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Hexe

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Hexe

Bd. 2, Sp. 640
Hexe 1. Den Hexen hilft das Leugnen nicht, man erkennt sie am Gewicht. Im Jahre 1729 wurden nach den Berichten Kaysslers (Forts. Neuester Reisen) zu Segedin in Ungarn der Stadtrichter mit seiner Frau und 34 Personen lebendig verbrannt. Der Stadtrichter war mit seiner Corpulenz auf eine Wage gelegt und für zu leicht erklärt worden. Man sagte, er habe kaum 7 Loth gewogen. So beklagenswerth diese Verirrung des menschlichen Verstandes igt, so hat doch ein Gelehrter, Ad. Scribon (in seiner Epist. de purgalione Saganarum super aquam frigidam projectarum), als unzweifelhaft bewiesen, dass Hexen und Hexenmeister von leichterm Gewichte seien, weil der Teufel als Geist seine Bundesfreunde auch geistig, d.i. leicht mache. (Vgl. Zeitung für die elegante Welt, Leipzig 1827, S. 1518.) 2. Eine gescheite Hexe kann auch ohne Besenstiel tanzen. 3. Es ist keine Hexe so alt, sie sieht nach dem Besen in der Walpurgisnacht. n.: Aldrig er saa gammel en kierling, at kommer der ild paa hende, hun springer jo. (Prov. dan., 340.) 4. Es sind nicht überall Hexen, wo eine Ofengabel liegt. Ofengabel, Besenstiel, Spinnrocken oder auch ein schwarzer Bock, worauf sie sich setzen, dienen den Hexen, wenn sie in der Walpurgisnacht durch den Schornstein hoch durch die Lüfte sich auf den Blocksberg zur Conferenz begeben, wo der Teufel ihrer wartet und den Vorsitz führt. Nach dem Concert, wobei teuflische Thiere die Musik besorgen und die Hexen um ihr Oberhaupt tanzen, findet ein Festmahl statt, wobei Toaste ausgebracht und loyale Reden gehalten werden. Jede Hexe versichert dem Beelzebub ihre Treue. Um Schlag 12 geht alles auseinander in der Weise der Herfahrt. Zu München liess im Jahre 1770 der Licentiat Model eine Abhandlung drucken, worin er mit Ernst und Eifer zu behaupten sucht, dass man die Ausfahrt der Hexen glauben müsse, was auch für den, dessen Vernunft sich auch nur in Einem Falle dem Glauben unterworfen hat, nicht schwer ist. (Vgl. über Hexen und Hexenmeister Braun, Bibliothek des Frohsinns, Bd. 4, Hft. 2, Nr. 25 fg.) 5. Hexen haben allzeit Unheil im Sinn. Wie auch H. Heine in seinen Reisebildern (II, 24) behauptet. 6. Hexen weinen nicht. – Eisenhart, 606; Hertius, I, 113; Pistor., X, 48; Simrock, 4733. Gehört zu den physiognomischen Sprichwörtern, und ist eins von denen, welches in der Blütezeit der Hexenprocesse auf das richterliche Urtheil nicht ohne Einfluss war. 7. Ist die Hexe fertig, so sind auch die rothen Augen da. Die Russen: Von der, die als Hexe gilt, sagt jeder, sie haben rothe Augen. (Altmann VI, 482.) 