up Präp.
Adv. [allg.] 1. Präposition. — 1.1. Räumlich. — 1.1.1. Kennzeichnet eine Berührung von oben, die Lage, den Aufenthalt in einem Raum, einem Gebäude o.Ä., einen Seins-, Tätigkeitsbereich. Vie hett et Hei op’me Balken (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@NeuenradeNr). Et is Kiärmiß op diän Düörpern (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). He slöpp up’t Hānejück (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Op’me Īsel reïen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Se es do op de Kǖke ist dort Küchenmagd (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). He sitt up’t Brewē (Abtritt) (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Dai sēten op äime Stauel (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 1.1.2. Kennzeichnet die Richtung; bezieht sich auf eine Stelle, Oberfläche, auf einen Erstreckungsbereich, einen Zielpunkt o.Ä., bezeichnet den Gang zu einem, in einen Raum, zu einem, in ein Gebäude; gibt die Richtung in einem Seins-, Tätigkeitsbereich o.Ä.
an. G up de Dïele! (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Dai Ndel is mi op de Äre fallen (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf). He krēch wat up’t Fell bekam Schläge (Kr. MünsterMün Kr. Münster@MünsterMü). Gäiß ’e mett opp’e Kiärmisse? (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). Upp’e Koppel droim’m (treiben) (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Upp’e Līftucht trecken (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). He kömpt op ne annere Stïe (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). He hät mi up den Täin (Zeh) triän (Kr. WiedenbrückWie Wd). — 1.2. Zeitlich. — 1.2.1. Kennzeichnet eine Zeitspanne: für (die Dauer von). — 1.2.1. Kennzeichnet einen (mehr oder weniger genauen) Zeitpunkt. Up Ōstern (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa); op Witten Sundach (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Op twelf (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Zs). Op use ollen Dāge (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Opp’n Dagg täglich (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo). Opp’m Olldach alltags (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@DerneDe). — Ra.: Op Dag un Dtum betālen pünktlich bezahlen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Up’m Ml auf einmal, plötzlich (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe || mehrf.). Upp’e Stund zur Stunde, gegenwärtig, sofort (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 1.2.2. Drückt aus, dass etwas dem genannten Zeitpunkt oder Vorgang (unmittelbar) folgt: nach. Twintig op nīegene zwanzig Minuten nach neun (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). En Väierl op sīb’m Viertel nach sieben (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). En Värrel op sässe (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). — 1.2.3. Kennzeichnet in Verbindung mit zwei gleichen Substantiven eine Wiederholung, eine direkte Aufeinanderfolge. Slach op Slach (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.2.4. IdW.: Opp’et Jōr nächstes Jahr (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). — 1.3. Kennzeichnet die Art und Weise. Op säo’ne Ād un Weïse (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf). Up leste Knäppken mit genauer Not (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Büu hett ’at (heißt das) op Platt? (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Op de Schrift kuiern hochdeutsch sprechen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Op scheïner Dt (auf frischer Tat) erdappen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). — 1.4. Kennzeichnet das Ziel, den Zweck oder Wunsch. Op dīne Gesuntait! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Ji beiden heppt jo nicks; up wat willt ji denn fräien? (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Hai lǟrd op Dokter (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Häi studērt up Pastor (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Up Friggen gn poussieren gehen (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). Up Besoük kuemen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — 1.5. Kennzeichnet Inhalt oder Thema einer mündlichen oder schriftlichen Äußerung. Ik kann op iäm niks seggen weiß nichts Schlechtes von ihm (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — 1.6. Kennzeichnet die bei der Aufteilung einer Menge zugrunde gelegte Einheit. Op tïen Hauner kömmt äin Hān (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl). En Wäch op fīf Vǟidel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.7. In festen Verbindungen mit anderen Wörtern. — 1.7.1. Bei einem Adjektiv: Up wat noigge (begierig, versessen) suin (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Dull (versessen) op de Ābäit (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dull op te Fraulöü (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 1.7.2. Bei einem Substantiv: Mett Rücksich opp (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo). Te vïel Begīr op de Ābet zu viel Arbeitseifer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). Up dei Frugge is kein Verlot der Frau kann man nicht trauen (Kr. BürenBür Kr. Büren@BürenBü). — 1.7.3. Bei einem Verb: Hi lickt gūt up siⁿ Bessvāder gleicht seinem Großvater sehr (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). Hai slätt op meï artet nach mir (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü). Hei hiät wahne up uns schennet (geschimpft) (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OhleOl). Op dän kö’ fe us velōaten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Könnt ’it nit noch en Öugenblicksken op us wachen? (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dat häf wat up sik hat was zu bedeuten (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 2. Adverb. — 2.1. Meist prädikativ (in Verbindung mit ¹sīn). — 2.1.1. aufgestanden, wach, nicht (mehr) zu Bett. De Junge es noch nit op (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Heu ess ol uppe (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 2.1.2. offen. Widder up weiter offen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@WirmighausenWh). — 2.1.3. verbraucht, aufgezehrt; ermüdet, altersschwach; gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe. De Stūten es op (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et is āle uppe alles aufgezehrt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Dai Brügge mott bolle nigge maket wäern, se is oppe (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). De Ponni is up (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). He es olt un op (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Sprichw.: Op ess saat wenn die Schüsseln leer sind, haben alle satt zu sein (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). — 2.2. In der Verbindung mit fan in festen Wendungen: von
an. Von klāin up an von der Kindheit an (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). Van Grunt op (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 2.3. In Verbindung mit einem durch und verbundenen weiteren Adverb. Up un nidder (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). Up un dal auf und ab, unbeständig, bald gut, bald schlecht (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.). Hi kann nich up un dāle es geht ihm schlecht (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). — 2.4. in die Höhe, nach oben (bes. als Aufforderung, sich zu erheben). Opp, olle Kauh, morgen ess Maidag! (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || mehrf.). Pīl op steil hinauf (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@ÜckendorfÜd). — 2.5. Bezeichnet das Überschreiten einer Quantität, Qualität, Intensität o. Ä.: mehr als. Op de drai Mark (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). Ewwas up hunnert Mark etwas mehr als 100 Mark (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — 2.6. Im Anschluss an einen Präpositionalausdruck mit up: darauf. Up iän’n Brēif krēich se kin Beschāit up (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — 2.7. In Verbindung mit ¹sīn: drauf sein: Et (eine Frau) es nich geot uppe hat Menstruationsbeschwerden (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 2.8. IdW.: Hai hiät enn’n oppe ist angetrunken (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). — 2.9. In Verbindung mit dar (darauf) bzw. war (worauf). Häi sitt dår nich uppe (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Do was ne Kuäste oppe (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). Is d’r noch en Köppken up? ist da noch ein Tässchen drin (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Do ka’ me oppe gōn darauf kann man sich verlassen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). Bo de Hauner oppe sittet (Kr. IserlohnIsl Dh). ⟨up [Münsterl (außer die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Lhs) OWestf Bri], op [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. LüdinghausenLhs Kr. BeckumBek SWestf Bür, sonst verstr.], ›oªp‹ ‘offen’ [Kr. OlpeOlp (nach KkWb)]. — In betonter Stellung uppe⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 1,299: auf. Zus.:→
beªrg~,
biᵉke~,
brink~,
ful~,
grel~,
hār~,
hel~,
hō²ch-her~,
land~,
līk~,
mund~,
oªwen~, pal~,
pīl~, pül~,
ge-rāde~,
richt~,
rügge~,
stūr~,
tik~, trappe~,
woªl~.