Von, ein Verhältnißwort, welches den dritten Fall zu sich nimmt, nach Andern den sechsten, zu dessen Bezeichnung dann das von dienet. Es hat vielerlei Bedeutungen, in welchen immer der Begriff der Entfernung und der daraus fließende der Herkunft, des Ursprunges zu Grunde liegt. Diese Bedeutungen möchten folgende sein. 1) Bezeichnet es eine Entfernung oder eine sich entfernende Richtung, Trennung, in Beziehung auf den verlassenen Gegenstand, er sei ein Ort oder ein Ding. Von einem gehen, sich entfernen. Die Hand von etwas ziehen. Die Augen von etwas abwenden. Ih gehe nicht von der Stelle. »Dampf ging aus von seiner Nasen.« Ps. 18, 9. Von Hause reisen, kommen. Von Dresden, von Wien kommen. Vom Felde, vom Rathhause, vom Hofe (bei dem Hause), von Hofe (des Fürsten), vom Tische (von irgend einem Tische, bei welchem man stand, saß), von Tische (vom Essen), kommen. Etwas von sich legen, thun. Das Buch vom Tische nehmen. Den Deckel vom Glase nehmen. Das Getreide vom Felde, das Heu von der Wiese schaffen Ein Stück von dem Rocke reißen. Einen Knopf von dem Rocke schneiden Von einander thun, brechen, trennen, reißen Einen vom Amte entsetzen, gewöhnlicher, des Amtes entsetzen. Sich von seiner Frau scheiden lassen. »Gott scheidete das Licht von der Finsterniß.« 1 Mos. 1, 4. 13. Etwas von sich geben, an einen Andern, und uneigentlich, etwas sagen, von sich hören lassen. Etwas wieder von sich geben, durch Erbrechen. Keinen Laut von sich geben. Die Arbeit gehet gut von der Hand, von der Faust, sie gehet gut und schnell vor sich. Es gehet gut von Statten. S. Statt. Sich etwas vom Halse schaffen, sich davon, als von einer Last befreien. Es fiel mir ein Stein vom Herzen, etwas das mein Herz drückte, ängstigte, wurde gehoben, entfernt. Zuweilen, aber ungewöhnlich wird es auch verschwiegen. »Über der Blässe ihrer Wangen, denen (von welchen) der erste Rosenthau hinweg ist.« Herder. Besonders bezeichnet von eine solche Entfernung, Bewegung in Bezug auf einen Ort, der höher ist, als derjenige, wo es hingelangt; in Gegensatz von auf. Von dem Berge steigen, kommen. Von dem Dache fallen. »Vom Himmel hoch da komm ich her« Vom Stuhle auf die Erde fallen. Den Hut vom Kopfe nehmen. Das Kleid vom Nagel abnahmen. Das Bild von der Wand herabnehmen. Von oben herabsehen. Er rief vom Thurme hinab. Vom Pferde herab mit jemand sprechen. Zuweilen wird der Ort auch nur unbestimmt angegeben. Von fernher kommen, von weiten kommen, von einem entfernten, weit entlegenen Orte. Oft bezeichnet von ferne, von weiten, auch in der Ferne, aus der Ferne. Von ferne stehen. Etwas von fern sehen, hören. Ih höre, sehe es von weiten. I weiterer und mehr oder weniger uneigentlicher Bedeutung bezeichnet von 2) das Ziel oder den Zeitpunkt, bei welchem eine Veränderung oder ein Zustand, oder das, was man sagt, seinen Anfang nimmt. Der Wald erstreckt sich unmittelbar von dem Dorfe eine Meile weit. Von der Stadt an geht es im Sande immer fort. Das vierte Haus von der Ecke ist mein Haus. Von da an sind es kaum hundert Schritte bis hin. Von hier
an. Von dort
an. Von der Seite her kommen. Einen von der Seite ansehen, auch, ihn seitwärts ansehen, zur Seite sehend, verächtlich. Von allen Seiten hervorbrechen, auch nur, auf allen Seiten hervorbrechen, überall. Von allen Seiten umringt werden. Von meiner Seite, auf meiner Seite, für meinen Theil Von beiden Seiten oder Theilen gab man sich viel Mühe. Von der Seite stehen bleiben, auf der Seite. Sie trifft ihn schlafend an, bleibt von der Seite stehn. Gellert. Einen von hinten anfallen. Von
Vorn angreifen. Etwas von vorn her beweisen. S.
