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BEIL

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

BEIL n.

Bd. 4, Sp. 764
BEIL n.(m.) ahd. bîhal, mhd. bîhel, bîl(e), bîel, mnd. bîl n., bîle f. mnl. bile f., bijl m., nnl. bijl f. instrumentalbildung zur idg. wz. *bhei̯H- ‘schlagen’ (vgl. Lloyd/S. et. wb. ahd. 2,37, Rix lex. idg. verben 272), zu der es keine genaue bildungsparallele gibt. die auf zweisilbigkeit deutende schreibung (mit h oder varianten) überwiegt im 15. jh., geht im 16. jh. deutlich zurück u. erscheint im 17. jh. kaum noch. ein konsonantischer inlaut ist in obd. mdaa. teilweise erhalten geblieben. älter sowie jünger noch mdal. z. t. ohne pluralendung (vgl. ⟨1297/8⟩ u. 1537 ) oder mit er-plural (vgl. 1789 ). ‘werkzeug oder waffe zum schlagen mit breitem blatt u. kurzem stiel’, teilweise auch für die größere axt (vgl. axt 2DWB). ob im einzelfall die bed.zweischneidige axt, doppelaxt’ vorliegt, ist meist nicht sicher zu entscheiden. auch speziellstreitaxt’, ‘henkerbeil’, ‘zimmeraxt’ 9.jh. bipennis bihal ahd. gl. 4,229,54 S./S. A12.jh. bipennis barta. ł pial ebd. 3,312,26. ⟨u1250/80⟩ ein bîle, / daz in maneger wîle / gesmit sô guotez nie kein smit Wernher d. Gartenaere 41063 ATB. ⟨1297/8⟩ der wirt nam undir sînen arm / zwei biel, dâ der gast nicht sach livländ. reimchr. 1295 M. 14.jh. gezauw, fas, beil, barten thür. geschichtsqu. 9,29. ⟨14.jh.⟩ (der vater) truc ein bil, das er holcz mit im wider heim wolde bringen d. veter b. 12 LV. 1424 die zymmerlude mit iren exen und bijhelen und anderer irer gereitschafft frankf. zunfturk. 2,233 Sch. ⟨u1460⟩ er schluͦg in zuͦ tod mit einem beyhell Hartlieb dialogus 358 DTM. u1477 an dem howen fiel im der byhel in das waßer Steinhöwel Äsop 255 LV. 1517 securis ein achsze oder byel Trochus prompt. R 3b. 1525 da muͦstu ein guͦt biel koufen, daß du ouch in die tropos houwen und wäg machen könnist Zwingli 4,612 E./F. 1534 sy zerhauwen yr todten mit einem scharpffen hültzinen beühel Franck weltb. 69a. 1537 zoch sein schwerdt auß, machte damit ain lange gruͦben oder forch .., satzte darein die beihel vnd vmbschüt die mit erden Schaidenreiszer odyssea 200 W. 1602 darumb er denselbigen, da er ihm entweichen wöllen, mit einem beihel in ein arm gehawen Kirchhof wendunmuth 2,431 LV. ⟨v1624⟩ unser irdischer mensch .. ist nur das beil, da der zimmermann in dieser zeit mit hauen kann Böhme theosophia (1730)17,532 faks. ⟨1682⟩ zu den bäumen muß man auch haben .. allerley hand-häcklein, oder bail Hohberg georgica (1687)1,549b. ⟨v1709⟩ mein ax und beul, wormit ich das holz abgehauet, ist mir ins wasser gefallen Abraham a s. Clara wein-keller (1710)151. ⟨1732⟩ beym holtz abhauen fuhr einem von unsern leuten ein scharff zugespitztes beil vom handgriffe ab Schnabel Felsenburg (1997)2,556. 1789 solle nicht gestattet werden, einig unziemlich gewöhr an äxten, beiler oder andern waffen in das wirtshaus mitzubringen württ.ndl. rechtsqu. 2,521 W. 1837 säge und beil unterm arm, war ein betrunkener holzhacker in den schnee gefallen Hebbel II 1,108 W. 1848 männer, kaum mit beilen und knitteln bewaffnet Zimmermann dt. rev. 248. ⟨1892⟩ war ich einmal in London u. habe da das beil gesehen, womit Anna Bulen (Boleyn) hingerichtet wurde Fontane ges.-ausg. [1925] I 4,529. 1923 bauern mit beilen und fackeln in den händen rannten zum walde Paquet prophezeiungen 91. 1962 (bildl.:) mein gelindester argwohn fällt dir als beil ins genick Marg Demetrius 2,201. ⟨1983⟩ einmal hatte er mit dem beil eine stubentür bauen können Johnson jahrestage (2006)1368. 2007 schlüssel in gestalt von pistolen, golfschlägern oder beilen n. zürch. ztg. (14.11.)43a. 2008 die wie mit dem beil gehauene nase, stark wie ein tukanschnabel Tellkamp turm 319. in redensarten u. sprichwörtern, häufig das beil zu weit werfen ‘übertreiben lügen, aufschneiden’: ⟨u1520⟩ wart eyn geworpen mit dem bîle, / de warpet wedder mit der barden (‘gleiches wird mit gleichem vergolten) Bote köker 42 ATB. 1541 dem argwon gehoͤrt ein beihel. der argwon ist ein schalck, darumb sol man jn enthaupten Franck sprichw. 1,54a. 1605 viel disputieren ohn nutz, heisset ein beil jmmer wetzen, vnd nichts damit hawen Petri weissheit Ppp 4b. 1608 (die Türken) werffen offt in dergleichen sachen, das beihel zu weit, jhr macht gros zu machen Schweigger reyssbeschr. 162 faks. 1616 dem ärgsten zimmermann gibt man das beste beihel Henisch t. spr. 1,354. 1630 wer ein schartig beil (ein vngeschliffenen kopff) hat, der verdirbt alles was er damit hawet Lehmann florilegium 131. ⟨1876⟩ so scharf schneid’ kein eisen, / so tief haut kein beil, / als a giftig’s alt’s weib / mit ’m maul! Anzengruber 37,184 B. seit d. 17. jh. geläufig in wendungen wie unter das beil (des henkers) block und beil u. metonym. beil ‘enthauptung’: 1657 fühlt nun, wie süß es sey, .. zu küssen block und beil Gryphius trauersp. 425 LV. 1732 keine folter, keine andere todesgattung als beil und strang Haller tgb. reisen 119 H. ⟨1887⟩ ich gönnte ihnen (den verbrechern) beil und block, dem sie verfallen waren Storm 7,237 K. 1918 weil sie feinde dieser niederträchtigen regierung waren, .. sollten sie .. unters beil? Schnitzler Casanova 115. ⟨1952⟩ so farbig und fröhlich das leben von La Bourbe (einem untersuchungsgefängnis) schien, die insassen wußten, daß sie unterm beil standen Feuchtwanger [1959]8,392. 1999 sir Thomas .. starb 1535 .. unterm beil, weil er Rom und dem papst treu war zeit (28.10.)48. Luther
5334 Zeichen · 156 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    beilst. M., st. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    beil , st. M., st. N. Vw.: s. beiel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beil

