lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

synthese

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

synthese f.

Bd. 20, Sp. 1429
synthese, f. , aus gr. σύνθεσις, lat. synthesis, f., 'zusammensetzung, zusammenstellung'; im deutschen zunächst überwiegend in der gr.-lat. form synthesis entlehnt, aber zugleich in der form synthese aufgenommen, wohl nach franz. muster; vgl. franz. synthèse (17. jh.) Gamillscheg 826, aber engl. synthesis (seit 1611) Murray 9, 2, 387. im dt. namentlich als philosophischer terminus durch Kant eingebürgert, der die form synthesis bevorzugt; doch setzt sich synthese als gebräuchliche form im 19. jh. durch, besonders auszerhalb des philosophischen sprachgebrauchs; Campe wb. z. erkl. (1801) 634, Heinsius 4 (1822) 940b verzeichnen nur synthesis, W. Hoffmann 5 (1861) 566 auch synthese, Sanders 3 (1865) 1274 nur synthese. 11) als philosophischer terminus 'die verknüpfung einer vielheit zu einer höheren selbständigen einheit', namentlich (wie schon bei Aristoteles) von bewusztseinsinhalten; zur geschichte und ausdehnung des begriffs s. R. Eisler wb. d. philos. begriffe3 3, 1473ff.: die spontaneität unsers denkens erfordert es, dasz dieses mannigfaltige (der reinen anschauung a priori) zuerst auf gewisse weise durchgegangen, aufgenommen und verbunden werde, um daraus eine erkenntnisz zu machen, diese handlung nenne ich synthesis. ich verstehe aber unter synthesis in der allgemeinsten bedeutung die handlung, verschiedene vorstellungen zu einander hinzuzuthun und ihre mannigfaltigkeit in einer erkenntnisz zu begreifen Kant ges. schr. I 3, 91 akad.; diese synthesis des mannigfaltigen der sinnlichen anschauung, die a priori möglich und nothwendig ist, kann figürlich (synthesis speciosa) genannt werden zum unterschiede von derjenigen, welche in ansehung des mannigfaltigen einer anschauung überhaupt in der bloszen kategorie gedacht würde und verstandesverbindung (synthesis intellectualis) heiszt ebda 3, 119; die reine synthesis, allgemein vorgestellt, giebt nun den reinen verstandesbegriff. ich verstehe aber unter dieser synthesis diejenige, welche auf einem grunde der synthetischen einheit a priori beruht; so ist unser zählen ... eine synthesis nach begriffen ebda 3, 91; verstandesbegriffe sind keine todte gemählde, deren genesis ich ... durch spontaneität einer synthese begreiflich machen könnte Herder 22, 334 S.; die formen der empirischen materie scheinen raum und zeit zu sein. die formen des empirischen geistes synthesis und analysis Novalis schr. 3, 140 Minor; die zwölf kategorien, die transcendentale synthesis der einbildungskraft, des innern sinnes, der transcendentalen einheit der apperception Schopenhauer w. 1, 564 Gr.; insofern die psychische synthese in allen solchen fällen ein neues hervorbringt, nenne ich sie eben eine schöpferische W. Wundt philos. studien 10 (1894) 113; die wahrhaft erzeugende methode der mathematik ist somit diejenige der synthesis W. Windelband gesch. d. neuer. philos.2 1, 172; Klügel math. wb. 4 (1823) 875ff. 22) allgemein 'die zusammensetzung, verbindung verschiedener erscheinungen zu einem einheitlichen ganzen': die synthese der neigung ist es eigentlich, die alles lebendig macht Göthe IV 19, 399 W.; die dramatische kunst ist eine synthesis der beiden künste, der poesie- und schauspielkunst O. Ludwig ges. schr. 5, 439 E. Schm.; von diesem gesichtspunkte aus vollzieht Spinoza die letzte synthese seines denkens Windelband gesch. d. neuer. philos.2 1, 233; denn, so unrecht man hat, in seiner (Rodins) plastischen kunst eine art von impressionismus zu sehen, so ist doch die menge präzis und kühn erfaszter impressionen immer der grosze reichtum, aus welchem er schlieszlich das wichtige und notwendige auswählt, um es in reifer synthese zusammenzufassen R. M. Rilke ges. w. (1927) 4, 345; in der geistesgeschichtlichen forschung für die zusammenschau der wesenhaften kräfte und ihre darstellung in einem gesamtbilde; in der chemie die zusammensetzung von elementen oder ihren verbindungen zu komplizierter aufgebauten stoffen, namentlich solchen, die durch besondere künstliche verfahren hergestellt sind: sie (galle, samen, milch) zeigen am offenbarsten, dasz der procesz, wodurch sie hervorgebracht werden, ... auf einer chemischen thätigkeit, ja in einer chemischen synthese beruht Sömmerring menschl. körper (1939) 5, 12; theoretische chemiker sind durch praktische anwendung ihrer synthesen zu reichen männern geworden L. Boltzmann popul. schr. (1905) 78. —
4376 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    synthesef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    synthese , f. , aus gr. σύνθεσις , lat. synthesis, f., ' zusammensetzung, zusammenstellung ' ; im deutschen zunächst übe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Synthese

    Goethe-Wörterbuch

    Synthese [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Synthēse

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Synthēse (griech. synthesis , »Zusammensetzung«), in der Logik im Gegensatz zur Analyse (s. d.) das Verfahren, ein Zusam…

  4. Spezial
    Synthese, von Notationenf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Synthese , f von Notationen синтезирование , ср индексов

Verweisungsnetz

18 Knoten, 14 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 11 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit synthese

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von synthese 2 Komponenten

syn+these

synthese setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

synthese‑ als Erstglied (3 von 3)