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stämmig

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stämmig adj.

Bd. 17, Sp. 664
stämmig, adj. wie ein (baum-)stamm beschaffen, fest, stark, gedrungen. in älterer sprache noch neben stämmig die formen stammicht und stämmicht: stämmig, stammicht, robustus, validus, lacertosus, corpulentus, habitior. Stieler 2119; stammicht, stämmig, cioè che pedale etc. fustulo, gambuto. Kramer dict. 2 (1702), 905b; stämmicht, trunco praeditus. Steinbach 2, 666. 11) von der eigenschaft eines baumes: stämmig, das zu einem stamm aufgewachsen ist, surculus, qui in truncum excrevit. Frisch 2, 316c; hierher gehören zusammensetzungen wie dickstämmig (theil 2, sp. 1083); dünnstämmig (theil 2, sp. 1557); hochstämmig (theil 4, 2, sp. 1633); kurzstämmig (theil 5, sp. 2853). an stelle des gewöhnlicheren stammholz (s. oben stammholz 2), stämmiges holz, 'welches zu stämmen oder bäumen erwachsen ist'. Adelung; da wo kein holz, unterholz und stämmiges, auf und hinter den schwellen stund, an welchem der stosz der Emme sich brach. Gotthelf 4, 61 Vetter; hört man nicht fernhin preisen des Schwarzwalds stämmig holz? Uhland ged. (1864) 88. 22) auch von bearbeiteten hölzern: zum letzten nahm er (Paris) den stämmigen speer, der seinen händen gerecht war. Bürger 210b (Ilias 3, 338); mit ihm in des lenkers weitschimmernder tracht führt Theon, sein oheim, wohlkundig der schlacht, zu angriff und wehr die rosse zugleich und den stämmigen speer. Leuthold ged.4 274. 33) im freieren, vergleichenden gebrauche vom wuchs des menschlichen körpers: stämmiger wuchs, stämmige figur u. ä.; sein wuchs ist grosz und stämmicht. Heinse Ardinghello 1, 310; nur von ihrem (des mädchens) stämmigen wuchs sprachen alle mit beifall. Grillparzer4 11, 274; das aufgestülpte kinn und die ganze stämmige feste figur (des ordensherrn). J. Paul 22, 32 (Titan 2). von den personen selbst: der gelassene war stämmig und stark, der wüthende, denn zuletzt erwies er sich so, hager, lang, schmächtig und rührig. Göthe 30, 186; sie (die tochter) war gewachsen und stämmiger geworden. 237; ein stämmiger mensch (in gewählterer sprechweise dafür stammhaft, s. oben). Adelung; stund ein etwas stämmiger mann beym ofen, dessen gesicht der ganzen physiognomischen kunst hohn sprach. Musäus physiogn. reisen 2, 31; Kassims frau war ein hübsches stämmichtes weib von fünf und dreissig jahren. Wieland 8, 254 (Danischmend 31); vierschrotige fleischer, stämmigte becker, wohlbeleibte bierbrauer, feiste und hohläugigte wucherer. Siegfried von Lindenberg 1, 104; der stämmige pfarrer von st. Sulpice, welcher sich herzugedrängt hatte, schrotete mit armen und schultern den alten hinauf. Tieck Cev. 1, 277; der eine von jenen beiden ... war ein stämmiger mann mit einem dickroten banditengesicht. Heine 3, 248 Elster; meine geliebte landesmutter (ein ausdruck bei dem mir leider stets eine stämmige frau vorschwebt, die kindern butterbrot giebt) sprach sehr gnädig. Bismarck briefe an seine braut nr. 156; ihm (dem groszknecht) war der träge, aber dumme und stämmige kleinknecht von vorhin besser nach seinem sinn gewesen. Storm 7, 172 (schimmelreiter). 44) auch von geistesschöpfungen: diese art gedichte, die wir seit jahren volkslieder zu nennen pflegen, ... weil sie so etwas stämmiges, tüchtiges in sich haben und begreifen. Göthe 33, 202. 55) in der sprache des bergbaus, wol von erzen, wenn sie als (bedeutende) adern sich im gestein finden; der gegensatz ist körnig, körnicht (s. theil 5, sp. 1826): dieses silber, dieses gold ist in flötzen und quärzen, stämmicht und körnicht in hiesigen reichen gefilden anzutreffen. Opitz 2, 264.
3560 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stämmig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Stämmig , -er, -ste, adj. & adv. 1. Von Stamm, der Stamm eines Baumes, und ohne Comparation, einen Stamm habend. Stämmig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stämmig

    Goethe-Wörterbuch

    stämmig [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stämmig

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    stämmig stämmig 1. eig. einen Stamm habend, so in der Zs. einstämmig . 2. wie ein Stamm, kräftig, stark: stämmig validus…

  4. Spezial
    stämmig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stäm|mig adj. (kräftig) gaiert (-rc, -rda), stagn (-s, -a), sterch (-rsc, -rscia), da forza. ▬ stämmig er Bursche ‹umor›…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staemmig

8 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von staemmig

staemm + -ig

staemmig leitet sich vom Lemma staemm ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von staemmig 2 Komponenten

stam+mig

staemmig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

staemmig‑ als Erstglied (1 von 1)

staemmig als Zweitglied (4 von 4)

einstämmig

DWB

ein·staemmig

einstämmig , unistirpis, aus éinem stamm: einstämmiges holz, einstämmige balken.

hochstämmig

DWB

hoch·staemmig

hochstämmig , adj. 1 1) einen hohen stamm habend, von bäumen im gegensatz zu niederm gebüsch oder zu zwergbäumen mit unentwickeltem stamme: …

niederstämmig

DWB

nieder·staemmig

niederstämmig , adj. wie kurzstämmig, gegensatz zu hochstämmig: er ( der mordbrenner ) ist ein niderstämmig man. der mordbrenner zeichen u. …

Zweystämmig

Adelung

Zweystämmig , adj. et adv. 1. Zwey Stämme habend, aus zwey Stämmen bestehend. 2. Bey den Holzarbeitern sind zweystämmige Balken, Pfähle, u. …

Ableitungen von staemmig (3 von 3)

gestämmig

DWB

gestämmig , adj. wie stämmig, fest von körperbau Schöpf tirol. id. 698 .

Unstämmig

Campe

Unstämmig , adj . u. adv . nicht stämmig. Davon d. — keit .

urstämmig

DWB

urstämmig , adj. zu urstamm 1, 2: es war umgeben von jenen waldzügen, die so dichtbelaubt, so frei und u. sich sonst nur im süden Deutschlan…