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Das Beil , des -es, plur. die -e, Diminutivum das Beilchen, ein Werkzeug zum Hauen, welches einen kürzern Stiel, als ein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Beil

    Goethe-Wörterbuch

    Beil nur im poet Werk (26 Belege) u im Gespr (1 Beleg); mehrf im Wechsel, aber auch iVbdg mit ‘Axt’ a als Werkzeug, auch…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beil

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Beil , Joh. David, Schauspieler und dram. Dichter, geb. 1754 zu Chemnitz, studierte die Rechte zu Leipzig und trat als S…

  5. modern
    Dialekt
    Beil

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Beil Band 2, Spalte 2,111

  6. Sprichwörter
    Beil

    Wander (Sprichwörter)

    Beil 1. Die das Beil am wenigsten tragen, reden am meisten von Feiertagen. 2. Ein klein Beil macht viel Holz feil. Port.…

  7. Spezial
    Beil

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Beil n. (-[e]s,-e) manarin (-s) m. ▬ breites Beil ascia f. ; das Beil festkeilen (am Halm) incogné le manarin ; langstie…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beil

185 Bildungen · 142 Erstglied · 40 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von beil

be- + il

beil leitet sich vom Lemma il ab mit Präfix be-.

beil‑ als Erstglied (30 von 142)