Vorn. »Von jenseit des Jordans.« Marc. 3, 8. Von alten Zeiten her, wofür man auch sagt, von Alters her, aber nicht wie Es. 25, 1: »von altem her.« Von Kindheit an, von Kindesbeinen an, von Mutterleibe
an. Von Jugend auf. Von Stund an, von dieser Stunde
an. Von nun an, von jetzt
an. Von heute
an. Es ist noch von gestern her. »Ih, ein Geschöpf von gestern her, der ich vor kurzem (kurzen) noch nicht war.« Gellert. * * Von ersten, zuerst, anfänglich. Da ich I von ersten sah. Iain 5, 151. Wird auch das Ziel oder der Zeitpunkt, wo eine Veränderung, ein Zustand sein Ende erreicht, ausgedruckt, so geschieht dies mit Hülfe der Wörter zu und bis. Von einem zum andern gehen. Es gingen viele von unserer Partei zu der feindlichen über. »Und von Worten kams zu Schlä
gen.« Gellert. Einen vom Kopfe, bis auf die Füße oder bis zu den Füßen betrachten, »Von der belebenden Sonne bis zur kleinsten Pflanze sind alles Wunder.« Geßner. Von hier bis dahin. Vom Morgen bis an den Abend. Von heute will ich bis morgen warten. Von einem Tage zum andern verschieben. Von wann ist der Brief? vom zehnten März! Von Haus, zu Hause gehen. Von Thür zu Thür betteln. Von Wort zu Wort wiederholen; wofür man auch sagt, Wort für Wort. »Die Bothschaft, die von Mund zu Munde fliegt.« Schlegel. Von Zeit zu Zeit. Von Stunde zu Stunde. Von Tage zu Tage. Von Woche zu Woche 3) Ein Herkommen, ein Entstehen, einen Ursprung. (1) Ein Herkommen, Entstehen dem Orte nach. Ein Licht von oben. Der Regen vom Himmel. Vom Lande sein, herstammen. Ein Geschenk von schönen Händen. »Er hat sie ja von mir, wie kann er sie verschenken?« Gellert. Die von Juda. Er ist von Leipzig , von daher gebürtig, wo man auch aus sagt, welches jedoch mehr von einem gesagt werden kann, der sich bloß daselbst aufhält, ohne dort geboren zu sein. (2) Ein Herkommen, Hergenommen sein, von einem Ganzen, als ein Theil dieses Ganzen. Das Fleisch, das Fett von einem Ochsen, das Ochsenfleisch, Ochsenfett. Ein Viertel von einem Kalbe, ein Kalbsviertel. Die Leber ist vom Hecht. »Das ist doch Bein von meinen Beinen.« 1 Mos. 2, 23. Ein Stück von dem Braten. Etwas von dem Brote schneiden. Die Frucht von einem Baume. »Er wirds von dem Meinigen nehmen.« Joh. 16, 14. Einer von uns muß es gethan haben. Er ist der stärkste von Allen. Keiner von uns ist dabei gewesen. Am sichersten gebraucht man von dann, wenn der Theil nicht mehr mit dem Ganzen vereiniget, sondern davon getrennt ist oder auch nur als davon getrennt, gedacht wird, indem man sonst lieber unter gebraucht oder den zweiten Fall setzt. »Gefällt ihnen nicht die Göttinn der Schönheit und Liebe, wenn sie von allen Bäumen die kleine Mirthe sich zueignet?« Jacobi, wo man auch unter setzen kann. Ein Finger von dem heiligen Burkhard, ein aufbehaltener, vom Körper getrennter Finger desselben; ein Finger des heiligen Burkhard, welcher an der Hand desselben noch befindlich, noch ein Theil seines Körpers ist. Es stehet noch eine Mauer, eine Wand von dem Hause, aber nicht, eine schadhafte Mauer oder Wand von dem Hause ausbessern, sondern des Hauses, weil sie noch gegenwärtig ein Theil desselben ist. Doch sagt man, in allen Ländern von Europa, alle Bewohner von Europa, weil man sie nicht als zusammengehörende Theile eines Ganzen, sondern als einzelne für sich bestehende Ganze, die nur in entfernterer Verbindung stehen, betrachtet. (3) Einen Ursprung, als von einer wirkenden, hervorbringenden Ursache. Alles Gute kömmt von dem Herrn, von oben herab. »Vom Herrn kommt, was die Zunge reden soll.