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Beleidigung

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Beleidigung

Beleidigung

Leid n. ‘großer Kummer, seelischer Schmerz’, ahd. leid (9. Jh.), mhd. leit ‘das angetane Böse, Unrecht, Schädigung, Kränkung, Beleidigung, Sünde’, dann auch ‘durch Schädigung hervorgerufener Kummer, Schmerz, Betrübnis, Sorge’, asächs. lēð ‘Leid, Böses, Sünde’, mnd. lēt ‘Leid, Schmerz’, mnl. leet, nl. leed ‘Böses, Beleidigung, Verdruß, Kummer, Schaden’, aengl. lāþ ‘Leid, Schmerz, Unglück, Beleidigung, Plage’. Das Neutrum ist eine Substantivierung des in nhd. leid (s. unten) vorliegenden germ. Adjektivs *laiþa-; vgl. die an dieses ebenfalls anzuschließenden femininen Bildungen anord. leiða ‘Unlust, Widerwille’, schwed. leda, dän. lede ‘Überdruß, Ekel’, im Westgerm. ahd. leida ‘Anklage, Verfolgung’ (8. Jh.), mhd. leide ‘Leid, Schmerz, Feindseligkeit’, mnd. lēde ‘Leid, Schmerz, Trauer, Angst, Bangigkeit’, mnl. lēde ‘Leid, Verdruß, Böses’. – leid Adj. ‘schmerzlich, bedauerlich, widerwärtig’, ahd. leid (8. Jh.), mhd. leit ‘nicht lieb, betrübend, widerwärtig, verhaßt, schmerzlich’, asächs. lēð ‘verhaßt, feindlich, widerwärtig, böse’, mnd. lēt ‘betrübend, böse, verhaßt’, mnl. leet, nl. leed ‘unangenehm, lästig, verhaßt’, aengl. lāþ ‘verhaßt, feindlich, boshaft, schädlich’, engl. loath, loth ‘abgeneigt, nicht willens’, anord. leiðr ‘feindlich, verhaßt’, schwed. led ‘überdrüssig, böse, leidig’, dän. led ‘häßlich, widerlich’. Das für das Westgerm. und Nordgerm. allgemein bezeugte Adjektiv germ. *laiþa- ‘schädigend, kränkend, widerwärtig, unangenehm’ läßt sich mit griech. alé͞itēs (ἀλείτης) ‘Frevler’, alité͞in (ἀλιτεῖν) ‘freveln, fehlen, sündigen’, air. li(u)s ‘Ekel, Widerwille’ vergleichen und daher wohl zur Wurzel ie. *leit- ‘verabscheuen, freveln, Böses tun’ stellen. Während in den frühen dt. Sprachstufen auch attributiver Gebrauch durchaus üblich ist (so noch schweiz. im Sinne von ‘unangenehm, schlecht, böse’), bleibt leid heute auf die festen Fügungen leid tun, sein, werden (mit Dativ der Person) beschränkt, die bis zum Zusammenfall beider Formen im älteren Nhd. ein Schwanken zwischen prädikativem Adjektiv ahd. leid, mhd. leit, frühnhd. leid (dieses nicht sicher zu scheiden vom gleichlautenden Substantiv, das an der Entstehung der Fügungen vermutlich auch beteiligt ist) und Adverb ahd. leido (um 1000), mhd. frühnhd. leide zeigen: etw., jmd. tut jmdm. leid ‘jmd. bedauert etw., jmdn.’ (mhd. daʒ tuot mir leit ‘das schmerzt mich’, daneben aber einem leit/leide tuon ‘jmdm. Schaden zufügen’); etw. ist, wird jmdm. leid ‘etw. ist, wird jmdm. lästig, zuwider, verhaßt’ (bereits ahd.), dann auch ‘jmd. bedauert, bereut etw.’. Dazu kommt in jüngster Zeit die Wendung jmd. ist, wird etw., jmdn. leid ‘jmd. ist, wird einer Sache, Person überdrüssig’ (zunächst in Sätzen wie ich bin es leid, wo das ursprünglich genitivische es als Akkusativ aufgefaßt wird). leidig Adj. ‘lästig, unangenehm’ (nur attributiv, in dieser Verwendung leid ablösend), ahd. leidīg, leidag ‘betrübt, beunruhigt, verwirrt, einer Sache überdrüssig’ (um 1000), mhd. leidec, leidic ‘betrübt, schmerzend, böse, widerwärtig’, abgeleitet vom Substantiv (s. oben); seit dem 18. Jh. in der jetzigen Bedeutung. beleidigen Vb. ‘kränken, verletzend behandeln’, spätmhd. beleidegen ‘verletzen, schädigen’; präfigierte Variante von ahd. leidigōn ‘Leid zufügen, betrüben, verwirren’ (um 1000), mhd. leidegen, leidigen ‘betrüben, kränken, verletzen’ (dieses vom Adjektiv ahd. leidīg, mhd. leidec, s. oben); dazu Beleidigung f. ‘Kränkung’, spätmhd. beleidigunge ‘Schädigung, Kränkung’ neben älterem ahd. leidigunga ‘Schaden, Unheil’ (um 1000), spätmhd. leidegunge ‘Beleidigung, Verletzung’. verleiden Vb. ‘die Freude an etw. verderben, die Sympathie für jmdn. nehmen’ (mit Dativ der Person), mhd. verleiden ‘verhaßt machen’, Präfixbildung zu gleichbed. ahd. (8. Jh.), mhd. leiden, Faktitivum zu ahd. leid Adj. (s. oben); vgl. dagegen ahd. firleidōn (um 1000), mhd. verleiden ‘anklagen, beschuldigen’, das zu ahd. leidōn (8. Jh.), mhd. leiden ‘anklagen, Leid zufügen’ gehört (zu unterscheiden von nhd. leiden, s. d.). Beileid n. ‘Mitgefühl, Anteilnahme an einem Todesfall’, zuerst in der Bedeutung ‘mitempfundenes Leid’ mehrfach bei Fleming (1631/32) nachzuweisen, im 18. Jh. noch allgemein für ‘Mitleid, Bedauern, Anteilnahme am Schicksal anderer’ im weitesten Sinne, doch gelegentlich schon mit Bezug auf Todesfälle verwendet, gegen Ende des 18. Jhs. eingeengt auf das den Hinterbliebenen gegenüber zum Ausdruck gebrachte Mitgefühl. leider Adv. ‘bedauerlicherweise, unglücklicherweise’, ahd. leidōr (9. Jh.), mhd. leider, mnd. lēder, leider, eigentlich Komparativ des Adverbs (ahd. leido, mhd. leide, s. oben) mit verstärkender Funktion, seit Beginn der Überlieferung oft als Ausruf des Bedauerns und der Klage gebraucht; auffällig ist die steigernde Fügung leider Gottes (17. Jh.), die nach Andresen in: ZfdA (1886) 417 f. wahrscheinlich auf Umbildung der Beteuerungsformel (beim) Leiden Gottes beruht (s. Leiden).
4898 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BeleidigungDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Die Beleidigung , Mz. die — en. 1) Die Handlung des Beleidigens; ohne Mehrzahl. 2) Eine beleidigende Handlung, die Sache…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Beleidigung

