Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kranz m.
Kranz m.
Kranz m. ‘reifenförmiges Ziergeflecht, ringförmiges Gebilde’, ahd. kranz ‘schmückende Kopfbinde, Krone’ (11. Jh.), mhd. kranz; aus dem Hd. stammt mnd. nl. krans, aus dem Mnd. anord. kranz, norw. schwed. dän. krans. Herkunft ungewiß. Vergleichbar sind vielleicht air. grinne (aus *grendni̯o-) ‘(Reisig)bündel’, lit. grandìs ‘Ring, Kettenglied, Armband’, apreuß. grandis ‘Grindelring am Pflug’, möglicherweise auch aind. grathnā́ti ‘windet, knüpft’, granthaḥ, granthíḥ ‘Knoten’, so daß von ie. *grend-, daneben (für das Aind.) von ie. *grenth-, nasalierten Dentalerweiterungen der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. krumm), ausgegangen werden kann. – Kaffeekränzchen n. ‘Kreis von Damen, deren jede reihum eine Kaffeegesellschaft abhält’ (Anfang 18. Jh.); zuvor krentzgen ‘geheime politische Gesellschaft’ (15. Jh.), Kränzchen ‘reihumgehende Gesellschaft’ (Ende 17. Jh.; vgl. Schmauskränzchen, 16. Jh.). Wohl hervorgegangen aus dem Brauch, den krönenden Siegerkranz bei Wettbewerben, Musik-, Schützenfesten dem Nachfolger zu übergeben mit der Verpflichtung, das nächste Fest zu gestalten (vgl. von ort zu ort einen kranz halten, um 1600). Liederkranz m. ‘Sammlung von (Volks)liedern’, auch ‘Gesangsverein’ (19. Jh.). kränzen Vb. ‘mit einem Kranz versehen’, ahd. krenzen ‘bekränzen’ (11. Jh.), mhd. krenzen ‘den Falken in einem Kreis herumtreiben’(?), frühnhd. krentzen ‘bekränzen’; häufiger seit dem 18. Jh.