« Sprichw. 16, 1. Von wem rührt es denn her? Doch die vom Göttlichen sind, die möchten — sich einen, Daß ein Reich der Kinder Gottes nachkomm' auf der Erde. Sonnenberg. Ih habe es von ihm gehöret. Er hat es von mir. Etwas von freien Stücken thun, aus freiem Willen. Das versteht sich von selbst. Was willst du von mir, was willst du, daß ich thun soll? Wo auch das von zuweilen verschwiegen wird. Nun, Mutter, nun? was willst du mir? Collin. Welche Auslassung dann aber völlig unzulässig ist, wenn der Sinn ganz dankel oder zweideutig wird, wie in den von Ad. ohne Tadel angeführten Beispielen, wo das Fürwort überdies im vierten Falle stehet. »Sollte ich mich ihn befehlen lassen, und: Warum ließest du dich ihn zum Altar führen? Weiße. Von vieler Anstrengung, Arbeit krank werden. »Ih bin müde von Seufzen.« Ps. 6, 7. Ih bin satt vom Zusehen. »Willst du nicht von unsern Händen sterben?« Jer. 11, 21. »Vom Glanz vor ihm trennten sich die Wolken.« Ps. 18, 13. »Von dem Allmächtigen bist du gesegnet.« 1 Mos. 49, 25. Von Gottes Gnaden, durch Gottes Gnade. Von jemand geliebt, gehaßt, gestraft werden. Von Würmern zernagt, von Mäusen gefressen werden. Das Haus wurde von Feuer verzehrt, wo man, wenn dies Feuer vom Himmel oder der Blitz ist, nicht sagt, von Feuer vom Himmel, um dies von nicht zu wiederholen, sondern durch Feuer vom Himmel, oder vom Feuer des Himmels. Eine Menge Bäume wurden von diesem Sturme umgerissen. Von einer Krankheit angesteckt werden. Sich vom Arzte heilen, von einem Mahler mahlen lassen. Von dir lasse ich mir nicht befehlen. Ein Werk von einem berühmten Meister von seiner Hand, von ihm verfertigt, nicht so gut, eines berühmten Meisters, welches das Eigenthum eines großen Meisters ist. Ein Gemählde von Raphael aus Urbino, nicht so gut ein Gemählde Raphaels, welches auch ein Gemählde sein kann, welches Raphael besaß, welches ihm gehörte, und welches auch von einem Andern gemahlt sein konnte. Der Befehl kam vom Könige, der König gab ihn. Söhne von Einem Vater, aber von verschiedenen Müttern. Ein Gedicht von mir, nämlich verfertiget. Ein Blick von euch lehrt sie die schwersten Pflichten. Gellert. Das war von Dir ein großes Versehen. Von ihm war es auch nicht recht gehandelt. Das wäre billig von ihm gehandelt gewesen. Х Das ist schlecht von Inen. »Nun schenkt Pilatus ohne Bedenken Joseph den Leichnam; das war von dem römischen Landpfleger nicht wenig.« Bibl. Erzählungen. »Die Offenherzigkeit ist noch eine Tugend von mir.« Rabener. Ih liebe ibn von Herzen, auf solche Art, da die Liebe von Herzen kömmt, herzlich, aufrichtig ist. »Du sollst Gott lieb haben von ganzen (m) Herzen.