟨1060/5⟩ si buten sich elliu sǒzze/ Esau ze fǒzzen. / er bat si stên
wiener genesis 3125 ATB. ⟨1172⟩ unser frouwen sant Marîen/ bôt er sich ze fuozen priester Wernher
3359 W. ⟨u1200⟩ er bôt sich drâte ûf ir vuoz/ und suochte ir hulde unde ir gruoz Hartmann
Iwein 62283 B./L. ⟨u1300⟩ uf die erden si sich bot/ vor der tochter fuze
passional 342,30 K. ⟨1473/8⟩ des wollt sich Eckeprannt zu fúeß im pieten,/ er húeb in auf Füetrer
Persibein 384,5 ATB. –
(älter) speer, spitze, kopf
u. dgl. oder (jünger meist) stirn bieten
widerstand leisten, kämpfen. vgl. bedeutung DWB23 c: ⟨u1147⟩ die burc si wol werten/ mit gêren und mit swerten. / dâ was inne manic wîgant./ der man wol dâ vant/ des im der lîp gerte:/ wolt er mit dem swerte,/ bôt er im daz sper
kaiserchr. 4883 MGH. ⟨E14.jh.⟩ so muss di auch zu male vel/ da ir eines des andern gert/ unnd zu allen getziten budit das swert,/ grosse swencke liden Rothe
keuschheit 4271 DTM. 1531/5 beute ich im
(dem teufel) den spis, so fleugt er Luther
tischreden 1,392 W. 1559 so naget vnd plagt der todt auch die gerechten vnd beutet jhn sein spieß Mathesius
ausgew. w. 21,109 L. 1614 weil domals ein füglicher mittel hab können gefunden werden, den Spaniern den kopff zu bieten, vnnd widerstandt zu thun
Meteren, niderlend. krieg Bbb 3a. ⟨1670⟩
(könig Ludwig) brachte von seiner fränckischen kriegs-macht in eil zusammen, was er konte,/ diesem frechen feind die stirn zu bieten Grimmelshausen
Simplicissimus 3(1713)310. 1728 sie .. griffen zu den waffen, zogen sich jenseits der Elbe eiligst zusammen, und wiesen, daß sie den feinden behertzt die spitze zu biethen, gemeint wären Bünau
kayser‐hist. 1,168b. 1762 alle große herren sind eine art tyrannen, wenn man ihnen nicht den kopf bieten will oder kann Winckelmann
br. 2,207 R. 1806 dieser, nach art schwacher regenten, wagte es nicht, der kraft seines vasallen öffentlich die spitze zu bieten Kind
Wilhelm 263. 1867 das geistliche regiment war ihnen zuwider; aber ihm die spitze zu bieten hatten sie auch den muth nicht Ranke
1,26. 1931 zum ersten male in der weltgeschichte
(hatte) ein sklave den weißen mit erfolg die stirn geboten Otten
Napoleon 235. 1971 die aber nun die stirn ihr bot, war nicht zu töten. die partei Berger
bilder 70. 2003 die USA führen krieg, und die parlamentarischen demokratien haben nicht die courage, dieser mehr und mehr ins unrecht abgleitenden großmacht die stirn zu bieten
süddt. ztg. (15.1.) 9. –die hand (zu etwas) bieten
bei etwas hilfreich sein: ⟨u1160⟩ sô biutet dir got sîne zesewen unde laitet dich
st. trudperter hohes lied 134,21 M. 1539 es sol aber auch, wie ir selb sagen, ein brůder dem andern die hend bieten in allem, das er kan oder mage Bucer
I 7,441 S. 1641 darinn die griechische sprache sich sönderlich hervorthut, und weit und breit die hülffliche künstliche hand beut Schottel
sprachkunst 348. 1679 so muste ihrem vorhaben eine ausgedachte list die hand bieten Riemer
maul‐affe 77. 1732 hemme dein geqvältes kräncken,/ spare dich der guten zeit,/ die den kummer wird versencken,/ und der lust die hände beut Henrici
ged. (1727)3,194. 1781 ich wünsche, sie, mein herr, überzeuget zu haben, daß wir zu der beabsichteten besteurung unter keinerley vorwand jemals die hand bieten werden Pfeiffer
finanzwiss. 436. 1839 der zwölfe letzter war Judas Ischariot,/ der zum verrath des herrn hernach die hände bot Rückert
Jesus 44. ⟨1889⟩ jeder anständig .. veranlagte mensch bietet gern beide hände dazu Raabe
