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kalk

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Kalk

Bd. 2, Sp. 1116
Kalk 1. Alter Kalk ist besser und gilt mehr als neuer. Vorzüge des gediegenen Alten vor dem luftigen Neuen. 2. Der Kalch ist der Ferber Meister. – Petri, II, 97. 3. Der Kalk würde für Marmor gelten, wäre er ebenso selten. – Altmann V, 103. 4. Kalck lescht mann mit Wasser, sonst taug er nichts; Wein soll man lassen, wie er ist. – Lehmann, 879, 37. 5. Kalk deckt manchen Schalk. (S. Pfeffer.) 6. Kalk macht auch den Schornstein weiss. 7. Kalk macht reiche Väter und arme Kinder. Weil der Kalk, ohne andere Düngungsmittel angewandt, den Boden ausbeutet. Der Kalk hat die Fähigkeit Pflanzen-, Thier- und Mineralstoffe, mit denen er in Berührung kommt, zu zerstören und dadurch als Pflanzennahrungsmittel schnell tauglich zu machen. Aber er wirthschaftet nicht mit eigenen Mitteln, sondern auf Kosten des Feldes; er zehrt von dessen Kraft, entgegengesetzt den directen Düngung smitteln, die aus eigenen Mitteln wirken. (Vgl. Ueber die praktische Verwendung des Kalkes auf Aeckern im Boten aus dem Riesengebirge, Hirschberg 1860, S. 196.) 8. Kalk, ohne Dünger angewandt, macht arm den Bauer und sein Land. Das Sprichwort redet nur von der ausschliesslichen Düngung der Aecker mit Kalk, ohne das gleichzeitige Düngen mit animalischem Dünger und Kalk bei ein und derselben Frucht zu empfehlen. Das letztere Verfahren, bei Oel- und Hackfrüchten angewandt, wird sich nur dann bewähren, wenn Kalk und Dünger nicht in directe Berührung kommen, weil sonst der Kalk mit den Säuren des Düngers sich verbindet, wodurch das Ammoniak, die Hauptnahrung der Pflanzen frei wird und ungenutzt verloren geht. (Vgl. Ueber die praktische Verwendung des Kalkes auf Aeckern im Boten aus dem Riesengebirge, Hirschberg 1860, S. 197.) 9. Kalk und Marmor sind Vettern. Die Russen: Man würde den Kalk wie Marmor achten, wenn er so selten wäre wie jener. (Altmann V, 90.) 10. Kalk und Steine gibt gute Mauer. Holl.: Kalk en steen, dat metselt wel. (Harrebomée, I, 376a.) 11. Man merkt nicht, was im Kalk ist, biss man Wasser dran geusst. – Henisch, 1589, 56; Petri II, 458. 12. Nicht jeder Kalk ist Marmor. – Altmann IV, 485. 13. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. – Parömiakon, 1. »Nicht weniger thut Uebermass des Weintrinkens, ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.« (Judas der Erzschelm, I.) 14. Wer nit kalck hat, der muss mit leymen (Lehm, Dreck) mauren. – Franck, II, 103b u. 124a; Tappius, 125b; Gruter, I, 81; Petri, II, 741; Latendorf II, 29; Lehmann, 788, 11; Lehmann, II, 850, 311; Luther's Werke, VI, 141b; Schottel, 1146a; Sutor, 628; Blum, 304; Luther, 300; Sailer, 284; Müller, 74, 3; Winckler, I, 94; Eiselein, 350; Körte, 3268; Simrock, 5384; Braun, I, 1732; Reinsberg IV, 89. »Wer nit kalck hat, der muss mit thon oder letten maweren, vnd wer nit silber hat, der muss kupfer vermüntzen – wenn es nur gilt.« (Sarepta, 1859, CLXVa.) n.: Har man ei jomfruer, saa dandser man med skiøger. – Har man ei kalk, faaer man at muure med leer. (Prov. dan., 273.) Engl.: lf we can't as we would, we must do as we can. (Gaal, 979.) Holl.: Die met geen' kalk metselen kan, die neme leem. (Harrebomée, I, 376b.) Lat.: Bovem si non possis, asinum agas. (Sutor, 628.) – In calcis inopia, parietes luto compingi oportet. (Seybold, 235.) Ung.: Kinek mesze nincs, sárrał tapaszt. (Gaal, 979.) 15. Wo der Kalk am dicksten liegt, ist die Mauer am schwächsten. – Körte, 3269. 16. Das war Kalk in die Kürssen. – Herberger, I, 844. Mit der erklärenden Beifügung: »Da hatt' ers verschütt.« »Einem Kalck in die Kürsen geben.« (Nigrinus, Vorr. 51b.) 17. Der fällt auch der Kalk ab. In Bezug auf eine Jungfrau, der die Jugendreize schwinden, wie bei alterndem Gemäuer der Kalkputz abfällt. 18. Der Kalk ist ihr abgefallen. – Stieler, 917. Ihre Schönheit ist verblüht. 19. Er ist wie der ungelöschte Kalk. – Parömiakon, 1043. Das Nasse, d.h. Greistignasse (Wein u. dgl.), bringt ihn in Hitze. 20. Er ist (wird) wie Kalk an der Wand. – Frischbier2, 1870. Erbleicht. 21. Gebrannten Kalk im Wasser verwahren wollen. – Altmann VI, 524. 22. In den Kalk kommen. Unglücklich werden, so viel wie in die Tinte kommen. 23. Mit losem Kalk tünchen. – Ezech. 13, 11. Holl.: Iets met loozen kalk bestrijken. (Harrebomée, I, 376b.) 24. Mit solchem Kalk ist bös tünchen. »Der Argwohn ist ein böser schalk, drum tünche nicht mit solchen Kalk.« (Birck, Ehespiegel, 131.) 25. Wer keinen Kalk hat, mauert mit Dreck; und wer keine Jungfern hat, tanzt mit Huren. (Böhmen.)
4505 Zeichen · 128 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    kalkst. M. (a?) (i?)

