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klei

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EWA
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13 in 10 Wb.
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

klei

kleibenAWB sw.v. I, in Gl. seit dem 9. Jh.,
bei O: ‚kleben, streichen, anheften, befes-
tigen, einprägen, verbinden, zusammenfü-
gen, [in Worte] kleiden; annectere, glutina-
re, linere, reglutinare
(mhd., frühnhd. klei-
ben, nhd. mdartl. schweiz. chleiben [Schweiz.
Id. 3, 614], els. kleiben ‚kleben, mit Lehm
Fachwerk ausfüllen‘
[Martin-Lienhart, Wb.
d. els. Mdaa. 1, 488], bad. kleiben ‚kleben,
verkleben, verkleistern, Bettbezüge wachsen,
damit die Federn nicht durch den Stoff drin-
gen, ohrfeigen, hängen, haften‘
[Ochs, Bad.
Wb. 3, 157], schwäb. kleiben ‚kleben, verkle-
ben, schmieren, verschmieren, beschmutzen‘

[Fischer, Schwäb. Wb. 4, 469 f.; 6, 2 Nachtr.
2317], vorarlb. kleiben ‚kleben, kleistern,
schmieren, verschmieren, schlecht malen‘

[Jutz, Vorarlberg. Wb. 2, 86], bair. klaiben
‚haften machen, schmieren‘ [Schmeller, Bay-
er. Wb.2 1, 1320], tirol. klàiben ‚verkleben‘
[Schöpf, Tirol. Id. 319], rhein. kleiben ‚mit
Lehm bewerfen, Fachwerk mit Lehm befül-
len, Butter dick auftragen‘
[Müller, Rhein.
Wb. 4, 685], pfälz., südhess. ‚mit Lehm
verputzen‘
[Christmann, Pfälz. Wb. 4, 288;
Maurer-Mulch, Südhess. Wb. 3, 1393 f.],
thür. ‚leimen, kleben, Lehmputz an der Fach-
werkwand anbringen, tünchen, streichen, den
Brotaufstrich zu dick auftragen‘
[Spangen-
berg, Thür. Wb. 3, 453], osächs. ‚Lehmar-
beiten ausführen‘
[Frings-Große, Wb. d.
obersächs. Mdaa. 2, 554], märk., schles.
‚Lehmwände errichten, Fachwerk mit Lehm
ausfüllen‘
[Bretschneider, Brandenb.-berlin.
Wb. 2, 1003; Mitzka, Schles. Wb. 2, 668],
westf. klaiwen ‚schmieren‘ [Woeste, Wb. d.
westf. Mda. 128]). Kausativbildung zum st.v.
I klîban (s. d.). – anagikleibenAWB Gl. 1,324,15
(10. Jh., alem.): ‚anbringen?, aufstreichen;
illinere
. – anakleibenAWB Gl. 1,343,50 (10. Jh.)
verschrieben anaclipeit; 2,503,45 (10. oder
11. Jh.). 521,46 (13. Jh.). 535,26 (Ende des
12. Jh.s, alle alem.): ‚bestreichen, beschmie-
ren; illinere
, im Part.Prät. ‚eingewachsen;
577 kleiben – kleidS578
inolitus
(nhd. mdartl. schweiz. anchlei-
ben [Schweiz. Id. 3, 614], bair. anklaiben
[Schmeller, Bayer. Wb.2 1, 1320]). – bikleibenbiklei
benAWB
in Gl. 2,604,54 (in 2 Hss., 10. und 10./
11. Jh., beide bair.). 637,33 (11. Jh., bair.).
685,41 (1. Viertel des 12. Jh.s, alem.) und
bei O: ‚mit Schlamm überziehen, verbinden,
befestigen, anwachsen, erstarken; coalesce-
re, oblimare, vincire [iungere]‘
(mhd. beklei-
ben, nhd. mdartl. schweiz. bechleiben ‚über-
kleben‘
[Schweiz. Id. 3, 615], els. †beklei-
ben ‚bekleben‘ [Martin-Lienhart, Wb. d. els.
Mdaa. 1, 489], rhein. bekleiben ‚mit Lehm
bewerfen‘
[Müller, Rhein. Wb. 4, 685], thür.
‚Wände verputzen, die Fächer des Fach-
werks mit Lehm auskleiden‘
[Spangenberg,
Thür. Wb. 1, 661], märk. ‚mit Lehm ver-
putzen, bestreichen‘
[Bretschneider, Bran-
denb.-berlin. Wb. 1, 533], schles. ‚beschmie-
ren, kleben bleiben‘
[Mitzka, Schles. Wb. 1,
110]). – darakleiben bei O: ‚aufstreichen, an-
heften‘
. – gikleibenAWB bei O: ‚festhalten, fest-
machen, einprägen‘
. – Ahd. Wb. 5, 233 ff.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 465; Köbler, Wb. d. ahd.
Spr. 33. 35. 94. 172. 404. 665; Schützeichel7
177; Starck-Wells 334; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 240 f. 254 (Ansatz anaklī-
ban für verschriebenes anaclipeit s. o. ana-
kleiben).
3339 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    k̂lei

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    klei

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    kleibenAWB sw.v. I, in Gl. seit dem 9. Jh., bei O: ‚kleben, streichen, anheften, befes- tigen, einprägen, verbinden, zus…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kleiM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    klei , M. nhd. Klei, Lehmboden, schwere bzw. fette Erde der Marschländer, fruchtbarer Boden Vw.: s. katten-, stēn- Hw.: …

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KleiDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Klei , des — es, Mz . von mehrern Arten, die — e , eine fette, kleberige Erde, als Thon und Lehm; besonders Mergel…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klei

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Klei ( Klai, Klay ), Schlamm, Kot; Ton oder jede fette, zähe Erdart ( Kleierde, Kleiboden , s. Boden , S. 119).