17,241 H. 1909 in dem erlaß .. erklärte der kaiser, er sei entschlossen, zur verbesserung der lage der deutschen arbeiter die hand zu bieten
in: sozialdemokratie 482 faks. 1958 es ist nicht dasselbe, ob man einen fall als leser .. vorgesetzt bekommt oder ob man selbst die hand geboten hat, einen vielleicht nur gestrauchelten beamten dingfest zu machen
spiegel 51,14b. –es jmdm. (gut, wohl) bieten
jmdn. (gut, zuvorkommend) behandeln. nachmhd. auslaufend: ⟨1180/90⟩ vil wol dem wirte daz in sîme hûse stât,/ daz er mit zuchten wese vrô/ unde bíetez sîme gaste sô,/ daz in der wille dunke guot, dén er kegen im kêret Spervogel
3825,8 MF. ⟨u1248/78⟩ si bôt ez sînen friunden wol,/ den gesten, als ein frum wîp sol Herrand v. Wildonie
1,39 ATB. ⟨1362⟩ wo sü hin koment, wie vil ir denne was, so lůt man sü alle uf und bot es in ußermoßen wol Klosener
in: (Straßb.) chr. dt. städte 8,118. 2.h15.jh. und hieß die kunigin, das man es dem margrafen wol bütte
dt. volksb. 123 LV. ⟨1518⟩ dem sol der bropst zu bysen geben vnd es im wol bietten
weist. 1,112 G. –gruß
oder zeit bieten
bzw. in verbindung mit den tageszeiten ‘grüßen, wünschen’: ⟨u1185⟩ mit dem getwerge er dô gie/ und mit sîner vriundîn/ mit zühten vür die künegî
n. / diu bôt im hêrlîchen gruoz Hartmann
Erec 1212 ATB. ⟨1250/60⟩ her bôt mit willen gûden naht/ der koninginnen rîche Berthold v. Holle
Crane 2394 B. ⟨u1380⟩ ach got, gelebt ich den tag,/ das sie mir büte irn holden gruoz,/ so wer mir aller sorgen buoz Altswert
60 LV. 15.jh. wo man euch guten morgen peut,/ do wolt ir beleiben morgen und heut
fastnachtsp. 1,143 LV. 1515 da bot ir Vlenspiegel ein gůten tag
Eulenspiegel 117 HND. ⟨z.j.1581⟩ frau Kittlitzen .. haͤtte mir .. keinen guten morgen geboten, darum habe ich vermeinet, weil sie mir .. keine ehre anlegte, so waͤre ich auch nicht schuldig, sie zu gruͤßen Schweinichen
lieben 2,85 B. 1604 der fuchs beut den armen hünern vnd gensen auch manchen guten abend vnd guten morgen Colerus
oecon. 3,161. ⟨v1678⟩ ein geringer darf nicht dem höhern .. einen guten morgen oder guten tag bieten Butschky
rosen‐thal (1679)597. 1707 als er in walde an eine gewisse gegend gekommen sey, wäre ein langer mann mitten in wege gestanden, den hätte er einen guten abend geboten J. G. Schmidt
speculationes 230. 1758 der gute morgen, den er
(Friedrich II.) both,/ wie munter war er nicht! Gleim
kriegslieder 9 DLD. ⟨1838/9⟩
(der ritter) bot dem andern freundlich die zeit Immermann
3,75 B. ⟨1884⟩ dann kamen der bauer und die bäuerin, .. sie boten ihm guten morgen Anzengruber
2,314 B. ⟨1910⟩ die reiter aber ritten vorbei, indem sie ihnen nur eben dankten, als sie ihnen die tageszeit boten Löns
wehrwolf (1944)25. 1957 die magd in der küche war nicht sonderlich erstaunt, als Kahofer eintrat und ihr den morgengruß bot Voelkner
liebe 24. –(vor, zu) recht bieten (und tun)
u. ä., sich gerichtlich verantworten, zur gerichtlichen auseinandersetzung bereit sein. nachmhd. auslaufend: 1287 ist daz der man búrgen setzet. als reht ist. wen sol in vz der ahte lan. vnde er sol dem clager ze rehte bieten
schwabenspiegel 55a L. ⟨1348⟩ ein herre sol ouch enkeinen den andren der, so in dem twing sitzet, mit geistlichen gerichten lässen bekümbren, er sol das recht von im bieten vnd ouch tun
weist. 4,395 G. u1500
(der landgraf) klagede uwer den bisschoff unde boit sich zu rechte, unde herlangete eyne absolucion Gerstenberg
chr. 276 D. 1528 denn ich gar vntertheniglich bitte, e. k.