    Köbler As. Wörterbuch

    kalk , st. M. (a?) (i?) nhd. Kalk ne. lime (N.) ÜG.: lat. calx (F.) (2) GlP, GlPW, GlS, GlTr, candor GlPW Hw.: s. kėlkia…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kalk

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +2 Parallelbelege

    kalk(a)trboumAWB nur Gl. 3,131,38 (Ende des 12. Jh.s oder 14. Jh.) kelterbovm: ‚Dreh- arm der Kelter; prelum‘ (nhd. mda…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kalk

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kalk- s. kalc.

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kalkM., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kalk , M., N. nhd. Kalk Vw.: s. bēte-, bētel-, gār-, göte-, kūlen-, ledder-, lēse-, lōder-, mūre-, muschel-, muschelen-,…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kalk

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kalk , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, 1) In der eigentlichsten, wenigstens gewöhnlichsten Bedeut…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kalk

    Goethe-Wörterbuch

    Kalk auch -ck, selten -ch; Pl nur zu Bed 2; rd 180 Belege, überwiegend in Bed 1 — Kalk war in Goethes Gedankenwelt wegen…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kalk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kalk , Kalkerde, Calciumoxyd, kommt sehr häufig in allen drei Reichen der Natur mit Säuren verbunden vor. Als kohlensaur…

  8. modern
    Dialekt
    Kalkm.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Kalk [khàlk fast allg.; khàlek D. Si. ; khàliχ Pfb. ] m. 1. gebrannter Kalk. Rda.: er verfällt wie K. ist dem Tode nahe …

  9. Sprichwörter
    Kalk

    Wander (Sprichwörter)

    Kalk 1. Alter Kalk ist besser und gilt mehr als neuer. Vorzüge des gediegenen Alten vor dem luftigen Neuen. 2. Der Kalch…

  10. Spezial
    Kalk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kalk m. (-[e]s,-e) cialc (-lc) f. ▬ gelöschter Kalk cialc destodada f. ; ungelöschter Kalk cialc cröia f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kalk

700 Bildungen · 530 Erstglied · 163 Zweitglied · 7 Ableitungen

kalk‑ als Erstglied (30 von 530)

Kalkarsch

SHW

Kalk-arsch Band 3, Spalte 1055-1056

kalkartig

SHW

kalk-artig Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkauge

SHW

Kalk-auge Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkbein

SHW

Kalk-bein Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkbodem

SHW

Kalk-bodem Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkboden

SHW

Kalk-boden Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkbrenner

SHW

Kalk-brenner Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkbrühe

SHW

Kalk-brühe Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkbütte

SHW

Kalk-bütte Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkei

SHW

Kalk-ei Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkeimer

SHW

Kalk-eimer Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkfaß

SHW

Kalk-faß Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkgrube

SHW

Kalk-grube Band 3, Spalte 1055-1056

Kalkhof

SHW

Kalk-hof Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkkaute

SHW

Kalk-kaute Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkloch

SHW

Kalk-loch Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkmann

SHW

Kalk-mann Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkmilch

SHW

Kalk-milch Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkofen

SHW

Kalk-ofen Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkpfanne

SHW

Kalk-pfanne Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkschiß

SHW

Kalk-schiß Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkschlamm

SHW

Kalk-schlamm Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkstein

SHW

Kalk-stein Band 3, Spalte 1057-1058

Kalkungeld

SHW

Kalk-ungeld Band 3, Spalte 1057-1058

kalk als Zweitglied (30 von 163)

*ehuskalk?

