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kleina

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

kleina

kleinîAWB f. īn-St., auch kleinaAWB f. ō-St.
(später Beleg), spätestens seit dem 10. Jh.
in Gl. (2,167,8 [Hs. 9. Jh., Zeit des Gl.ein-
trags unbekannt]), bei O, NBo, Nps: ‚Scharf-
sinn, Geschicklichkeit, tiefer Sinn, Klugheit,
Schläue, Feinheit, Beweis, Beweiskraft; ar-
gumentum, astutia, cognitia [= cognitio],
documentum, experientia, industria, inge-
nium, inventio, scientia, simulata innocen-
tia, sollertia, subtilitas, versutia
(mhd. klei-
ne ‚Kleinheit‘, nhd. Kleine ‚kleines Mäd-
chen‘
). Deadj. Abstraktum. S. kleini. – kleiniklettaklei-
niklettaAWB
f. jōn-St., Gl. 3,602,36 (10./11. Jh.):
zur Bezeichnung von ‚Odermennig; agri-
monia
(Agrimonia Eupatoria L.; vgl. Mar-
zell [1943–58] 2000: 1, 139. 141), eigtl.
‚Kleine Klette‘ im Unterschied zur ‚Großen
Klette‘
(Arctium Lappa L.). Determinativ-
komp. mit adj. VG und subst. HG. S. kleini,
kletta. – klein(i)wînAWB m. a-St., in Gl. seit dem
12. Jh. (vorwiegend im SH): ‚Ehrenwein;
honorarium vinum
(vgl. mhd. kleiner wîn
‚reiner Wein‘, nhd. kleiner Wein ‚geringer,
minderwertiger Wein‘
; mndl. cleine wijn
‚dünner, leichter Wein‘; ae. clǣne wīn ‚rei-
ner Wein‘
). Vgl. Alanne 1950: 69. 157.
Determinativkomp. mit adj. VG und subst.
HG. Zum Übergang vom Komp. zum syn-
taktischen Gefüge im Mhd. vgl. Gröger
1911: § 73 (S. 120). S. kleini, wîn. – kleinkôsîgklein-
kôsîgAWB
adj., nur Ns: ‚klug erörternd, scharf-
sinnig; dissertus
. Deverbale Ableitung mit
dem Fortsetzer des Suffixes urgerm. *-ia-.
S. kleinkôsôn. – kleinkôsônAWB sw.v. II, nur Ns:
‚geschickt argumentieren; disserere. Ablei-
tungskomp. S. kleini, kôsa. – kleinlîchoAWB adv.,
Gl. 1,277,38 (in 2 Hss., beide Anfang des
9. Jh.s, alem.). 307,62 (Ende des 8./Anfang
des 9. Jh.s, alem.): ‚sorgfältig, genau, gründ-
lich; diligenter, subtiliter
(mhd. kleinliche
S585klecken 586
‚auf feine, zarte Art, genau‘, nhd. kleinlich
‚engstirnig, ohne jede Großzügigkeit‘; mndd.
klēinlīk[en] ‚zierlich, zart, jugendlich, kind-
lich‘
; mndl. cleinlike ‚auf feine, ordentliche
Art, mäßig, sparsam‘
; ae. clǣnlīce ‚auf reine
Weise‘
). Deadj. Bildung (vgl. Schmid 1998:
281. 512). S. kleini, -lîh. – kleinlistAWB m. i-St.,
Gl. 1,572,39 (in 2 Hss., 2. Hälfte des 12. und
1. Hälfte des 13. Jh.s, beide bair.); 2,512,
50 (Hs. 10. Jh., Zeit des Gl.eintrags un-
bekannt); 3,416,72 (um 1175, alem.) und
NMC: ‚Scharfsinn, Schläue, Spitzfindigkeit,
Beweis; argumentum, sollertia
(nhd. Klein-
list bei H. Heine [Heine, Werke und Briefe
in 10 Bänden. Hrsg. von H. Kaufmann. Bd.
6 (1962), 611]). Determinativkomp. mit adj.
VG und subst. HG. S. kleini, list. – kleinlistîgklein-
listîgAWB
adj., Gl. 3,383,34 (12./13. Jh.);
4,196,41 (1. Drittel des 11. Jh.s, mfrk.):
‚scharfsinnig, klug, schlau, listig; argumen-
tosus, ingeniosus
(as. klēnlistig ‚geschickt,
äußerst kunstfertig; argumentosus, sedulus,
sollertissimus
bei WaD 107, 9 [Hs. 10./
11. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt]) und
in Gl. 4,177,11 [2. Hälfte des 12. Jh.s]).
Denominale Ableitung mit dem Fortsetzer
des Suffixes urgerm. *-ia-. S. kleinlist, -îg.
kleinlistigaAWB f. ō-St., Gl. 1,658,3 (12. Jh.):
‚Scharfsinn, Schläue; sollertia. Deadj.
Bildung. S. kleinlistîg. – kleinlistigariAWB? m. ja-
St., Gl. 3,187,62 (Anfang des 13. Jh.s):
‚(Arg-)Listiger; astutus, calidus. Personen-
bezeichnung mit dem Fortsetzer des Lehn-
suffixes urgerm. *-ari̯a-. S. kleinlistiga,
kleinlistîg, -ari. – kleinoAWB adv., in Gl. seit
Anfang des 9. Jh.s, bei O, NBo und NMC:
‚fein, zart, zierlich, klein, in einzelne Teile,
hell, scharfsinnig, schlau, listig, gründlich,
sorgfältig, genau; acute, argute, exile, mi-
nutatim, subtiliter
, kleino gibrochôtaz ‚ein
Stück Brot stückweise zuteilen; similam mi-
nutatim dividere
, kleino redinôn ‚spitzfindig
diskutieren; perverse loqui, disserere
(mhd.
kleine, klein ‚fein, zierlich, genau, scharf,
sorgfältig, wenig, gar nicht‘
, nhd. klein;
as. klēno ‚in einzelne Teile; minutatim in
Gl. 2,588,27 = WaD 102, 36 [10. Jh.],
mndd. klēin[e] ‚wenig, in geringem Maße‘;
ae. clǣne ‚gänzlich, vollkommen‘). S. kleini.
kleinstimmiAWB adj. ja-St., nur Nm: ‚leise‘
(vgl. ält. nhd., nhd. fachspr. kleinstimmig).
Possessivkomp. S. kleini, stimma. – kleinungaklei-
585 kleckenS586
nungaAWB
f. ō-St., nur NMC: ‚Kleinigkeit; mi-
nutiae
. Denominales Abstraktum. S. klei-
ni, -unga. – Ahd. Wb. 5, 239 ff.; Splett, Ahd.
Wb. 1, 463
. 464. 476. 477. 556. 939; Köb-
ler, Wb. d. ahd. Spr. 665 f.; Schützeichel7
177; Starck-Wells 334 f.; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 243 f. 245.
4632 Zeichen · 219 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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    kleina