  6. modern
    Dialekt
    Kleim.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Klei m. fetter, schwerer Boden, stark lehm-, ton- oder mergelhaltig, oft geradezu Lehm: Kley 'Schlamm, fetter Leimen' Mo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klei

1.461 Bildungen · 1.456 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

klei‑ als Erstglied (30 von 1.456)

kleiachtig

RhWB

klei·achtig

klei-achtig -ətiχ Schleid-Scheven Hellenth , Eup-Kettenis Adj.: tonartig.

Kleibhaken

SHW

Kleib-haken Band 3, Spalte 1393-1394

Kleibscheit

SHW

Kleib-scheit Band 3, Spalte 1393-1394

kleiba

AWB

kle·iba

kleiba st. ( sw.? ) f. , nhd. dial. schweiz. chleibe n Schweiz. Id. 3,614. chleib-: nom. sg. -e Gl 4,69,32 ( Sal. a 1; -e i -); dat. sg. -o …

Kleibalken

Campe

kleib·alken

† Der Kleibalken , des — s , d. Mz . w. d. Ez. im N. D. beim Schleusenbaue, die unter dem Boden über den ersten Grundbalken gelegten Balken,…

kleibar

AWB

klei·bar

kleibar st. m. , mhd. frühnhd. kleiber ( vgl. DWb. V,1068 f. ). cleiber: nom. sg. Gl 3,494,12. Verschrieben: clether: nom. sg. Gl 3,382,27 (…

kleibasche (?)

MWB

kleibasche (?) swSubst. Ansatz und Bed. unklar, wohl eine breiartige Speise (vgl. Anm.z.St.): si ezzent [in der Wetterau] kleybaschen / und …

kleibe

DWB

kleibe gleich kleie, s. d.

Kleibegarn

PfWB

kleibe·garn

 Kleibe-garn n. : ' Fischernetz '. o. J.: mit waden, kleibegarn oder andern garn und fahegeschirr, fischen [ Grimm Weist. V 669 (Burg Nanst…

Kleibel

PfWB

klei·bel

 Kleibel , Kleibel-tag m. : ' Tag der Empfängnis Mariä '; vgl. + Gekleibeltag. a. 1515: Item 2 gulden endreßen dem wagener geben dinstag no…

kleibeltag

DWB

kleibeltag , s. kleiben 3 sp. 1066.

kleiben

DWB

klei·ben

kleiben , klieb, geklieben ( Steinbach 1, 872 ), haerere, adhaerescere, das intrans. starke stammwort des folgenden schwachen transitivums, …

kleiber

DWB

klei·ber

kleiber , m. d. i. klaiber, vom trans. kleiben: argillator kleiber voc. ex quo (leimenmacher, leimschlaher) Dief. 47 c , scenofactor kamerma…

kleiber

FWB

1. ›Bauhandwerker, Verputzer‹; 2. ›Mörtel‹; abwertend: ›Dreck‹; 3. ›Specht‹, s. klän.

kleiberin

DWB

kleib·erin

kleiberin , f. frau oder helferin des ( zweiten ) kleibers. Stieler 975 . Adelung.

kleiberlehm

DWB

kleiber·lehm

kleiberlehm , m. lehm wie ihn die kleiber brauchen, zum unterschied vom töpferlehm. Adelung.

kleibermeister

MWB

kleiber·meister

kleibermeister stM. ‘Zunftmeister der Lehmarbeiter’ [man gibt] ainem murer maister des tags zwen und zwaintzig pfenning, ainem murer knecht …

kleibern

DWB

klei·bern

kleibern , gleich kläubeln bei Stieler, s. klebern 4. eigen bei Fischart, in dem angeblich altdeutschen gedichte im 2 . cap. des Garg. (1594…

Kleiberwerk

Campe

kleiber·werk

Das Kleiberwerk , des — es , d. Mz . ungew. die Arbeit des Kleibens oder Ausflechtens und Ausfüllens des Fachwerkes und der Decken mit Lehm …

kleibetuoch

AWB

kleibe·tuoch

kleibetuoch mhd. st. n. cleibe-tuoch: nom. sg. Hbr. I,329,207 ( SH A, Erl. 396, 13. Jh. ). Flicken: plez vel cleibetuoch pitacium.

Kleibewêrk

Adelung

kleibe·werk

Das Kleibewêrk , des -es, plur. inus. die Arbeit, die Verrichtung des Kleibens, d. i. der Ausfüllung eines Raumes mit angefeuchtetem und dur…

kleibicht

DWB

kleib·icht

kleibicht , adj. gleich klebicht Stieler 975 . Steinbach 1, 873 . s. auch kliebig 2.

klei als Zweitglied (4 von 4)

stēnklei

KöblerMnd

*stēn·klei

*stēnklei , M. nhd. steinharter Lehmboden Hw.: s. stēnkleie E.: s. stēn (1), klei

kattenklei

KöblerMnd

katten·klei

kattenklei , M. nhd. Katzenfett als Haarpomade (scherzhaft) E.: s. katte, klei L.: MndHwb 2, 528f. (kattenbēre/kattenkley) Son.: jünger

wētenklei

KöblerMnd

wētenklei , F. Vw.: s. wētenklīe*

Ableitungen von klei (1 von 1)

kleie

DWB

kleie , f. furfur, die klein gemalenen bälge des getraides, die durch den beutel vom mehle gesondert werden. früher kleye. 1 1) Die formen. …