KöblerAhd

*ehuskalk? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. ehuskalk*

*marhskalk

KöblerAs

*marh·skalk

*marhskalk , st. M. (a) nhd. „Rossschalk“, Pferdeknecht ne. ostler (M.) Hw.: s. marscalcus; vgl. ahd. marhskalk* (st. M. a) E.: s. *marh, sk…

*skalk

KöblerAhd

*skalk , st. M. (a)? nhd. Knecht, Diener ne. servant Vw.: s. marh- Hw.: s. ahd. skalk* Q.: it. scalco, Speisemeister, parm. scälch, Gastwirt…

adalskalk

KöblerAhd

adal·skalk

adalskalk , st. M. (a) nhd. Herrenknecht ne. servant of a lord ÜG.: lat. servus principis Urk Q.: Urk (770) I.: Lüs. lat. servus principis E…

ÄTZKALK

DWB2

atz·kalk

DWB2 ÄTZKALK m. DWB2 zu ätzen 1 ; gebrannter kalk, calciumhydroxid: DWB2 1842 der kalk bleibt (nach dem brennen) rein zurück, wo er dann aet…

Alpenkalk

GWB

alpen·kalk

Alpenkalk alte Bezeichnung für die Gesamtheit alpiner Kalkgesteine [ mBez auf die Hauptwasserscheide in Europa ] Sie geht vom Simplon auf de…

Arsenikkalk

Campe

arsenik·kalk

Der Arsenikkalk , des — es, Mz. die — e, der stärkste Giftstoff, welcher sich beim Rösten der Kobolt= und überhaupt arsenikhaltigen Erze im …

Bargkalk

MeckWB

barg·kalk

Wossidia Bargkalk m. aus einem Kalkberg gegrabener Kalk im Gegensatz zum Steinkalk ( s. d. ) Wa.

barskalk

KöblerAhd

bars·kalk

barskalk , st. M. (a) nhd. Barschalk, Halbfreier ne. half-free (M.) Q.: Urk (Ende 11. Jh.) I.: lat. beeinflusst? E.: s. beran?, skalk W.: mh…

Berggiftkalk

Campe

berggift·kalk

○ Der Berggiftkalk , des — es, Mz. von verschiedenen Arten die — e, ein Giftkörper, der gewöhnlich an andern Minern einen Überzug bildet, un…

Bleykalk

Adelung

bley·kalk

Der Bleykalk , des -es, plur. von mehrern Arten, die -e. 1) Ein in Kalk verwandeltes Bley, dergleichen unter andern auch das Bleyweiß und di…

Braunsteinkalk

Campe

braunstein·kalk

Der Braunsteinkalk , des — es, d. Mz. ungew. der Hauptbestandtheil des Braunsteinerzes, aus welchem das Braunsteinmetall dargestellt wird.

bētekalk

KöblerMnd

bētekalk , M. nhd. „Beizkalk“, Ätzkalk, ungelöschter Kalk, Kalk zum Abbeizen der Haare Vw.: s. lēm- Hw.: s. bētelkalk E.: s. bēte (5), kalk …

bētelkalk

KöblerMnd

bētelkalk , M. nhd. „Beizkalk“, Ätzkalk, ungelöschter Kalk, Kalk zum Abbeizen der Haare Hw.: s. bētekalk E.: s. bētel, kalk L.: MndHwb 1, 25…

chlorkalk

DWB2

chlor·kalk

chlorkalk m . aus chlor und gelöschtem kalk hergestelltes weißes, stark riechendes pulver, das als bleich‐ und desinfektionsmittel verwendet…

DACHSTEINKALK

DWB2

dachstein·kalk

DWB2 DACHSTEINKALK m. DWB2 horizont in der älteren trias: DWB2 1873 die oberste abtheilung ( der Alpen ) schliesst mit dem dachsteinkalk, de…

dungkalk

DWB

dung·kalk

dungkalk , m. bei der gasbereitung verwendeter kalk der dann noch zu dung dient.

ebanskalk

KöblerAhd

eban·skalk

ebanskalk , st. M. (a) nhd. Mitknecht, Mitdiener ne. fellow-servant ÜG.: lat. conservus T Q.: T (830) I.: Lüs. lat. conservus E.: s. eban (1…

ehuskalk

KöblerAs

ehuskalk , st. M. (a) nhd. Rossknecht, Pferdeknecht ne. ostler (M.) Hw.: vgl. ahd. *ehuskalk? (st. M. (a)) Q.: H (830), PN E.: s. ehu, skalk…

Ableitungen von kalk (7 von 7)

bekalken

DWB

bekalken , trullisare, mit kalk bewerfen: bekalkte wand. s. DWB bekelken .

ENTKALKEN

DWB2

DWB2 ENTKALKEN vb. DWB2 gegenbildung zu verkalken vb. oder abl. von kalk m. von kalk, kalkablagerungen befreien: DWB2 1861 an etwas dickeren…

Entkalkung

LDWB2

Ent|kal|kung f. (-,-en) desćialcificaziun (-s) f.

urkalk

DWB

urkalk , m. (ur- C 4 c), roche, calcaire Pansner mineral. wb. 152 ; primary or primitive limestone Hoyer-Kreuter 1, 796 : etwas wavelliten .…

verkalken

DWB

verkalken , verb. zu kalk werden, machen, verkalken decalicare Stieler 918 . 1 1) intransitiv, zu kalk werden: die goldschmiede gebrauchen v…

verkalklich

DWB

verkalklich , adj. zu kalk sich auflösend, in kalk übergehend: wahrscheinlich ist hier eine oberflächliche säurung im spiele, wie man aus de…

verkalkung

DWB

verkalkung , f. calcinatio Stieler 918 .