« Luc. 10, 27. Von Herzen gern. Ih hasse ihn von ganzer Seele. Einen von Grund aus heilen, ganz. Er ist ein Narr von Haus aus, durchaus, ganz, gleichsam schon ein geborner Narr, ein Narr von Anfang an, von Jugend auf. (4) Einen Stoff, woraus etwas bestehet, gemacht ist, wo man es von aus so unterscheidet, daß man von dann gebraucht, wenn der Stoff, so wie er da ist, zu etwas verbraucht wird, aus aber dann, wenn er ganz verändert, verwandelt wird, welcher Unterschied jedoch oft nicht beobachtet wird. Ein Lager von Stroh. Eine Matte, ein Hut von Stroh, nämlich geflochten, und, eine Blume aus Stroh künstlich verfertigt. »Gott machte Adam Röcke von Fellen.« 1 Mos. 3, 21, Eine Krone von Dornen. Der Ring ist von Gold. Die Löffel sind von Silber. Ein Haus von Steinen aufgeführt. Von gutem, von altem Schrot und Korn. Ein Sack von Leder, ein lederner Sack. Ein Trank von Kräutern, ein Kräutertrank Der Tisch ist von Holz, der Becher von Glas, die Schnur von Seide, das Kleid von Tuch. »Eine Halle von Säulen.« 1 Kö
n. 7, 5. »Die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen.« Eine Summe von tausend Thaler, welche aus tausend Thalern besteht. Eine Rolle von zehn Thalern, welche so viel enthält. Ein Gewicht von hundert Pfund. Ein Faß von sechs Eimern, welches so viel hält. Ein Maß von vier Kannen. Ein Kind von drei Monaten, welches so alt ist. »Sie ziert sich ja, wie ein Kind von acht Jahren.« Gellert. Ein Greis von achtzig Jahren. Hieher gehört die im gemeinen Leben und in der leichtern Schreibart vorkommende Art eine Beschaffenheit auszudrukken, wo von mit dem Grundworte eine umstandwörtliche Redart bildet und niemahls vom lauten darf. »Es ist ein Abscheu von einem Menschen,« oder von Menschen,
d. h. ein abscheulicher Mensch. Gellert. Sie ist ein Teufel von einer Frau. Ein Ungeheuer von Tisch, ein ungeheuer großer, plumper Tisch. »Das so arme Schaf von Mann.« I P. Richter. »Der verstümmelte Lappländer, der affenmäßige Neger, das Nachtgespenst vom Albinos (von Albino), die Sandauster vom (von) Neuholländer würden vielleicht auf diese Denkart nie gekommen sein.« Herder. »So einen Satan vom (von) Pferde habe ich nie geritten.« Hermes. Gewöhnlicher und auch in der guten Schreibart wird von gebraucht, in Verbindung mit einem Grundworte, eine Beschaffenheit anzudeuten und zwar derjenigen Sache oder desjenigen Theiles, welcher diese Beschaffenheit eigentlich hat. Sie ist klein von Person, in Ansehung ihrer Person, was ihre Person betrifft. Ein Mädchen schön von Gestalt, was ihre Gestalt betrifft. Von Schenkeln leicht, schön von Gestalt. Gellert. Schlank von Gliedern, braun von Haaren, Blau von Augen, schlau von Blicken, Cronegk. Weiß von Stirne, Hals und Brust, Schwarz von Aug' und Haaren. Hagedorn. Ih kenne ihn von Person, von Ansehen,
d. h. der Person, dem äußern Ansehen nach. »Von Person hat sie mir gefallen.« Gellert. »Ih habe Gott von Angesicht gesehen,« dem Angesichte nach, leiblich. 1 Mos. 32, 20. Der heiß von Worten ist, und frostig von Geblüte. Opiz. Mich wunderts nur vom Hunde, Daß er nicht um sich beißt, Rost,
d. h. was den Hund betrifft, in Ansehung des Hundes. Zuweilen bezeichnet es auch eine Art und Weise. Von neuen anfangen. Von frischen, in derselben Bedeutung. Von ungefähr. Sie that, als käme sie nur so von ungefähr. Gellert. Es ist nicht von nöthen, nicht nöthig. S. Vonnöthen. Wenn man will, kann man diese Art sich auszudrucken auch gegen andere vertauschen und
