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wahrscheinlich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

wahrscheinlich

wahrscheinlich

scheinen Vb. ‘leuchten, glänzen’, übertragen ‘aussehen als ob, zu Vermutungen Anlaß geben’. Das mit Nasalformans gebildete gemeingerm. Verb ahd. skīnan (8. Jh.), mhd. schīnen ‘strahlen, glänzen, leuchten, erscheinen, sichtbar werden, dem Schein nach (aber nicht in Wirklichkeit) sein’, asächs. skīnan, mnd. schīnen, mnl. scīnen, nl. schijnen, afries. skīna, aengl. scīnan, engl. to shine, anord. skīna, schwed. skina, got. skeinan (verwandt mit Schemen, 2schier, schimmern, s. d.) führen auf germ. *skīnan und stellen sich (wie Schein, s. unten) mit aind. chāyā́ ‘Schatten, Widerschein’, griech. skiá (σκιά) ‘Schatten’, aslaw. sěnь, russ. sen’ (сень) ‘Schatten’, aslaw. sịjati, russ. siját’ (сиять) ‘strahlen, glänzen’ zu einer Wurzel ie. *sk̑āi-, *sk̑i- ‘gedämpft schimmern, Schatten’. scheinen bezeichnet anfangs vor allem das Leuchten der Himmelskörper, steht dann (bereits ahd.) für ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden’ (im Nhd. dafür erscheinen, s. unten). Aus der Wendung mir scheint, mhd. eʒ schīnet mir ‘mich dünkt’ und aus Vergleichen ‘aussehen wie etw. (ohne Übereinstimmung mit der Wirklichkeit)’ entwickelt sich der moderne Gebrauch ‘den Eindruck erwecken, zur Vermutung Anlaß geben’. – erscheinen Vb. ‘zum Vorschein kommen, sichtbar werden, hervortreten, veröffentlicht werden’, ahd. irskīnan ‘offenbar werden, sich zeigen, leuchten’ (um 800), mhd. (stark) erschīnen, daneben (schwach und kausativ) erscheinen ‘leuchten lassen, deutlich machen, zeigen’; Erscheinung f. ‘Aussehen, Aufmachung, Vision, Gespenst, Veröffentlichung, Wahrnehmung’, spätmhd. erschīnunge. wahrscheinlich Adj. ‘vermutlich’ (17. Jh.), nach nl. waarschijnlijk, einer Übersetzung von frz. vraisemblable, das seinerseits dem lat. vērī similis nachgebildet ist, wofür im Dt. zuvor der Wahrheit gleich, wahrähnlich (16. Jh.), der Wahrheit ähnlich (17. Jh.). anscheinend Adv. ‘offenbar, offensichtlich’ (18. Jh.), eigentlich Part. Präs. zu anscheinen Vb. ‘beleuchten, -strahlen’, älter ‘sichtbar werden, sich zeigen’, ahd. anaskīnan (um 1000), mhd. aneschīnen ‘bescheinen, beleuchten, sichtbar sein bzw. werden’. Schein m. ‘Lichtstrahl, Glanz, Schimmer, äußeres Aussehen, Trugbild, schriftlicher Nachweis, Bestätigung, Banknote’, ahd. skīn (9. Jh.), mhd. schīn ‘Strahl, Glanz, Helligkeit, Sichtbarkeit, sichtbarer Beweis’, woraus ‘schriftlicher Beweis, Urkunde, Dokument, schriftliche Bestätigung’ (15. Jh.), asächs. skīn ‘Licht, Glanz’, mnd. schīn, mnl. scijn, nl. schijn, aengl. scīn, engl. shine, (ablautend) anord. skin, schwed. sken. bescheinigen Vb. ‘(durch eine schriftliche Bestätigung) bezeugen’ (18. Jh.), ‘(mit Hilfe von Schriftstücken) beweisen’, mnd. beschēnigen (14. Jh.), niederrhein. bescheinigen (15. Jh.), seit dem 16. Jh. geläufig; Bescheinigung f. ‘Nachweis, Beweis’ (16. Jh.), ‘schriftliche Bestätigung’ (18. Jh.). scheinbar Adj. ‘nicht wirklich, nur vorgetäuscht’, ahd. skīnbāri ‘glänzend, leuchtend, offenbar, sichtbar’ (um 1000), mhd. schīnbære. unscheinbar Adj. ‘unauffällig’, eigentlich ‘nicht glänzend’ (15. Jh.). scheinheilig Adj. ‘sich heilig stellend, Aufrichtigkeit oder Frömmigkeit vortäuschend, heuchlerisch’ (um 1580), nl. schijnheilig (1557), nach die scheynenden heilgen (Luther 1518). scheintot Adj. ‘nur dem Schein nach, nicht wirklich tot’, Scheintod m. ‘Zustand, in dem alle Lebensäußerungen aufgehört zu haben scheinen’ (beide 19. Jh.). Scheinwerfer m. ‘einen gebündelten Lichtstrahl aussendende Lichtquelle’ (Campe 1791 für frz. réverbère ‘Reflektor, Hohlspiegel’).
3490 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wahrscheinlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wahrscheinlich , -er, -ste, adj. & adv. dem Wahren ähnlich, den bloßen Schein des Wahren habend, wovon man nur einige, a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wahrscheinlich

    Goethe-Wörterbuch

    wahrscheinlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    wahrscheinlichAdv.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    wahr-scheinlich Adv. : 'mit ziemlicher Sicherheit', wahʳscheinlich [ Otterstetter 58, Lambert Penns 173]; altmda. eher w…

  4. Sprichwörter
    Wahrscheinlich

    Wander (Sprichwörter)

    Wahrscheinlich Wahrscheinlich hend d' Gäns auch Waden, aber nur wol oben. ( Nürtingen. )

  5. Spezial
    wahrscheinlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wahr|schein|lich I adj. probabl (-i, -a) II adv. valimënt, plü dessigü, bonamënter, probabilmënter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wahrscheinlich

22 Bildungen · 20 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wahrscheinlich

wahrschein + -lich

wahrscheinlich leitet sich vom Lemma wahrschein ab mit Suffix -lich.

wahrscheinlich‑ als Erstglied (20 von 20)

wahrscheinlichkeit

DWB

wahrscheinlich·keit

wahrscheinlichkeit , f. , abstractbildung zu wahrscheinlich. 1 1) die ableitung tritt gleichzeitig mit dem grundwort auf: warscheinlichkeit,…

wahrscheinlichkeitsschlusz

DWB

wahrscheinlichkeitsschlusz , m. : diese wahrscheinlichkeitsschlüsse ... sind schlüsse der reflektirenden urtheilskraft im gegensatz der voll…

wahrscheinlich als Zweitglied (1 von 1)

unwahrscheinlich

DWB

unwahr·scheinlich

unwahrscheinlich , adj. adv. , gs. zu wahrscheinlich ( s. d. ). nl. onwaarschijnlijk. für fabulös Kinderling, für improbabel Campe. eine beg…

Ableitungen von wahrscheinlich (1 von 1)

unwahrscheinlich

DWB

unwahrscheinlich , adj. adv. , gs. zu wahrscheinlich ( s. d. ). nl. onwaarschijnlijk. für fabulös Kinderling, für improbabel Campe. eine beg…