f. g. wolten meine person ia getrost vnd frissch zu recht bieten Luther
brw. 4,629 W. E16.jh. die puren meintend, sy wettind inen die hünd nütt zů töden gen, und buttend inen rëcht für den grossen und kleinen ratth
qu. schweiz. gesch., n. f. II 2,473. –etwas bietet einander die hand
etwas geht mit etwas anderem einher, in etwas anderes über: 1558 ein creutz dem andern beut die hand Sachs
1,85 LV. 1613 was erfehrt man doch nur im land,/ ein vnglück beut dem andrn die hand Rinckart
ritter 65 HND. 1666 als immer ein sieg den anderen die hand gebotten, hat er endlich alle völcker in orient jhme vnterwürffig gemacht
Zouche, völcker recht 113. 1742 glükselig ist der poet, bey welchem die erfindungsgabe und der ordnungs=talent einander die hand bieten Bodmer
in: samml. crit. schr. 4, 2. 1780 die beschäftigungen der industrie bieten bei ihrer ins unendliche gehenden mannigfaltigkeit eine der andern auf eine ganz andre art die hand, als die geschäfte des ackerbaues Büsch
staatswirtschaft 1,296. 1808 die medizinalpolizei macht ganz eigentlich einen teil der allgemeinen polizei aus und konkurriert mit derselben überall; .. nirgends kann die eine der andern entbehren, sie bieten sich überall die hand und müssen überall vereint wirken
reformministerium Stein 2,438 Sch. –die hand bieten
sich als zeichen der versöhnung oder der einigkeit die hand reichen: ⟨v1605⟩ vnd vns der feind jetzt bitt die händ Ayrer
d. ä.
1,320 LV. ⟨v1661⟩ so müssen regenten und prediger .. zusammen halten, und einander die hand bieten Schupp
lehrreiche schr. (1684) 203. 1792 es gehört doch .. dazu, dem feinde selbst die hand zum frieden zu biethen Laukhard
leben 2,445. 1839 wer kann diesen streit schlichten, wer die hand zur versöhnung bieten? Feuerbach
8,320 Sch. –jmdm. (ein) paroli bieten
jmdm. etwas entgegensetzen, widerstand leisten. von der verdopplung des einsatzes beim kartenspiel her: 1825 sie hat mit dem vater einen heftigen auftritt gehabt .. um ihm nun ein paroli zu bieten, trug sie mir auf, einen wagen zu bestellen
jb. dt. bühnensp. 4,55. ⟨1873⟩ am 9. november 1848 fiel in Wien als erstes opfer Robert Blum. er wurde erschossen, um dem frankfurter parlamente ein paroli zu bieten Bauernfeld
ausgew. w. 4,193 H. 1938 mit den regierungen Daladier/Chamberlain kann man Hitler nicht paroli bieten
F. Wolf
brw. 217 ak. 1965 keine nationalauswahl der welt vermag diesen artisten an der grasgrünen platte
(beim tischtennis) paroli zu bieten
wochenpost 22,29a. 2008 einem Piëch hätte so oder so kaum jemand zu widersprechen gewagt. und vielleicht habe auch ich ihm zu wenig paroli geboten
spiegel 9,103a.Katzmann