z. B. anstatt ein Vogel von Federn schön, sagen, ein Vogel von schönen Federn, mit schönen Federn, und anstatt klein von Person sein, kleiner Person sein. »Asahel war von leichten Füßen.« 2 Sam. 2, 18. 4) Den Gegenstand einer Entfernung, Trennung, Absonderung. Frei von Fehlern, von Sünden, von Schulden, vom Verdachte. Einen von der Sorge, von der Furcht, von der Angst, von einer Last befreien. Erlöse uns von dem Übel. Errette mich von meinen Feinden. Von aller Hülfe entfernt, entblößt. Sich von etwas enthalten, gewöhnlicher, sich einer Sache enthalten. »Sich vom Erstickten enthalten.« Apostelg. 15, 20. Von jemand lassen, ihn verlassen. Von jemand abtrünnig werden, abfallen. Einen von seinem Vorhaben abbringen. Sich durch jemand von etwas abschrecken lassen. Ih stehe von meinem Vorhaben ab. Von diesem Umstande sehe ich ab, ich beachte ihn nicht, thue als wenn er gar nicht da wäre. Art läßt von Art nicht, sie bleibt wie sie ist, artet nicht aus. Das weicht von dem Plane sehr ab. Von Sinnen kommen, den Gebrauch seiner Sinne, den Verstand verlieren. Sehr häufig bezeichnet es einen Gegenstand, Stoff, Ihalt einer Rede Von etwas sprechen, schreiben, handeln. Von etwas Bericht erstatten. Erzähle mir etwas Neues von Krieg und Frieden. Die Erzählung vom guten Heinrich. Das Mährchen von der Tonne. Die Fabel vom Fuchs und Raben. Die Geschichte von Europa, von Deutschland. Die Erdbeschreibung von allen fünf Erdtheilen. Ein Gedicht vom Tode. »Ein Liedchen von Liebe verlangst du von mir?« Ungen. Die Lehre von der Genugthuung. Der erste Theil handelt von den allgemeinen, der andere von den besondern Pflichten. Was spricht, was urtheilt man von mir? Die Rede war von den Pflichten des Bürgers gegen den Staat. Eine Predigt vom jüngsten Gericht. Wissen Sie schon etwas von dem Vorgefallenen? Ih weiß nichts von der Sache. Sollt er auch von meiner List schon wissen. Gottsched. Ih bin von seiner Freunschaft, von seiner Verschwiegenheit versichert. Ih habe keine Kenntniß von dieser Sache. Ih überzeuge mich immer mehr von der Wahrheit dieser Behauptung. Er hat keinen Begriff von Recht und Billigkeit. Den Beweis von etwas führen. »Meine Hochachtung muß Inen der sicherste Beweis von meiner aufrichtigen Liebe sein.« Gellert. Oft schleicht auch der Begriff des Aufhörens ein. Von der Arbeit ruhen. Denn will ich ohne Reu von meiner Arbeit ruhn, Cronegk. Vom Schlafe erwachen, aus dem Schlafe. »Noah erwachte von seinem Weine.« 1 Mos. 9, 24. Sich von seinem Schrecken, von der Krankheit erholen. Von einer Krankheit, vom Fieber genesen. 5) Einen Besitz. Sie haben sich zu Herren vom ganzen Lande gemacht. Der Herr vom Hause, die Frau vom Hause, der Hausherr, die Hausfrau. Der König von Preußen, von England, von Sachsen. Der Kaiser von Rußland. Der ehemahlige Erzbischiff von Mainz. Wo doch oft das von einen bloßen Titel anzeigt, wie wenn sich einer König von beiden Idien, König von Jerusalem schreibt. Man unterschied und unterscheidet auch wol noch in solchen Titeln von und in und zu, je nachdem die Rechtmäßigkeit eines solchen Besitzes eingeräumt wird oder