lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gleichsam

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
27

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gleichsam

gleichsam

gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. – Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f., mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).
4766 Zeichen · 171 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gleichsam

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Gleichsam , ein vergleichendes Bindewort, einen Ausdruck zu begleiten, der den vorher gegangenen durch ein Bild, durch e…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gleichsam

    Goethe-Wörterbuch

    gleichsam ca 750 erfaßte Belege, häufig in Br, öfter auch in wiss Beschreibungsprosa; Frequenz im Alter zunehmend als (v…

  3. modern
    Dialekt
    gleichsam

    Schweizerisches Idiotikon

    gleichsam Band 2, Spalte 593 gleichsam 2,593

  4. Spezial
    gleichsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gleich|sam adv. insciö por dí, te na certa manira.

Verweisungsnetz

32 Knoten, 33 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Kompositum 22 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleichsam

17 Bildungen · 12 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von gleichsam

gleich + -sam

gleichsam leitet sich vom Lemma gleich ab mit Suffix -sam.

gleichsam‑ als Erstglied (12 von 12)

gleichsame

FWB

1. ›Gleichheit, Ähnlichkeit (unterschiedlicher Gegebenheiten)‹; vgl. die motivliche Zuordnung unter den Zitaten, vgl. 1gleichsam 1.; 2. ›Gle…

gleichsamen

DWB

gleich·samen

gleichsamen , vb. , gelegentliche verbalbildung zu 2 gleichsam ( ein mhd. gelîchsamon als ableitung von 1 gleichsam s. d. ). bedeutungsmäszi…

gleichsamheit

DWB

gleichsam·heit

gleichsamheit , f. , abstraktbildung zu 1 gleichsam, ' gleichmütigkeit ', entsprechend gleich III E 4 b: equanimitas glijchsamheit (15. jh.,…

gleichsamig

DWB

gleich·samig

gleichsamig , adj. , jüngere adjektivische erweiterung des adv. 2 gleichsam als eines einschränkenden oder einen bildlichen vergleich bezeic…

gleichsamkeit

DWB

gleichsam·keit

gleichsamkeit , f., ' gleichartigkeit, übereinstimmung ', gelegentliche abstraktbildung zu 1 gleichsam: o frund, wan du der gmeinschaft Dama…

gleichsamlich

DWB

gleichsam·lich

gleichsamlich , adj. , gelegentlich als erweiterung von 1 gleichsam. als bezeichnung völliger gleichartigkeit und gleichwertigkeit, aber im …

gleichsam als Zweitglied (1 von 1)

ungleichsam

DWB

ungleich·sam

ungleichsam , adj. adv. ; wie ungleichwohl für gleichwohl ( s. 1 ungleich B 13), steht gelegentlich ungleichsam für gleichsam Rätel schles. …

Ableitungen von gleichsam (4 von 4)

gleichsame

DWB

gleichsame , f. , substantivbildung zu 1 gleichsam, adj., ahd. galîhsam, das, wenn auch mhd. unbezeugt, von hier aus auch mhd. vorauszusetze…

ungleichsam

DWB

ungleichsam , adj. adv. ; wie ungleichwohl für gleichwohl ( s. 1 ungleich B 13), steht gelegentlich ungleichsam für gleichsam Rätel schles. …

ungleichsame

DWB

ungleichsame , f. : dis unglichsame der rAeten Anshelm Berner chron. 5, 279, 20 ; vgl. ungleichheit 8. —

vergleichsam

DWB

vergleichsam , adj. der vergleiche findet: du hast die abschmeckendsten gleichnisse von der welt und bist wahrhaftig der vergleichsamste, sp…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gleichsam". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gleichsam/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gleichsam". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gleichsam/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gleichsam". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gleichsam/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_gleichsam_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gleichsam"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gleichsam/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-15},
}