Beilbicke

SHW

Beil-bicke Band 1, Spalte 661-662

Beilbickel

SHW

Beil-bickel Band 1, Spalte 661-662

Beileisen

SHW

Beil-eisen Band 1, Spalte 663-664

Beilfett

SHW

Beil-fett Band 1, Spalte 663-664

Beilhaupt

SHW

Beil-haupt Band 1, Spalte 663-664

Beilhaus

SHW

Beil-haus Band 1, Spalte 663-664

Beilhelm

SHW

Beil-helm Band 1, Spalte 663-664

Beilohr

SHW

Beil-ohr Band 1, Spalte 663-664

Beilstiel

SHW

Beil-stiel Band 1, Spalte 663-664

Beilöhr

SHW

Beil-öhr Band 1, Spalte 663-664

Beilach

PfWB

beil·ach

 Bei-lach f. : ' Behelfsgrenzzeichen '. a. 1592: Ein beilag im Thal mit einem Kleinen Creutzlein, Ein beiloch mit einem Alten X [StArch. Ba…

beilade

DWB

beil·ade

beilade , f. kleiner nebenkasten in einer gröszeren lade.

beiladen

RhWB

beil·aden

bei-laden: etwas b., als Last hinzuladen; dat bess-che kannste noch b. u. derbeil. Rip.

Beiladung

DERW

bei·ladung

Beiladung, F., ›Einbeziehung von am Verfahren an sich nicht beteiligten Per- sonen während des Verfahrens durch das Gericht‹, 19. Jh.?, s. b…

beiläger

FWB

1. ›Anlieger, Nachbar‹; 2. ›männliche Person, die unehelichen Beischlaf ausübt‹.

beiländig

RhWB

bei-ländig: nur präd. u. negat.; et as nemes b. in der Nähe, gegenwärtig, zu Hause, zur Hand; en es wedder b. noch noh Bitb-Speicher , Prüm-…

beiläufer

DWB

bei·laeufer

beiläufer , m. pedisequus, satelles: Philand. 1, 28 ; nebenst mir reisete nur noch ein gutscher und beiläufer mit. Jucundiss. 59; das beiläu…

Beiläuferhandwerk

GWB

beilaeufer·handwerk

Beiläuferhandwerk ‘Beiläufer- und Mäklerhandwerk’: Botengänger- u Vermittlertätigkeit als Erwerbsmöglichkeit ungelernter junger Leute 26,275…

beiläuferin

DWB

bei·laeuferin

beiläuferin , f. pedisequa, concubina: aber einem seine beiläuferin, die einen buben von ihm hatte. Hebels hausfr. 150 .

beiläufig

DWB

bei·laeufig

beiläufig , adv. obiter: man richtete inmitten des schauplatzes ein schönes creuz auf, woraus ich schon das facit machen konte, was es hinfü…

beiläufig

FWB

bei·laeufig,

1. ›ungefähr, etwa‹.; 2. ›beiläufig, nebenbei vollzogen; mit etw. verbunden‹.

BEILÄUFIGKEIT

DWB2

beilaeufig·keit

BEILÄUFIGKEIT f. zuerst beiläuftigkeit. zu beiläufig 2. ‘ nebensächlichkeit (gewollte) zufälligkeit; nebensache, nebenerscheinung ’ 1689 zuf…

beiläuflich

PfWB

bei·laeuflich

bei-läuflich Adv. : = beiläufig , beilääflich [SOPf (Nachlaß G. Heeger) PfId. 19].

beiläuftig

DWB

bei·laeuftig

beiläuftig , in gleichem sinn: und schreibt beileuftig gar nichts anders, das nicht zu aufrhur, zertrennung, krieg, todschlege, rauberei, br…

beiläuftigkeit

DWB

beilaeuftig·keit

beiläuftigkeit , f. casus, zufall, gebildet wie weitläuftigkeit: zufällige beiläuftigkeiten bei dem weine sind die farbe, der geruch. Wiedem…

Beilag

Campe

bei·lag

† Der Beilag , des — es, Mz. die — e, in Graubündten, eine außerordentliche allgemeine Versammlung. S. Tag.