nicht. Einen Besitz zeigt das von auch in vielen adeligen Namen an, und zeigte ihn vielleicht ursprünglich immer an, indem sich die Adeligen von ihren Schlössern und Gütern benannten. Die von Schaumburg, die von Gleichen, die von Falkenburg, von Homburg Oft bezeichnet dieses von bei den Namen der Adeligen auch nur die Herkunft von einem Orte und bei den neuen adeligen Familien ist es nur ein Zeichen des adeligen Standes; daher man einen Adeligen im gemeinen Leben oft auch nur einen Herrn von nennt, und daher man das von, als solches Zeichen, auch als Grundwort gebraucht. Seinem Namen ein Von vorsetzen. I den Niederlanden und auch in einigen
N. D. Gegenden kömmt das van auch häufig vor Namen Bürgerlicher vor, wo es meist nur den Ort der Geburt oder des Herkommens desjenigen bezeichnet, welcher diesen Namen zuerst annahm oder bekam. Auch in den folgenden Fällen bezeichnet von einen Besitz, wie auch, eine Eigenschaft, Anwesenheit an einem Dinge. Ein Mann von Verdiensten, von Ehre, von Vermögen, welcher Verdienste, Ehre, Vermögen besitzt. »So wird der Mann von Geschmack in den Künsten ein Mann von Lebensart mit einer gehörigen Anwendung desselben auf die Gesellschaft.« Gellert. Ein Mann von Stande,
d. h. von höherem vornehmem Stande. Die Sache kann von Folgen sein, kann bedeutende wichtige Folgen haben. Eine Sache von Wichtigkeit. Es ist nicht von großer Bedeutung. Waaren von besonderer Güte. Speisen von gutem Geschmacke. Ein Schmuck von großem Werthe. Ein Werkzeug von besondrer Güte. Ein Mann von vielem Verstande. Eine Person von guter Denkart. »Herr, Herr, Gott von großer Gnade und Treue.« 2 Mos. 34, 6. Von guter Art sein. »Schriften von dieser Gattung.« Wieland. Von schwächlicher Gesundheit sein. Ein Mann von hoher Geburt. Er ist von Adel. Ein Prinz von Geblüte. Ein Zeug, ein Kleid von heller Farbe. Es wird nicht von langer Dauer sein. Hieher kann man auch folgende Redarten ziehen, theils aber auch zu der vorigen (4) Bedeutung. »Vorrath von Speise, Öl und Wein.« 2 Chron. 11, 11. »Was sonst von Wagen in Ägipten war.« 2 Mos. 14, 17. Dieser Besitz, wie auch die Eigenschaft, ein Umstand an oder bei einem, wird oft auch durch den zweiten Fall ausgedruckt, welches eine kürzere Art sich auszudrucken ist. Oft sind die beiden Arten sich ausdrucken gleich gewöhnlich, zuweilen die mit von auch gewöhnlicher oder bestimmter. Der Herr, die Frau vom Hause. Das Ende vom Liede. Nur den Schein von der Tugend haben, von der Tugend selbst nichts haben, sondern nur den Schein derselben. Eine Menge von Briefen, bestimmter als, eine Menge Briefe, weil hier der zweite Fall nicht kenntlich genug ist, oder, eine Menge freundschaftlicher Briefe, weil hier der zweite Fall durch das Beilegewort kenntlich genug ist. Zuweilen gebraucht man auch von um eine Härte und unangenehme Wiederholung von Lauten unmittelbar hinter einander zu vermeiden, oder sie zu mildern. »Der Vater von der Tochter wird sie nicht mehr ins Haus gelassen haben,« anstatt, der Vater der Tochter Gellert. Doch muß man auch in diesem Gebrauche des von vorsichtig sein, um nicht auf der andern Seite einen Übelstand zu verursachen. So wird es im gemeinen Leben, besonders