8. Ist die Hexe verbrannt, wird Ruh' im Land. Weil sie angeblich Hagelwetter, Stürme, Ungeziefer u.s.w. (s. Hexe 9 und Hexen 2) hervorbrachten. In der Blütezeit der Hexenverfolgung war in England daher ein Preis von 20 Schilling auf das Auswittern einer »Verbündeten des Satans« gesetzt. Ein schottischer Denunciant, später wegen Meineides gehangen, bekannte selbst, dass er 220 Frauen auf solche Weise ums Leben gebracht habe. (Grenzboten, XV, 1, 161.) Man schätzt die Zahl der als Hexen und Zauberer hingerichteten Personen auf 91/2 Million. (Vgl. Pierer, Universal-Lexikon.) Der Bischof von Bamberg liess allein innerhalb fünf Jahren 600, der Bischof von Würzburg 900 Personen verbrennen. (Gesellschafter, Magdeburg 1784.) Doch blieben unsere Bischöfe immer noch in ihren Leistungen hinter den Wazaramos (ostafrikanischer Negerstamm) bedeutend zurück, welche nicht nur die Hexen, sondern auch deren Kinder verbrennen, um das ganze aufspriesende Geschlecht auszurotten. (Ausland, 1860, S. 724.) 9. Do es en Hex en de Kerk. (Meurs.) – Firmenich, I, 407, 422. Im Sauerlande: Do was 'ne Heckse in der Kerken. Um Ungehöriges zu bezeichnen. – Auch ausserhalb Deutschlands spielt die Hexe ihre Rolle. Die Bewohner der Ebene von Brescia fürchten die stria (Hexe) und vecia (Alte), denen sie alles Unkraut, jedes der Cultur unfähige Land, die Krankheiten der Pflanzen und Thiere, sowie die unauflösbaren Knoten in den Mähnen und Schwänzen der Pferde zuschreiben. In den ersten warmen Frühlingstagen sagt man: Auch die Hexe ist herausgekommen; und wenn bei grosser Trockenheit auf den Feldern Dünste aufsteigen und sich zitternd hin- und herbewegen, heisst es in der ganzen Lombardei: »Die Alte tanzt«, weil man glaubt, sie drehe sich in der Erde um, wenn Kälte eintritt. Die schmuziggelben Kreideschichten, das Anzeichen ehemaliger Sümpfe, auf die man beim Graben häufig stösst, nennt man das »Bett« oder »Nest der Alten«, und wenn die Baumstämme knistern oder »seufzen«, so spricht man: »Die Hexe weint.« In den Gebirgsdörfern hält man besonders hohe und alte Bäume für Tanzplätze der Hexen bei ihren nächtlichen Zusammenkünften. (Vgl. Reinsberg, Festgebräuche in Oberitalien in den Hausblättern, Stuttgart 1865, S. 305 fg.) 10. Es hat ihm eine Hexe aufs Pulver gepisst. – Eiselein, 516; Simrock, 8029. »Der Teufel kann nicht mehr losdrücken, seit ihm eine Klosterhexe aufs Pulver gepisst hat.« (Fischart.) 11. Es ist eine alte Hexe. – Eiselein, 309. Lat.: Foemina Thessala, Thessala mulier. (Seybold, 187 u. 605.) 12. Es sind eben Hexe Gehannchen und Seibart's Kathrei (Kathrine). In Marburg und Umgegend von unordentlichen Leuten, schlechten Haushaltern und besonders von zänkischen Eheleuten. 13. Es sitzt ihm eine Hexe beim Topf. (S. Aalk.) [Zusätze und Ergänzungen] 14. Die Hexe kommt schon 'raus, klopft man nur die Tücher tüchtig aus. Man muss der Sache auf den Grund gehen, wenn man ins Klare kommen will. It.: A battere i panni, compare la strega. ( Giani, 1594.)
5532 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hexest. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    hexe , st. F., sw. F. Vw.: s. hecse