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    kleina s. kleinî.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kleina

32 Bildungen · 32 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kleina 2 Komponenten

kle+ina

kleina setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kleina‑ als Erstglied (30 von 32)

Kleinabnehmer

PfWB

klein·abnehmer

Klein-abnehmer m. : wie schd., Kleinabnehmeʳ , -nemmeʳ [vereinzelt]. Die K. zahle fufzich Penning for die Kilowattstunn [ PS-Lu'wink ]. —

Kleinachtel

Campe

klein·achtel

○ Das Kleinachtel , des — s , d. Mz . ungew. ein kleines Achtel, in Gegensatz von Großachtel . S. d. Ein Buch in Kleinachtel (in Klein octav…

kleinachtung

DWB

klein·achtung

kleinachtung , f. geringschätzung, zu klein achten sp. 1100: kleinachtung, kleinschetzung, geringschetzung, vilipendium. voc. th. 1482 q 6 b…

Kleinägypten

GWB

kleina·egypten

Kleinägypten nach zeitgenössischer Überzeugung, aber fälschlich für: Nubien 1) [ Hauptmann: ] Ich binn Johann von Löwenstain aus klein Egypt…

kleinäugig

DWB

klein·aeugig

kleinäugig , mit kleinen augen Rädlein 544 a . Steinb. 1, 48 . Frisch 1, 41 c : sein kleinäugigtes Dortchen. Lessing 12, 259 .

kleinahtunge

Lexer

klein·ahtunge

klein-ahtunge stf. geringschätzung, parvipensio Dfg. 414 c , vilipendium Voc. 1482.

Kleinamet

RhWB

kleina·met

Klein-amet -:mə(r)t uWupp, Sol , Bergh-Hüchelhv m.: kleiner Imbiss zwischen Nachmittagskaffee u. dem eigentlichen Abendessen (veralt.).

Klein, Ant. v

DWBQVZ

Klein, Ant. v. *1746 Molsheim/Unterels. †1810 Mannheim.

Kleinarbeit

LDWB2

klein·arbeit

Klein|ar|beit f. (-) laur por menü m. , laur minuzius m. , laur de paziënza m.

kleinartig

GWB

klein·artig

kleinartig okkasionell: gering, unbedeutend, zugleich mit dem Nebensinn kleinlich; mBez auf den Streitwert jur Klagen daß man nicht [ in die…

Kleinartlich

RhWB

klein·artlich

Klein-artlich -ăt- Saarbg-Serrig ; in der Antw. auf die Frage: wohin gehst du? No Grousswestat (Gross-weissdues) net bei Kl.

Klein-Aruscha

Meyers

Klein-Aruscha , wichtiger Lagerplatz der Karawanen in Deutsch-Ostafrika, in einer fruchtbaren, bananenreichen Oase im S. des Kilimandscharo,…

kleinauge

DWB

klein·auge

kleinauge , n. 1 1) der kaschelot mit kleinen augen, physeter microps, nl. kleinoog. Nemnich 4, 958 . 2 2) die maulwurfsmaus. 3, 659.