beilage

DWB

beil·age

beilage , f. additamentum, appendix, zulage: beilage zu einer schrift, zeitung, zu einem gewicht, zu einer speise: das buch hat drei beilage…

beilage

FWB

1. ›anvertrautes Gut (konkret und abstrakt), Gnadengabe‹.; 2. ›Zusammenlegung von Geldern in einem gemeinsamen Geschäft; Zuschuß, Beitrag; H…

beil als Zweitglied (30 von 40)

Amtsbeil

DRW

amts·beil

Amtsbeil Beil als Amtsabzeichen 1781 SchweizId. IV 913 Faksimile

breitbeil

DWB

breit·beil

breitbeil , n. was breitaxt: auf ein andern tag ubt er sich mit breitbeiheln. Garg. 177 a .

fleischbeil

DWB

fleisch·beil

fleischbeil , n. 1 1) securis carnaria. 2 2) obsc. penis: als ein witwe war wol betagt, dennocht ward sie gar sehr geplagt von einem kützel …

hackbeil

DWB

hack·beil

hackbeil , n. ein kleines beil mit einem helm oder stiele, fleisch und gemüse in den küchen damit zu zerhacken. Jacobsson technol. wb. 2, 18…

hammerbeil

DWB

hammer·beil

hammerbeil , n. hammer der an einem ende seines hauptes wie ein beil gestaltet ist; von den bergleuten bei der zimmerung der schächte gebrau…

handbeil

DWB

hand·beil

handbeil , n. kleines mit der hand leicht zu regierendes beil, asciola: handbeil sive schradbeil, securis manuaria Stieler 123 ; ferner wirt…

Hênkerbeil

Adelung

henker·beil

Das Hênkerbeil , des -es, plur. die -e, in denjenigen Ländern, wo die Enthauptung noch vermittelst eines Beiles geschiehet, das dazu bestimm…

holzbeil

DWB

holz·beil

holzbeil , n. beil zum spalten des holzes: läuft noch ein bauer daher, der hat ein holzbeihel. Götz v. B. 66 .

langbeil

DWB

lang·beil

langbeil , n. bei den stellmachern ein langes, vorn spitz zulaufendes beil, um sachen, welche gerade auslaufen, damit zu behauen. Jacobsson …

Machtbeil

Adelung

macht·beil

Das Machtbeil , des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme der Goldruthe oder des goldnen Wundkrautes, Solidago L. wegen seiner vor…

Matteis-Beil

Wander

matteis·beil

Matteis-Beil Hä es met dem Matteis-Beil geflapp. ( Köln. ) – Firmenich, I, 472, 27. Er hat einen Hieb.

Meißbeil

DRW

Meißbeil, n. Beil zum Holzschlag; hier als Wurfgerät zur Abgrenzung eines Rechtsgebiets vgl. meißen, Meißhacke, Meißmesser von des holz wege…

pflugbeil

DWB

pflug·beil

pflugbeil , n. oder pflughäcklein, die erdschollen damit zu brechen. Ludwig 1402 , dimin. pflugbeilein Stieler 123 ; bildlich: bleib du, mei…

richtbeil

DWB

richt·beil

richtbeil , n. das beil, mit dem ein zum tode verurtheilter verbrecher enthauptet wird: wer kurz zuvor einen hauffen seiner mitgäste seinem …

scharbeil

DWB

schar·beil

scharbeil , bipennis, beil, mittelst dessen die zu fällenden bäume angewiesen werden (?), mnd. scharbîl, scharbîle, in Westfalen scharbil Wo…

schirrbeil

DWB

schirr·beil

schirrbeil , n. beil zur arbeit am hölzernen wagengeschirr. Frisch 2, 185 a . Jacobsson 3, 606 a .

schlachtbeil

DWB

schlacht·beil

schlachtbeil , n. securis lanionis. Frisch 2, 185 c , streitaxt: wie wirbelwind schüttelt den röhrich im moor, so schwenken wir schlachtbeil…

Ableitungen von beil (3 von 3)

beile

DWB

beile , f. talea, kerbholz. Dasypod. 239 b . 303 b . Stald. 1, 153 . beilen f. Maaler 56 a ( bei ihm unterschieden von biel, biele 68 c secu…

erbeilen

Idiotikon

erbeilen Band 4, Spalte 1166 erbeilen 4,1166

Verbeilen

Adelung

Verbeilen , S. Adelung Verbellen .