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klei

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klei m. f. n.

Bd. 11, Sp. 1064
klei, m. f. n. argilla, lutum, auch klai, kle. 11) kley, m., terra glutinosa, argilla tenax Stieler 975, eine fette, graue und zähe erde Frisch 1, 522. 1@aa) es ist ein nd. wort, an der Niederelbe, in Ditmarschen, in ganz Friesland heiszt die fette erde der marschen so, daher ditm. he hett klei ünner de föt, er hat viel land Richey 415; ein spruch der marschländer verspottet die leute aus dem sandigen geestlande: dat is hier en wunnerlîken sand, sede de Fêling (Westfäling), as he in de marsch up den klei quam, s. Frommann 2, 537. aber auch schlamm, 'made' Richey 121, Schütze 2, 273. an der Weser aber lehm, lettige erde (brem. wb. 2, 798), das klebrige, schmierige ist deutlich der kern des begriffs: unter dieser obersten bedeckung (schlick) findet sich eine schicht ungemein fetter thonerde, kley genannt. Ritter Europa 1811 1, 292; ein fetter schlick oder klei. Kobbe Bremen und Verden 1, 3; unter dem moore bildet bester torf und klei die unterlage. Oldenburger anzeige 1853. bei Bechius, übers. von G. Agricola bergwerk (1557) klê lette: darnach ein roter kle, welcher bei zweien lachtern tief ist, under dem ligt ein than (thon). 90, vgl. unter kleierde, auch kleiboden, kleiig. 1@bb) aber auch am Mittelrhein, klei, klai m., feuchter, lehmiger boden. Kehrein Nassau 1, 227. 1@cc) auszerdem nl., fries., engl.: nl. klei fem., kleye Kil.; altfries. klai, neufries. klay, klaey, s. Richth. 872b; engl. clay, altengl. clai, clei Stratmann 108, ags. aber clæg samia terra Ettm. 393 (wie key schlüssel ags. cæge), vgl. 4, c. 1@dd) auch als neutr., nl. und westf.: trouwen, mich dunct, is't paf, is't ley (ist es pfaffe oder laie), se varen al onder daʒ cley. bruder Hans Marienl. 5170. wieder ein wort in allen drei geschlechtern, s. klaue I, 2 a. e. 22) kotfleck: 'kleck, kley, macula'. M. Neander syll. loc. 185. vgl. das letzte kleien. 33) herkunft und nebenformen. 3@aa) die verwandtschaft mit kleben ist unabweislich; der lehm, schlamm scheint da von dem gebrauche benannt, den man davon machte, dem kleiben, kneten beim hausbau und geschirrmachen (vgl. das letzte kleien). noch Kilian führt kley so an: 'lutum paleatum, aceratum, fange empaillé', mit häcksel durchknetet wie man ihn zu lehmmauern verwendet (sp. 1067 mitte). nl. klei hiesz auch töpfererde, und ebenso nd., das bezeugt die redensart ik bin so wenig van klei bakken as ji, bin von so guter herkunft als ihr (brem. wb.), vgl. kannenbäcker. 3@bb) klei stellt aber den stamm von kleiben in einfachster gestalt dar (s. sp. 6) wie gr. γλία u. a., s. unter kleiben sp. 1066 mitte. 3@cc) nebenformen sind kleit (s. d.), wie engl. clayt; ditm. klên m. torferde, moorerde die unter dem marschboden liegt, wie klenen (s. d.) gleich kleben; osnabr. kleggland gleich kleiland Strodtm. 105, vgl. ags. clæg unter 1, b.
2834 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    k̂lei

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    klei

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    kleibenAWB sw.v. I, in Gl. seit dem 9. Jh., bei O: ‚kleben, streichen, anheften, befes- tigen, einprägen, verbinden, zus…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kleiM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    klei , M. nhd. Klei, Lehmboden, schwere bzw. fette Erde der Marschländer, fruchtbarer Boden Vw.: s. katten-, stēn- Hw.: …

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    KleiDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Klei , des — es, Mz . von mehrern Arten, die — e , eine fette, kleberige Erde, als Thon und Lehm; besonders Mergel…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klei

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Klei ( Klai, Klay ), Schlamm, Kot; Ton oder jede fette, zähe Erdart ( Kleierde, Kleiboden , s. Boden , S. 119).

  6. modern
    Dialekt
    Kleim.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Klei m. fetter, schwerer Boden, stark lehm-, ton- oder mergelhaltig, oft geradezu Lehm: Kley 'Schlamm, fetter Leimen' Mo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klei

1.461 Bildungen · 1.456 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

klei‑ als Erstglied (30 von 1.456)

kleiachtig

RhWB

klei·achtig

klei-achtig -ətiχ Schleid-Scheven Hellenth , Eup-Kettenis Adj.: tonartig.