    Goethe-Wörterbuch

    Beleidigung 1 zu beleidigen 1 Und es praßten bei uns die Obern, und raubten im Großen, | Und es raubten und praßten .. d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beleidigung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Beleidigung , s. Injurie .

  4. modern
    Dialekt
    Beleidigungf.

    Pfälzisches Wb.

    Be-leidigung f. : wie schd., Beleidichung (s. beleidigen ) [verbr.].

  5. Sprichwörter
    Beleidigung

    Wander (Sprichwörter)

    Beleidigung 1. Beleidigungen werden alt, Wohlthaten vergisst man bald. Frz. : Les injures s'écrivent sur l'acier, les bi…

  6. Spezial
    Beleidigung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Be|lei|di|gung f. (-,-en) 1 (Verletzung) ofenüda (-des) f. , afront (-nc) m. 2 (Beschimpfung) cospetada (-des) f. 3 iniu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beleidigung

4 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von beleidigung 3 Analysen

be- + leidigung

beleidigung leitet sich vom Lemma leidigung ab mit Präfix be-.

Alternativen: beleidigen+-ung be-+leidig+-ung

beleidigung‑ als Erstglied (1 von 1)

beleidigung als Zweitglied (2 von 2)

Ableitungen von beleidigung (1 von 1)

beleidigunge

KöblerMhd

beleidigunge , st. F. nhd. Beleidigung, Beschädigung, Schädigung Q.: DW2 (1359), WeistGr E.: s. beleidigen W.: nhd. Beleidigung, F., Beleidi…