Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wolfram n.
Wolfram n.
Wolfram n. (älter auch m.) eisengraues Schwermetall (chemischer Grundstoff, bekannt seit der 2. Hälfte des 18. Jhs.). Die im 16. Jh. aufkommende Bezeichnung Wolfrumb (Mathesius 1562), Wolfram (1590) ist zunächst (wie Kobalt, Nickel, s. d.) ein Scheltwort erzgebirgischer Bergleute für wolframhaltige Zinnerze, deren Wolframgehalt bei der Verhüttung eine Verringerung der Zinnausbeute bewirkt. Das erste Glied des Kompositums besteht aus dem unter Wolf (s. d.) behandelten Substantiv, das zweite aus ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. rām ‘staubiger Schmutz, Ruß’, besonders ‘Schmutz, Ruß vom Metall der Rüstung’, nhd. (nur noch mundartlich) Rahm (vgl. ahd. rāmag ‘schmutzig, rußig’, 8. Jh., aengl. hrūmig ‘rußig’), das als Bildung mit m-Suffix wie aind. rāmáḥ ‘dunkel, dunkelfarbig, schwarz’, rāmá- ‘das Dunkel’, rāmī́- ‘Nacht’ auf eine Wurzel ie. *rē- ‘dunkel’ zurückgeführt werden kann. Wolfram steht also im Sinne von ‘Wolfsschmutz’ für jenes schmutzfarbene Erz, das Zinn gleichsam wie ein Wolf auffrißt.