Kleibhaken

SHW

Kleib-haken Band 3, Spalte 1393-1394

Kleibscheit

SHW

Kleib-scheit Band 3, Spalte 1393-1394

kleiba

AWB

kle·iba

kleiba st. ( sw.? ) f. , nhd. dial. schweiz. chleibe n Schweiz. Id. 3,614. chleib-: nom. sg. -e Gl 4,69,32 ( Sal. a 1; -e i -); dat. sg. -o …

Kleibalken

Campe

kleib·alken

† Der Kleibalken , des — s , d. Mz . w. d. Ez. im N. D. beim Schleusenbaue, die unter dem Boden über den ersten Grundbalken gelegten Balken,…

kleibar

AWB

klei·bar

kleibar st. m. , mhd. frühnhd. kleiber ( vgl. DWb. V,1068 f. ). cleiber: nom. sg. Gl 3,494,12. Verschrieben: clether: nom. sg. Gl 3,382,27 (…

kleibasche (?)

MWB

kleibasche (?) swSubst. Ansatz und Bed. unklar, wohl eine breiartige Speise (vgl. Anm.z.St.): si ezzent [in der Wetterau] kleybaschen / und …

kleibe

DWB

kleibe gleich kleie, s. d.

Kleibegarn

PfWB

kleibe·garn

 Kleibe-garn n. : ' Fischernetz '. o. J.: mit waden, kleibegarn oder andern garn und fahegeschirr, fischen [ Grimm Weist. V 669 (Burg Nanst…

Kleibel

PfWB

klei·bel

 Kleibel , Kleibel-tag m. : ' Tag der Empfängnis Mariä '; vgl. + Gekleibeltag. a. 1515: Item 2 gulden endreßen dem wagener geben dinstag no…

kleibeltag

DWB

kleibeltag , s. kleiben 3 sp. 1066.

kleiben

DWB

klei·ben

kleiben , klieb, geklieben ( Steinbach 1, 872 ), haerere, adhaerescere, das intrans. starke stammwort des folgenden schwachen transitivums, …

kleiber

DWB

klei·ber

kleiber , m. d. i. klaiber, vom trans. kleiben: argillator kleiber voc. ex quo (leimenmacher, leimschlaher) Dief. 47 c , scenofactor kamerma…

kleiber

FWB

1. ›Bauhandwerker, Verputzer‹; 2. ›Mörtel‹; abwertend: ›Dreck‹; 3. ›Specht‹, s. klän.

kleiberin

DWB

kleib·erin

kleiberin , f. frau oder helferin des ( zweiten ) kleibers. Stieler 975 . Adelung.

kleiberlehm

DWB

kleiber·lehm

kleiberlehm , m. lehm wie ihn die kleiber brauchen, zum unterschied vom töpferlehm. Adelung.

kleibermeister

MWB

kleiber·meister

kleibermeister stM. ‘Zunftmeister der Lehmarbeiter’ [man gibt] ainem murer maister des tags zwen und zwaintzig pfenning, ainem murer knecht …

kleibern

DWB

klei·bern

kleibern , gleich kläubeln bei Stieler, s. klebern 4. eigen bei Fischart, in dem angeblich altdeutschen gedichte im 2 . cap. des Garg. (1594…

Kleiberwerk

Campe

kleiber·werk

Das Kleiberwerk , des — es , d. Mz . ungew. die Arbeit des Kleibens oder Ausflechtens und Ausfüllens des Fachwerkes und der Decken mit Lehm …

kleibetuoch

AWB

kleibe·tuoch

kleibetuoch mhd. st. n. cleibe-tuoch: nom. sg. Hbr. I,329,207 ( SH A, Erl. 396, 13. Jh. ). Flicken: plez vel cleibetuoch pitacium.

Kleibewêrk

Adelung

kleibe·werk

Das Kleibewêrk , des -es, plur. inus. die Arbeit, die Verrichtung des Kleibens, d. i. der Ausfüllung eines Raumes mit angefeuchtetem und dur…

kleibicht

DWB

kleib·icht

kleibicht , adj. gleich klebicht Stieler 975 . Steinbach 1, 873 . s. auch kliebig 2.

klei als Zweitglied (4 von 4)

stēnklei

KöblerMnd

*stēn·klei

*stēnklei , M. nhd. steinharter Lehmboden Hw.: s. stēnkleie E.: s. stēn (1), klei

kattenklei

KöblerMnd

katten·klei

kattenklei , M. nhd. Katzenfett als Haarpomade (scherzhaft) E.: s. katte, klei L.: MndHwb 2, 528f. (kattenbēre/kattenkley) Son.: jünger

wētenklei

KöblerMnd

wētenklei , F. Vw.: s. wētenklīe*

Ableitungen von klei (1 von 1)

kleie

DWB

kleie , f. furfur, die klein gemalenen bälge des getraides, die durch den beutel vom mehle gesondert werden. früher kleye. 1 1) Die formen. …

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APA
Cotta, M. (2026). „klei". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klei/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „klei". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klei/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klei". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klei/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_klei_2026,
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