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hexeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    hexe , F. nhd. Hexe, Zauberin, Zaubererin Hw.: vgl. mhd. hecse E.: s. mhd. hecse, hesse, hexe, F., Hexe; s. ahd. hāzus 2…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hêxe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Hêxe , der Kniebug, S. Adelung Häkse .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hexe

    Goethe-Wörterbuch

    Hexe im Vers ‘Hex’’ 1,156 u Faust I 2547 ; von rund 70 Belegen lassen sich etwa drei Viertel dem nordischen Kulturkreis …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hexe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hexe (aus dem altd. Hagapus), nach einem lange dauernden bei allen abendländischen Völkern vorkommenden Wahne ein Weib, …

  6. modern
    Dialekt
    Hexef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Hexe f. : 1. 'Zauberin, die nach dem Volksgl. mit dem Teufel im Bunde stehen soll', Hex, Pl. Hexe (hęgs, -sə) [verbr.], …

  7. Sprichwörter
    Hexe

    Wander (Sprichwörter)

    Hexe 1. Den Hexen hilft das Leugnen nicht, man erkennt sie am Gewicht. Im Jahre 1729 wurden nach den Berichten Kaysslers…

  8. Spezial
    Hexe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    He|xe f. (-,-n) 1 stria (-ies) f. 2 (böses Weib) ‹fig› stria (-ies) f. 3 (altes und hässliches Weib) stria (-ies) f. , b…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hexe

332 Bildungen · 328 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

hexe‑ als Erstglied (30 von 328)

hexecontalithus

MLW

hexecontalithus (exac-, exc-, -ll-, -icus, -itos, exacolitus sim. ), -i m. (ἑξηκοντάλιθος) de quadam gemma varia: Marb. Red. lap. 38 tit. de…

hexehalt

KöblerAfries

hexe·halt

hexehalt , Adj. nhd. „hechsengelähmt“, in der Kniekehle gelähmt ne. lame (Adj.) in the hollow of the knee Q.: H E.: s. germ. *hahsō, st. F. …

Hexekrut

LothWB

hexe·krut

Hexe-krut n. 1. gemeines Hexenkraut. 2. Goldwurz. 3. Schöllkraut (Chelidonium majus).

Hexemelech

LothWB

Hexe melech (eigentl. Hexemilch Si. ) weißer Saft der Euphorbia.

Hexenaas

SHW

Hexen-aas Band 3, Spalte 473-474

Hexenaugen

SHW

Hexen-augen Band 3, Spalte 473-474

Hexenbesen

SHW

Hexen-besen Band 3, Spalte 473-474

Hexenblume

SHW

Hexen-blume Band 3, Spalte 473-474

Hexenei

SHW

Hexen-ei Band 3, Spalte 473-474

Hexenfett

SHW

Hexen-fett Band 3, Spalte 473-474

Hexenfuhre

SHW

Hexen-fuhre Band 3, Spalte 475-476

Hexenfurz

SHW

Hexen-furz Band 3, Spalte 475-476

Hexenkopf

SHW

Hexen-kopf Band 3, Spalte 475-476

Hexenkraut

SHW

Hexen-kraut Band 3, Spalte 475-476

Hexenmal

SHW

Hexen-mal Band 3, Spalte 475-476

Hexennacht

SHW

Hexen-nacht Band 3, Spalte 475-476

Hexennadel

SHW

Hexen-nadel Band 3, Spalte 475-476

Hexennase

SHW

Hexen-nase Band 3, Spalte 475-476

Hexenpanz

SHW

Hexen-panz Band 3, Spalte 475-476

Hexenpetz

SHW

Hexen-petz Band 3, Spalte 475-476

hexe als Zweitglied (3 von 3)

Bockhexe

Wander

bock·hexe

Bockhexe De thunumer Bockhexen. – Kern, 84. »Die Bockhexen sind gleichbedeutend mit den Waalrîders, Waolrüters oder Nachtmiertjens, wahrsche…

strahlhexe

DWB

strahl·hexe

strahlhexe , f. , wie oben blitzhexe ( th. 2 sp. 134) Jac. Grimm myth. 4 2, 910 ( Campe ). —

wetterhexe

DWB

wetter·hexe

wetterhexe , f. 1) in mythologie und aberglauben ' hexe, die das wetter macht ', vgl. dazu insbes. Grimm mythol. 4 2, 910 ; hdwb. d. dt. abe…

Ableitungen von hexe (1 von 1)

urhexe

DWB

urhexe ( h. der urzeit, ur- C 4 c) J. Bayer lit. skizzenb. 92 , bibl. d. schr. a. Böhmen. —