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U

ie. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
27 in 22 Wb.
Sprachstufen
11 von 16
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22

Eintrag · Campe (1807–1813)

U

Bd. 5, Sp. 1a
U, ein tief und dumpf tönender, mit vorgestreckten Lippen und geringer Öffnung des Mundes auszusprechender Selbstlauter, der 21ste Buchstabe des Deutschen Abece, wenn man Iund Ɉ als zwei Buchstaben zählt. Seine Aussprache, welche bald gedehnt, wie in Buch, bluten, Tuch, gut, bald geschärft, wie in Duft, Fluß, Mutter lautet, hat keine Schwierigkeit, und er klingt bei denen, welche rein sprechen, überein; allein in den gemeinen Sprecharten wird er auf verschiedene Art ausgesprochen, in einigen O. D. Gegenden z. B. mit nachschleichendem e, nämlich Brueder (dreisilbig), Huet, guet (zweisilbig), in andern, besonders in Oberschwaben und am Oberrheine, mit nachschleichendem o, nämlich Muotter, Buoch  I Schwäbischen und anderwärts setzt man u auch oft wo es gar nicht hingehöret und sagt aucht, Rauth, waugen, Waugehals  für acht, Rath, wagen, Wagehals. U und ü gehen in der Veränderung der Wörter und bei der Ableitung oft in einander über, z. B. ich durfte, ich dürfte, das Gut, das Gütchen, gut, Güte, gütig, Durst, durstig, dürsten  Ad. erklärt dies u und ü für zwei Mundarten, eine rauhere und tiefere nämlich, und eine zärtere und sanftere, welche durch unaufhörliche Vermischung der Völker zusammengeflossen seien; Wolke aber erklärt diese Abwechselung des u und ü dadurch, daß er u einen Mittellaut zwischen dem vollen auf gewöhnliche Art ausgesprochenen u und dem ü sein läßt, wie dies aus dem ὑπερ, ὑς  und dem römischen super, sus etc. erhelle. — I vielen Wörtern Eines Geschlechts geht auch ie in u über, z. B. fliehen, Flucht, flüchtig, siechen, Sucht ; wogegen man in manchen O. D. Sprecharten ein u für ü hören läßt und Rucken für Rücken, Kuche für Küche sagt. I Schreiben setzt man über diesen Buchstaben ein  oder ς, um ihn von dem n zu unterscheiden. Häufig setzte man über denselben ein o oder auch zwei schräge (//), oft stehet in Handschriften auch gar kein Zeichen darüber. I alten Schriften findet man anstatt des u ein v, in spätern Zeiten oft auch w, z. B. vnd, vnter, Frawen , von welchem Gebrauche das gekürzte Ew. für Euer noch ein Überrest ist. Mit Recht hat man diesen grundlosen Gebrauch veralten lassen, und es ist gegenwärtig nur noch eine verwerfliche Seltenheit, wenn in Wörterbüchern die Buchstaben u und v und die damit anfangenden Wörter unter einander geworfen werden, so daß Wörter wie Vater, Übel, Ver —, Ufer, Uhu, Um, Un, Vor, Ur auf einander folgen. S. auch X.
2423 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    u

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    uBuchstabe

    Köbler Got. Wörterbuch

    u , Buchstabe nhd. u, Abkürzung für 70 ne. u, abbreviation for 70 Q.: Sal (Hs. 9./10. Jh.); B.: u Sal 17 S

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    U

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    U kurzer und langer vokal. das kurze u entspricht dem ahd. u , lautet aber, wenn in den endsylben i war, mhd. in ü um. d…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    uswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    belüstern (û , u) , swv. , belauschen.

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    U

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    U , der ein und zwanzigste Buchstab des Deutschen Alphabetes, und der fünfte oder vielmehr siebente unter den Mitlautern…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    U

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    U [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    U

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    U , der 5. Vocal, in unserm Alphabet der 21. Buchstabe, im älteren röm. wie V mit demselben Zeichen (V) geschrieben. U a…

  8. modern
    Dialekt
    u

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    u [ù Su. Z. ] Interj. der Freude, der Verwunderung ; in tieferem Ton [ú M. ] Interj. des Schmerzes: [ù Hèrə Jésəs! Z. ].…

  9. Sprichwörter
    U

    Wander (Sprichwörter)

    U Auf das U folgt das W, das ist die Ordnung im Abc. – Schiller in der Kapuzinerpredigt.

  10. Latein
    U

    Lex. musicum Latinum

    U , u 1. als Teil der Vokalreihe zur musikalischen Inventionshilfe 2. Kennbuchstabe für die fünfte Kirchentonart — 1. as…

  11. Spezial
    u

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    u [ụ] m. (us) Gelöbnis n., Gelübde n., Votum n., Treuebekenntnis f. ( → impormetüda). ▬ fá n u ein Gelübde ablegen, gelo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit u

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Keine Komposita gefunden — u kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „u". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/u/campe
MLA
Cotta, Marcel. „u". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/u/campe. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „u". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/u/campe.
BibTeX
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