N. D. oft schleppend und ungut gebraucht.
Z. B. das Haus von meinem Nachbar, anstatt das Haus meines Nachbars. Der Lehrer von den königlichen Prinzen, für, der königlichen Prinzen. Die Farbe von ihrem Kleide gefällt mir wohl, für, ihres Kleides. So fein zum Gegenstand von unserm Spott zu machen. Wieland. Das Glück von ihren Kindern zu machen. Ders. Zuweilen druckt die Fügung mit von etwas Anderes aus, als man ausdrucken will,
z. B. wenn man sagt, er ist ein Freund von mir, er ist ein Freund von unserm Hause, für, er ist mein Freund, ein Freund unsers Hauses,
d. h. ich empfinde, unser Haus empfindet Freundschaft für ihn, da doch, er ist ein Freund von mir, von unserm Hause, heißen würde, er empfindet Freundschaft für mich, für unser Haus. »Ein guter Freund von meinem Manne.« Gellert. Ganz gehorsamer Diener von Inen, für, Ir ganz gehorsamer Diener, ist eine verwerfliche Redensart, so auch der Gebrauch des von für mit. Von etwas zufrieden sein, mit etwas »Wenn Sie auf die Verdienste Irer seligen Frau zu reden kommen, von denen (welchen) der größte Theil Ires Briefes angefüllt ist,« für, mit welchen Rabener. Ehemahls verband man häufig wegen mit von, und sagt von wegen für das bloße wegen oder für, in Ansehung, in Betreff, welche Verbindung aber bis auf einzelne Fälle veraltet ist. »Von wegen meines Volks.« Joel 3, 7. »Von wegen der Herodias,« Matth. 24, 3, von seinet wegen.« Matth. 27, 19. »Von ihrer Väter wegen.« Opiz Die Bilder, die hier stehen, Von welcher wegen du pflegst oben an zu gehen. Ders. Von des Kaisers und Reichs wegen, von Seiten, im Namen des Kaisers und Reichs. Von Rechts wegen, von Seiten des Rechts betrachtet, ist noch ganz üblich. Von Rechts wegen hätte er es thun müssen. Ganz veraltet ist von willen, von mehrerer Sicherheit willen, für, um mehrerer Sicherheit willen, zu mehrer Sicherheit. So auch, von Schulden, für schuldiger Maßen, wie billig. Von schulden freut Sy sich. Iain 4, 225. Kömmt noch ein Umstandwort zu von, so scheint es gleichgültig, ob von vor oder hinter demselben stehet. Eine Gesellschaft von beinahe funfzig Personen, oder beinahe von funfzig Personen, oder auch mit Versetzung des beinahe ans Ende, von sunfzig Personen beinahe. Einen Verlust von ungefähr tausend Thalern fühlt man doch, oder, ungefähr von tausend Thalern. Mit Beilegewörtern bildet von umstandwörtliche Redarten, welche durch ausgelassene Grundwörter zu erklären sind, von neuen, von weiten, von frischen, nämlich Dingen, so wie man im O. D. noch neuer Dinge für, von neuen sagt. Unrichtig ist es hier von neuem, von weitem, von frischem, oder gar, vom neuen, vom weiten, vom frischen zu sagen. Für die erste richtige Art sich auszudrucken erklärte sich auch Ad. in seinem Wörterbuche unter Von, ob er gleich derselben in der Anwendung weder in den angeführten Ausdrücken von neuen noch in andern ähnlichen, von welchen dasselbe gilt, treu blieb. Mehr über diese umstandwörtlichen Ausdrücke sehe man in C. Verdeutsch. Wörterb. unter Abandonniren und in den Zusätzen zu diesem Artikel.